Georg Hackert, genannt „Häcker“, war Hofmaler des Königs von Neapel, und in dieser Eigenschaft stand er auf dem Gipfel seines Ruhms und seines Glücks. Er war häufig um den König, besonders auf den Jagden, wo sich ihm dann schöne Gelegenheit zu Studien bot. Er malte Landschaften, für den König und verschiedene Tiere, Gegenstände jeder Art. Oft gab der König die Idee, es wurde aber so viel hinzugesetzt, dass man sie suchen musste.
In Neapel machte Hackert auch Versuche in der Encaustik; überhaupt beschäftigte man sich zu jener Zeit viel mit dieser Kunst, in welcher man aber doch nicht zum erfreulichen Resultat gelangte. Besonders war es auch Reifenstein, der sich dafür interessierte, und durch ihn die Kaiserin von Russland . Der Hauptgegenstand von Hackerts Kunst blieb jedoch immer die Ölmalerei , nur wurde er zu oft davon durch andere Dinge abgezogen. Im Jahre 1787 malte er das Kriegsschiff La Parthenope, im Momente, als es vom Stapel lief. Das Bild wurde mit großem Detail ausgeführt und Georg Hackert hat es gestochen. Das Werk gefiel ungemein, und daher bestellte der König noch fünf andere große Bilder: Den Hafen von Castel a Mare; die Rückkehr des Königs von Livorno nach Neapel; La Badia di Gaeta; Ansicht von Fusia auf Ischia. Diese Bilder wurden im Palaste zu Caserta aufgestellt. Im folgenden Jahre musste Hackert alle Seehäfen in Apulien zeichnen; nach seiner Rückkehr gab er die Ideen zur Verzierung des Belvedere di San Leocio an, und verzierte das neue Badzimmer: daselbst encaustisch. Die nächsten Arbeiten waren die Malereien im Palaste und in der Kirche von Cartidello. Zwei Jahre verflossen mit dieser Ausschmückung.
Jetzt brachen die Unruhen in Frankreich aus, und auch in Neapel fanden sich heiße Köpfe. Dennoch fuhr der König noch fort, für die Kunst sich zu interessieren; und er schickte 1790 seinen Hofmaler ab, um die malerischen Seehäfen Calabriens und Siziliens zu zeichnen, um dann selbe zu Neapel in Öl auszuführen. Mittlerweile verbreiteten sich die Unruhen immer mehr und mehr, und Hass und Parteigeist gaben den Ton an. Der König war verstimmt und auch den Künstlern erfüllten traurige Ahndungen. Um sich davon zu zerstreuen, machte er in den heißen Sommermonaten malerische Reisen in die Apenninen, und viele fertige Studien waren die Frucht seiner Einsamkeit, in welche ihn auch die Sorgen begleiteten. Seine Capitalien waren in Gefahr und endlich wurde die weltbekannte unglückliche Katastrophe vorbereitet, wovon Lord Nelson und Lady Hamilton die Triebfedern waren. Jeder musste sein Silber hergeben und Hackert lieferte für 2400 Scudi Silbergeschirr ein. Man bekam dagegen Bankzettel, die in 30 Tagen 50 pCt. verloren. Jetzt brach der Krieg aus, und alles floh vor der Anarchie und Plünderung. Die Brüder Hackert retteten das Ihrige mit Noth, und nur später gewährten ihnen die französischen Generäle größere Sicherheit. Zuletzt war es gerathen, sich von Neapel zu entfernen, da ihnen als Royalisten das Gefängnis drohte. General Rey gab ihnen Pässe und riet ihnen französische Cocarden; so entkamen sie glücklich nach Livorno, wo sie als Jakobiner galten. Von Livorno gingen die Künstler nach Pisa und endlich 1803 nach Florenz, wo sich Philipp eine Villa kaufte, die a San Piero di Carreggio liegt. Er malte jetzt wieder fleißig und lag auch der Landwirtschaft ob, während sein Bruder in der Stadt den Kupferstichhandel besorgte. Georg starb 1805, und Philipp wurde im folgenden Jahre vom Schlage berührt. Im Jahre 1807 starb endlich auch dieser berühmte Künstler.
Häckert, Jakob Philipp.
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