Gelde, Chaude, ’77
nen, das Claude auch ein nicht ungeschickter Figurenzeichner ist, obgleich man gewöhnlich angegeben findet, dass sich der Künstler hierin von der schwächsten Seite zeige. Ph. Lauri, Courtois, Swa- neveldt, A. Both, J. Miel und Callot sollen in seinen Landschaf- ten die Figuren gemalt haben.
Dumesne beschreibt folgende Blätter:
Die Flucht in Ägypten , mit Claudio bezeichnet, H. 32 Z. 0 L., Br. 6 Z. 5 L. 8
Im ersten sehr seltenen Drucke ist die Einfassungslinie sehr leicht gezogen, und es zeigen sich hie und da weiße Stellen,
Die zweiten Abdrücke haben nur die ersten vier Buchstaben; des Namens; auch diese sind selten.
In den dritten, gewöhnlichen Abdrücken ist die Linie des Käfrecks scharf gezogen, und rechts am Rande liest man Nro. 13;
Die Erscheinung, oder ein Reliquienobjekt auf den Knien, dem ein En- gel erscheint: Cl. G., in gleicher Grösse,
Im ersten, sehr seltenen Drucke sind die Winkel spitzig, im den zweiten, ebenfalls seltenen Abdrücken, sind sie abgerundet, die dritten, gewöhnlichen, haben in der Mitte des Randes die Nro. 43, p. 2, und in den vierten, noch schlechteren, sind nur wenige Spuren davon zu sehen.
Der Hirt, der die Heerde durch den Fluss führt: Cl. 6, H. 32 Z. 1 L., Br. 6 Z. 3 L.
Im ersten Drucke sind die Winkel der Einfassung spitz und rauh, im zweiten sind sie abgestumpft, und hier liest man auch Nro. 45, p. 1, was im dritten Drucke wieder fehlt.
Die ersten Abdrücke sind selten, die zweiten findet man oft, und die dritten gewöhnlich.
Die Herde bei der Tränke. H. 3 Z. 11 L., Br. 6 Z. 5 L.
In den ersten seltenen Abdrücken sind die Winkel der Ein- fassungsstriche spitzig, in den zweiten, gewöhnlichen, sind sie abgerundet.
Eine Folge von 12 links unten am Rande numerierten Blättern. H. 42 Z. 71.–52 Z., Br. 6 Z. 51.–72 Z. 3 L.
Ihre Gegenstände sind:
Der Sturm.
Die ersten Abdrücke sind von rein geätzter Platte, ohne Nu- mer, bezeichnet mit dem Namen des Künstlers und 1650, und sehr selten. Die zweiten Abdrücke haben ebenfalls den Na- men des Künstlers, aber keine Jahrzahl, und hier sieht man einen Mann, welcher den Kahn anbindet. Ebenfalls sehr sel- ten und ohne Numer. Im dritten Drucke ist die Platte auch noch nicht numeriert, aber der Mann fehlt, dagegen aber ist die viereckige Einfassung gezogen. Ein solcher Druck ist sel- ten zu finden, öfter der vierte mit der Nro. 1. und Cl. Inu.
Die Winkel der Einfassung sind hier spitz und abgerundet im dritten Drucke. Diese beiden Abdrücke sind schlecht,
Der Tanz am Ufer des Flusses.
Die ersten Abdrücke vor dem Namen des Künstlers und der Numer 2. sind sehr selten, und selten sind auch die zweiten ohne Numer, aber mit dem Namen des Künstlers. Die dritten mit der Nro. 2 sind schlecht.
Der Schiffbruch: Cl. Inu.
Die ersten seltenen Abdrücke sind ohne Nro. 3; die zwei- ten mit derselben sind häufiger.
Der Schäferhirt unter dem Baume: Claudius in. et F. Romae
Gelde, Claude.
Die ersten, sehr seltenen Abdrücke sind nicht numerirt; die zweiten haben die Nro. 4, und in den dritten fehlt der kleine Vogel, den man in den bezeichneten leicht sieht. Diese Ab- drücke sind gewöhnlich zu finden,
Der Zeichner, ohne Namen des Stechers,
Die ersten seltenen Abdrücke sind ohne Numer, die zweiten mit Nro. 5. Diese sind schlecht.
Der Tanz unter den Bäumen, Ohne Namen.
Die Abdrücke ohne Numern sind sehr selten, und selten auch die zweiten mit der Nro. 6. Die dritten sind in den Winkeln der Einfassung abgerundet und schlecht. In den vierten ist der Himmel sehr überarbeitet und anstatt drei Vögeln sieht man nur einen, die zwei Kühe sind fast verschwunden. Diese Ab- drücke sind ganz schlecht.
Der Seehafen und im Grunde ein Leuchtthurm: Cl. I, ganz fein geschrieben,
Die ersten Abdrücke ohne Numer sind sehr selten, auch die zweiten mit der Nro. 7 und mit den spitzigen Winkeln der Einfassung sind noch selten, die dritten aber mit den abge- stumpften Winkeln sind oft zu finden,
Die Räuber: Claud. in. Romae 1633.
Die ersten und sehr seltenen Abdrücke sind ohne Namen; und ohne Numer; die zweiten, ebenfalls sehr selten, haben den Namen des Stechers, aber keine Numer, die dritten tragen die Numer 8 und Claude’s Namen ohne Jahrzahl. Auch diese sind selten, und gut; schlecht aber die vierten und retouchir- ten, mit den stumpfen Winkeln der Einfassung, die in den andern Abdrücken überall spitzig sind.
Der Seehafen mit dem grossen Thurme, bei Sonnenuntergang. Ohne Zeichen.
Der erste, sehr seltene Druck ist vor der Numer; die zweiten seltenen Abdrücke haben die Numer 9 und spitzige Einfas- sungswinkel; die dritten, schlechten Abdrücke sind in den Winkeln abgestumpft, und mit Nro. 45 p. 5 bezeichnet; auf den vierten sieht man dieses nicht mehr, nur einige Spuren, aber diese sind sehr schlecht.
Landschaft mit der hölzernen Brücke, rechts ein Wanderer, der mit einem Hirten spricht.
Die ersten Abdrücke ohne Numer sind sehr selten, schlecht aber die zweiten mit Nro. 10.
Sonnenuntergang, vorne in der Mitte sind zwei Männer, wel- che Bohlen auf einander legen. Auf einem solchen steht: CL. J. Der Grund zeigt ein Stadtthor, in Gestalt eines Triumph- bogens, gegenüber ist eine Turmruine.
Dieses ist das Meisterstück des Künstlers, äusserst selten vor der Numer und vor der Schrift unten am Rande. Die zwei- ten Abdrücke sind ebenfalls nicht numerirt, aber sie haben rechts den Namen des Künstlers. Auch diese sind sehr selten, und ebenfalls die dritten mit der Numer 11 nicht oft zu fin- den. Im vierten Druck sind die Winkel der Einfassung be- stimmt angegeben, aber abgestumpft, und am Rande links steht die Jahrzahl 1634. Auf den fünften Abdrücken liest man Nr. 5 D- 10
Der Hirte und die Hirtin gehen mit der Heerde auf das Feld, im Grunde zwei steinerne Bogen etc. Ohne Zeichen.
Die ersten, sehr seltenen Abdrücke sind vor der Numer; die zweiten haben Nro. 12 und spitzige Einfassungswinkel, die in den dritten Abdrücken abgerundet sind. Diese sind schlecht.
Gelde, Claude. 79 Mercurius und Argus: Claudio Gillee inuen. in Roma 1662 con licenza de superiori. H. 52 Z. 7 L., Br. 7 Z. 4 L.
Die ersten seltenen Abdrücke sind vor der Retouche; die zweiten sind durch die Retouche verdorben.
Der Hirt mit der Heerde vom Sturme überrascht, Claudius Ge- lde fecit Romae 1651. H. 5 Z. 9 L., Br. 8 Z. 1 L.
Die ersten sehr seltenen Abdrücke haben in der Mitte am Him- mel, zwischen dem einen der Berge links und dem großen runden Turm zur Rechten, keine Ärztestriche, wie in den zwei- ten. Auch diese sind selten, schlecht aber die dritten, retou- chirten Abdrücke, Letztere erkennt man an einem Fehlstriche, welcher am Rande rechts einen Ast durchschneidet, im zweiten Drittel seiner Höhe.
Landschaft mit sechs Bäumen, und am Fusse des größten sitzt ein Mann, der seine Ziegen hütet, mit der Jahrzahl 1663 und dem Anfangsbuchstaben von dem Namen des Künstlers, die aber von anderer Hand herzurühren scheinen. H. 62 Z. 2 L., Br. 8 Z. 4 L.
Die ersten, sehr seltenen Abdrücke sind vor der Schrift, die zweiten haben diese, und die dritten sind retouchirt und schlecht.
Eine prächtige Landschaft mit den Gestalten der Zeit, der Jah- reszeiten und Apollo’s; im Rande: Apollo in atto di obedire al Tempo. La Primavera a comminciore il ballo etc. Claudio Gillee inuen. Fec. Roma 1663 con licenza de super. H. 7 Z. 2 L., Br. 9 Z. 4 L.
In den ersten, seltenen Abdrücken ist oben die viereckige Einfassung sehr fein angezeigt, stark aber in den zweiten. Diese sind gewöhnlich.
Der Hirt und die Hirtin im Gespräche, prächtige Landschaft. H. 7 Z. 2 L., Br. 9 Z. 5 L. — Die ersten Abdrücke sind von der geätzten Platte, und hier hat un- ten am verstümmelten Baume im Winkel rechts das Scheidwasser nicht angegriffen. Diese Abdrücke sind äußerst selten. Die zwei- ten, vor der Schrift, sind auch nur Aetzarbeit, aber sie sind theil- weise mit der trockenen Nadel und mit dem Stichel übergan- gen. Sie sind sehr selten. Hierauf wurde die befestigte Stadt durch andere Gebäude und durch Bergrücken ersetzt, alle Bäume retouchirt, und das Ganze nach des Meisters gewöhn- licher Weise hergestellt. Links am Rande liest man: Cl. G, Inu, et F. Selten.
In den bezeichneten Abdrücken ist unten nur der rechte Winkel der Einfassung abgerundet, in den vierten aber wur- den auch die übrigen abgestumpft, und die Worte Con li- cenza de sup. noch hinzugesetzt.
Bei dem fünften Abzuge der Platte wurde das Geätzte retou- chirt. Das Ausglitschen der Nadel am linken Schenkel der Schäferin, das man noch im vierten Drucke bemerkt, ist ver- bessert. Diese Abdrücke sind auf schlechtes, schwärzliches Papier gemacht, oder auf Seidenpapier. Sehr gewöhnlich.
Die Entführung der Europa, mit dem Namen des Künstlers und 1663. H. 7 Z. 1 L., Br. 9 Z. 6 L.
In den ersten, seltenen Abdrücken sind die Winkel der Einfas- sung unten und oben rechts scharf, in den zweiten sind alle Winkel, stumpf. Die dritten sind retouchirt und in diesen ist die Einfassungslinie stark angegeben. Solche Abdrücke findet man gewöhnlich.
Gelde, Claude.
Ansicht des Campo Vaccino, der jetzige romantische Name des Forum romanum; Claudio 16360 Romae. H. 6 Z. 8 L., Br. 9 Z. 6 L.
Der erste, vielleicht einzige Abdruck des Pariser Cabinets, hat die obige Inschrift rechts am Schaft der umgestürzten Säule. Die zweiten haben die Schrift rechts am Rande, und auch diese sind äusserst selten, Die dritten, sehr seltenen Abdrücke ha- ben unabhängig von der Inschrift die Buchstaben CL. I. un- ter dem Fusse der ersten Figur links unten, In’den vierten ist die Schrift mit dem Namen des Künstlers herausgenommen und auf den fünften liest man: Viasacra detto campo Vaccino di. Roma superior. licentia 1636. Claude Gellce invent, et sculp. Diese Abdrücke findet man gewöhnlich,
Der ländliche Tanz, von einem mit Blumen hbekränzten Bauer, einer Bäuerin und einem Mädchen mit dem Tamburin ausge- führt: Cg... Diese Platte blieb unvollendet: H. 7 Z. 3 L., Br. 4 Z. 6 L.
Der Hirt und die Hirtin, letztere stehend, mit der Heerde. Die- ses mit Kraft der Nadel und mit Freiheit gefertigte Stück hat unten in der Mitte des Randes den verkehrt geschriebenen Namen des Künstlers. H. 5 Z. 7 L., Br. 4 Z. 4 L.
Im ersten, seltenen Drucke schliessen die beiden unteren Winkel der Einfassung und jener oben links nicht, in den zweiten, gewöhnlichen, ist das Quadrat der Einfassung vollstän- dig, ohne Unterbrechung der Linien.
Die drei Ziegen, mit dem abgekürzten Namen des Künstlers. H. 7 Z. 3 L., Br. 4 Z. 8 L.
Im ersten Drucke sind die geätzten Linien der Einfassung aus- gefließt, in den zweiten sind sie verbessert.
Die vier Ziegen, ohne Zeichen, aber wahrscheinlich von Claude. H. 7 Z. 3 L., Br. 4 Z. 0 L. Die Abdrücke sind auf gleiche Weise zu unterscheiden, wie im vorhergehenden Blatte.
Die Feuerwerke und Decorationen, eine Folge von 11 Blättern, mit leichter Nadel gefertiget. H. 6 Z. 10 L.—7 Z. 1 L., Br. 4 Z. 11 L.—5 Z. 1 L.
Die ersten Abdrücke dieser Blätter sind vor der ausgefüllten Schrift des ersten Blattes, mit dem Namen des Künstlers und der Jahrzahl 1637, und auch die Adresse von Rossi tragen diese Abdrücke nicht.
Die zweiten Abdrücke haben Rossi’s Adresse und die ausgefüllte Schrift, Sie sind ebenfalls sehr selten, wie die ersten.
Beschrieben sind diese Festlichkeiten in dem Werke: Applausi festivi fatti in Roma per l’eletzione di Ferdinando III. al Regno de’ Romani., Dal S. P. Maurizio, Card. di Savoia, descritti, 16057. Die Kupfer dieses Werkes sind jedoch nicht von Claude, sondern von Ciamberlano.
Studium zu einer Räuberscene, nämlich zu derjenigen, deren wir erwähnt haben: Der Reisende von zwei Räubern überfallen. Ohne Zeichen. H. 7 Z. 6 L., Br. 4 Z. 10 L.
Zwei skizzirte Landschaften, auf einem Blatte: CL. inv. H. 4 Z. 11 L., Br. 7 Z. 5 L.
Studium eines sitzenden Weibes, mit breiter Nadel gefertiget. Ohne Zeichen. H. 3 Z. 11 L., Br. 6 Z. 5 L.
Arabeske mit der Maske eines menschlichen Kopfes und einer Blumenvase. H. 5 Z. 1 L., Br. 7 Z. 4 L.
Ausführlich beschrieben sind diese Blätter in Robert - Dumesnil’s Peintre graveur francais, I, p. 7, und hier ist auch eine Ta-
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