Geissler, Christian Gottfried Heinrich

Geissler, Christian Gottfried Heinrich, Zeichner und Ku- pferstecher, geb. zu Leipzig 1770, begleitete den berühmten Pallas auf seiner Reise in den südlichen Provinzen von Russland , und zeichnete mehrere Blätter mit Darstellungen von Sitten und Ge- bräuchen, Lustbarkeiten, Trachten etc. jener Völker, die er be- suchte. Den Text zum Reisewerke lieferte anfangs der Rechtsanwalt Fried. Hempel und dann der russische Rat Richter,

Sitten, Gebräuche, und Kleidung der Russen in St. Petersburg , von J. Gruber beschrieben, 8 Hefte, mit französischem und deut- schem Text, 40 illum. K. in 4. Leipzig, 1801 — 3 Industrie- comptoir.

Sitten, Kleidungen und Gebräuche der Russen aus den niedern Ständen, von Geissler und J. G. Richter, 2 Abth, mit 28 ill. K. in 4. Leipzig, 1805. Industriecomptoir.

Spiele und Belustigungen der Russen aus den niedern Volks- klassen, von J. G. Richter beschrieben, mit 12 K. gr. 4. Leipzig, 1805.

Strafen der Russen, von Geissler und Richter, mit 10 K. folio. Leipzig, Indust.

Die k. russ. Reiterei etc. Mit color. Abbild. in kl. 4. Leipzig 1813.

Blätter für die Schilderungen und Abbildungen russ. Völker- genschaften von J. A. Bergk.

Bilderbuch zum Nachzeichnen und zum Illuminieren, 7 Hefte in 8. Leipzig 1811 — 15, / x

Der Landschaftszeichner, mit K. in 4. Leipzig 1811.

Uebungen für Landschaftszeichner, Leipzig 1812, und 1820 die dritte Auflage.

Geissler, Jörg. Mart. Friedr.

ringfügigen Bogenbildern seine Zuflucht nehmen musste, was das Kunsttalent wenig förderte.

Als sein Lehrer 1803 zum zweitenmale seinen Wohnsitz in Paris nahm, ging auch Geissler dahin, und hier widmete sich der Künst- ler besonders der Landschaftsstecherei, weil es ihm die Umstände nicht gestatteten, sich im figürlichen Fache weiter fortzubilden. In Paris hatte Geissler zwar noch ebenfalls einige Zeit mit Noth zu kämpfen; er gewann aber bald Achtung und die vortheilhaftesten Bekanntschaften mit Künstlern jener Stadt verbesserten nun auch seine Lage.

Die Kunstschätze der Hauptstadt wirkten mächtig auf ihn, das Studium derselben und das Eindringen in den Charakter der Ur- bilder hatte den wohlthätigsten Einfluss auf seine künstlerische Bil- dung. Dazu kam auch noch der freundschaftliche Umgang mit Des- noyers, Duplessis-Berteaux, Blot, Girardet, Laugier, Massard, Roger, Pradier, Sellier, F. Müller, H. Ch. Müller, Morace, Pie- ringer, Ulmer, Storelli, H. Reinhold etc.

Von Paris aus ging der Künstler nach der Schweiz, und von München kehrte er 1814 in seine Vaterstadt zurück, wo er seine Kunst mit Auszeichnung übt. Seine Blätter, sowohl in Stahl, als in Kupfer gestochen, belaufen sich auf 200, darunter sind mehrere malerisch radirte Naturstudien, die mit einem Monogramme bezeichnet sind. Auf seine Jugendarbeiten von 1795–97 ist das Monogramm aus den Buchstaben F M G zusammengesetzt, auf späteren dagegen aus F G und f. G.;

Für Desnoyers fertigte er den landschaftlichen Grund zu seiner Vierge au rochers, nach L. da Vinci, so wie auch die landschaft- lichen Parthien zu Rafael’s Vierge de Foligno und der Vierge au Ligne; zur Vierge au Berceau lieferte er nur die Radirung.;

Von ihm ist auch die Landschaft in C. Pradier’s Stich von Amor und Psyche nach Gerard.

Im Prachtwerke des Musée Napoléon, auch Mus. royal, sind von ihm eigenhändig folgende Blätter:

Ein Viehstück, nach Van Lee.

Landschaft in runder Form, nach Patel.

Landschaft mit alten Eichen, und einem umgestürzten Buchen- stamm, nach Wynants.

Der Weg durch den Buchenwald, nach Ruysdael.

Ein Viehstück, überhöht, nach Berghem.

Le retour à la ferme, nach demselben.

Diese beiden Blätter stach Geissler nach seiner Heimkehr von Paris.

In dem Blatte mit dem Streite der Musen und Pieriden, nach del Vaga, stach Desnoyers die Figuren. Dieses ist mit den vier vor- hergehenden eines der gelungensten des Meisters. Zu seinen vorzüg- lichsten Arbeiten gehören ferner:

Die Blätter zu dem von Filhol herausgegebenen Musée, in wel- chen er die verschiedenen Manieren seiner Meister mit Treue und Freiheit wiedergegeben hat:

Landschaft nach Claude Lorrain.

Obiges Stück nach Wynants.

Viehstück, nach van de Velde.

Das Paradies, nach Poussin.

Zwei Viehstücke und Landschaft, nach Berghem.

Wasserfall, nach Ruysdael.

Mehrere Aetzungen für dasselbe Werk.

Blätter lieferte er auch für das große Werk über Constantino-

pel, so wie für jenes von Ägypten, theils Radierungen, theils ganz fertige Platten und Retouchen.

Die Seitenthür des Cölner-Domes, zu Boisserce’s berühmtem Werke, eines seiner besten Blätter,

Panorama von Prag, nach Morstädt.

Oberon in kleinerem Formate, als Schumann diesen Gegenstand gestochen.

Zwei Blätter nach Koch.

Der Gemsjäger, nach Heideloff’s Zeichnung, für das Taschen- buch: die Alpenrosen,

Die von Räubern überfallenen Reisenden, nach Wouvermans, in dem von Haas besorgten Gallerie-Werk des k. k. Belvedere in Wien, ein vorzügliches Blatt mit correkt und geistvoll be- handelten kleinen Figuren,

Das Innere einer Bauernschenke, nach C. Bega, geistreiches und zartes Blatt für dieselbe Gallerie,

Der Seesturm, nach Peters,

Landschaft, nach Pynacker,

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