Gangloff, Karl Wilhelm, Zeichner und Maler. Dieser mit einem reichen Kunsttalent begabte, zu früh dahin geraffte junge Mann wurde zu Leutkirch , einem oberschwäbischen Reichsstädtchen, wo sein Vater ein städtisches Amt bekleidete, 1790. geboren; Schon in früher Jugend trieb er Zeichnen und Malen, und suchte schon als Knabe, ohne allen Kunstunterricht, dessen er, ausser kurz vor dem Ende seines Lebens, niemals genoss, seine Gedanken bildlich darzustellen, wobei allen Unrichtigkeit einer solchen naturalistischen Zeichnung schon Reichthum der Phantasie hervorleuchtete. Das erste lebhaftere Gefühl seiner künstlerischen Anlage wurde bei seinem Oheim in Heidelberg erregt und zu dieser Zeit sprach sich in seinen Produktionen schon eine höhere Anlage unverkennbar aus, besonders in einigen Szenen aus Wallensteins Lager. So folgten mehrere Compositionen, in denen sie immer grössere Vollkommenheit entwickelte, sowohl in den Haupt- als Beiwerken und auch bei der Wahl seiner Gegenstände wurde er durch ein glückliches und reines Gefühl geleitet. Es gehörte zu seinen Lieblingsplänen eine ganze Gallerie von Darstellungen aus dem Nibelungen Liede zu entwerfen, wovon Siegfried’s Tod als eine der trefflichsten Hervorbringungen des Gangloff’schen Geistes betrachtet werden muss. Diese schöne Composition wurde von E. Fries lithographirt. Was die äussere Form der Gangloff’schen Zeichnung betrifft, so bestanden sie gewöhnlich nur in Umrissen, die er entweder mit der Feder zu entwerfen oder mit dem Bleistifte anzudeuten, und dann mehr oder minder sorgfältig mit Tusch und Pinsel auszuarbeiten pflegte. In der Folge bediente er sich bisweilen der schwarzen Kreide, oder führte auch Feder- zeichnungen mit Schatten und Licht aus, wobei er zeigte, dass ihm auch hier, wie bei allen seinen Versuchen, ein richtiges Kunstgefühl zur Seite stehe. Indessen wusste er nur dann Erhebung und Leicht darzustellen, wenn seine Figuren eine gewisse Grösse er- halten durften; so z. B. haben die Helden in seinen Nibelungen- Zeichnungen wohl etwas über einen Fuss, und seine späteren Figuren wurden häufig noch grösser.
Tiefen Eindruck machten auf ihn in Stuttgart die herrlichen Gypsabgüsse der schönsten Autiken und andere Werke, besonders aber Schick’s seelenvolle Composition: Apollo unter den Hirten. Mit gleich künstlerischem Auge schaute er auch im gewöhnlichen Le-
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