Gandolfi, Ubaldo

Gandolfi, Ubaldo, Maler und Bildhauer, älterer Bruder des obigen. Er war Schüler Torelli’s und Graziani’s und im Zeichnen des Nackten leitete ihn Lelli, Lanzi will ihm hierin Grossheit zu- erkennen, und um das Verdienst des Künstlers ganz zu würdigen, muss man nach der Ansicht dieses Schriftstellers Ubaldo’s akade- mische Zeichnungen sehen. Doch nennt ihn Lanzi übrigens ge- mein, unwahr im Colorit und etwas pfuscherhaft, weshalb er weniger geachtet ist, als sein Bruder Gaetano.

Man hat von seiner Hand mehrere sehr fleißige Gemälde, auch Bildnerwerke und Gypsarbeiten sind in Bologna und in andern Orten der Romagna . Er starb 1781 im 55. Jahr.

Gandolfi, Mauro. 9

Mauro Gandolfi, berühmter Kupferstecher und Zeichner, geb. zu Bologna 1771, gest. daselbst 1851. Einer der besten Schüler der Brera in Mailand , machte er, unter der Leitung Longhi’s herangewachsen, diesem berühmten Künstler den Rang streitig, und mehrere Kunstliebhaber ziehen ihn sogar dem Meister vor. Er ist trefflich in der Zeichnung und auch Compositeur, denn einige seiner Stiche sind auch nach der Erfindung sein Eigenthum. Dabei besitzt er neben der grossen Leichtigkeit eines älauszenden Grabstichels einen besonderen Geschmack in Behandlung der Details, jedes seinem Gegenstande gemäss, ohne schroffe Gegensätze. Er erfreut durch die Mannigfaltigkeit, die er durch die Abwechslung seines Instrumentes gewann, und überall herrscht Zierlichkeit und Reinheit des Stiches, den eine Meisterhand leitete. Hie und da sind indessen ebenfalls Stellen zu finden, die weniger das Gepräge der Vollkommenheit tragen. Mailand war der Schauplatz seiner Kunst; und nur in der letzten Zeit seines Lebens hielt er sich in Bologna auf.

Der heil. Hieronymus oder die heil. Familie mit diesem Heiligen, nach Correggio’s Bild, der Tag genannt, in der Gallerie zu Parma, ein Musterblatt, das allein hinreichend gewesen wäre, dem Künstler ein ehrenvolles Andenken zu sichern. Es ist dieses der gelungenste Stich nach diesem Gemälde, weit vorzüglicher als jener von A. Carracci und Strange. Subscriptionspreis 23 Thaler 10 Gr.

Der schlafende Amor, nach eigener Zeichnung, und der Duchesa Litta di Belgiojoso zugeeignet, ein zartes Blatt und doch kräftig genug. Die Italiener scheinen dieses Werk besonders auszuziechen, denn in der Biblioteca italiana 1821 und in G. Ferrario's Schrift: „Le classiche stampe etc.“ 1836 heisst es: Inventione, disegno, intaglio, tutto par diretto da amore medesimo. Auch in Deutschland ist dieses Blatt sehr gesucht. Preis 5 Thlr. d.

Venus, die ihren Sohn das Lesen lehrt, nach Pelagio Palagi’s anmuthigem Gemälde, und auch ein zierliches Blatt, würdig der schönen Clytia von Bartolazzi an der Seite zu stehen. Die ersten Abdrücke sind vor der Schrift, und auf chinesisches Papier gezogen.

Judith mit dem Kopfe des Holofernes, nach Ch. Allori, ein schönes effektvolles Blatt, für das Musée Napoleon gestochen. Preis 2 Thlr.

Die orgelspielende Cäcilia, nach G. Gandolfi’s Erfindung, ein schönes Blatt, sowohl in der Anlage, als in der Ausführung. Im seltenen ersten Abdrucke vor der Schrift. Preis 16 Thlr. 12 gr.

Das Christkindlein auf dem Kreuze schlafend, ein herrliches Blatt, nach Ch. Allori.

Die Madonna mit dem Jesuskinde und dem kleinen Johannes, nach G. Reni. Der Druck vor der Schrift ist selten. Preis 16 Thlr.

Das Jesuskind mit ausgebreiteten Armen liegend, nach eigener Zeichnung. 2 Thlr.

Das Bildnis Petrarca’s in der Prachtausgabe dieses Dichters von A. Marsand.

St. Magdalena, nach H. Carracci.

Die heil. Jungfrau mit dem Kinde auf dem Throne, nach L. Dalmasio, mit M. G. fece bezeichnet: Antica imagine di S. Maria della Vittoria dipinta nel 1490 da L. Dalmasio etc.

Die Ruhe in Ägypten, nach Guido Reni.

Das Benedicite, nach Le Brun.

Ein Bildnis, nach Rafael, alle drei für das Musée français par Laurent und Robillard.

Christuskopf, nach Annibale Carracci’s Bild in der Dresdner Gallerie.

Die Blätter dieses Künstlers sind grösstentheils im grossen For- mate.

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