Gandolfi, Gaetano, Maler und Kupferstecher von S. Matteo della Decima im Bolognesischen 1734, gest. zu Bologna 1802; Dieser Künstler, einer der angesehensten seiner Zeit in Italien , erlernte die Anfangsgründe der Kunst von seinem älteren Bruder Ubaldo, nachher studierte er in Venedig die besten Werke der älteren Mei- ster und hierauf fand er Gelegenheit, für einen Kunstfreund die schönsten Werke der Carracci in Bologna zu kopieren. Die Natur verlieh ihm viele Gaben: fruchtbare, lebendige Phantasie und ein lückliches Auge zur Erfassung der Natur. Er wusste die Gemüts- bewegung glücklich auszudrücken, und zu rühren. Auch erlangte er technische Fertigkeit, die sich in seiner malerischen Ausführung zeigt; nur ist sein Colorit nicht immer zu loben, oft matt und un- wahr, während in einigen seiner Gemälde dieses gut, ja vortreff- lich genannt werden kann. Beim Entwurfe seiner Bilder ging er sorgfältig zu Werke; er fertigte eine Skizze und eine ausgeführtere Zeichnung zu den Bildern, stellte dann die Figuren in Thon dar und bekleidete sie, und endlich führte er das Ganze in einem Car- ton aus. In den Beiwerken ist er ebenfalls glücklich und sorgfäl- tig. So ungefähr beurteilt Lanzi den Künstler, seinen Zeitgenos- sen, doch ist er wohl hier und da mit seinem Lobe zu weit ge- gangen, Gandolfi gehört noch in die Zopfperiode und um charakteristischen Ausdruck, um das geistige Leben war es ihm nicht in hohem Grade zu tun. Indessen urteilen Kunstfreunde nach den Gemälden, die sich in Bologna und Neapel von ihm finden, dass er unter der Schaar seiner Zeitgenossen eine nicht unrühmliche Erwähnung verdiene. Er ist richtiger in der Zeichnung, als viele andere Nachahmer der Carracci.
Gaetano Gandolfi hat auch ein meisterhaftes Blatt geätzt. Es stellt die Geburt Christi mit der Anbetung der Hirten dar, nach N. del Abbate’s schönem Freskomalerei im Palaste Leoni zu Bologna.
Gandolfi ließ nur 30 Abdrücke machen. In Italien zahlt man einen Abdruck mit 15 — 20 Zechinen.
Gandolfi hat indessen noch andere Blätter geliefert: Die Apostel Petrus und Paulus, nach Guido Reni, 1785, gr. fol.
Streitende Spicler und Zecher um einen Tisch, ein kleines Blatt mit G. G. In. et fec, bezeichnet, was unsern Künstler bedeuten soll. Ein Blatt mit sechs Büsten von Türken, darunter zwei von auf- geputzten Weibern, ist mit G. G. f. bezeichnet, was ebenfalls „Gandolfi“ bedeuten könnte, wenn nicht Gottf. Geyser, gr. 8. Das auf dem Kreuze schlafende Jesuskind, nach Guido Reni. 272
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