Gaap, Adolph, Ciseleur von Augsburg , der lange in Italien arbeitete, besonders in Rom , wo er sich durch seine getriebenen Arbeiten Ruhm erwarb. In der letzten Zeit seines Lebens kehrte
Er ging nach Augsburg zurück, wo er auch starb, so wie sein
Bruder Johann Georg, der ebenfalls ein geschickter Künstler dieses Faches war. Letzterer hatte einen Sohn Georg Lorenz, der
ebenfalls sehr schöne getriebene Arbeiten lieferte. Dieser Künstler
starb 1745 im 76sten Jahre und hinterließ einen Sohn, Namens
Lorenz, der sich in kleinen Arbeiten für Dosen, mit Stockknöpfen etc. berühmt machte.
Gabalus, ein Name, der sich nach der Angabe der Sammlung der
berühmten Medailleurs auf einer Schaumünze von 1729 finden soll.
Diese wurde zum Andenken an die Heiligsprechung des hl. Johannes geprägt.
Gabäno, Jakob, Bildhauer und Bronzegiesser zu Padua , wo in der
Cathedrale fünf von ihm Erz gegossene Basreliefs sich befinden.
Seine Lebensverhältnisse sind unbekannt.
Gabassi, Margaretha, Malerin zu Modena im vorigen Jahrhunderte, von welcher Lanzi sagt, dass sie in witzigen Bildern sehr
glücklich war. Es sind diese Bambocciaden in niederländischer
Weise, die in Privathände gelangten.
Sie blühte um 1750.
Gabbiani, Anton Domenico , Maler und Kupferstecher zu Florenz , wo er geboren wurde und starb. Er wird als der
beste Schüler der Dandini gelobt, doch auch bei Ciro Ferri sah
er sich um, und später machte er die guten Meister der Venediger Schule zum Gegenstand seines Studiums. Auf solche Weise
wurde er einer der besten Maler seiner Zeit, so wohl in Öl, als
in Fresco. Er malte mit gleichem Erfolge Historien, Thiere,
Landschaften und Architekturstücke.
Man hat von ihm vier Blätter, von denen die drei ersten in jener Folge sich befinden, die unter dem Titel erschien: Raccolta
di cento pensieri diversi di Ant. Dom. Gabbiani, fatti intagliare in
rame da J. E. Hugford. Firenze 1762, fol.
Die heil. Jungfrau, welche dem Jesuskinde auf dem Schoße die
Hand küsst. H. 2 Z. 0 L., Br. 3 Z. 10 L.
Büste eines Alten, H. 2 Z. 8 L., Br. 2 Z. 1 L.
Büste einer jungen Frau. H. 2 Z. 10 L., Br. 2 Z. 1 L.
Die Landschaft mit einem Reiter, am Gipfel des Berges im Grunde ein ScAoss, rechts vorne ein grosser Baum, Sehr leicht ge-
ätzt. H. 2 Z., Br. 2 Z. 0 L.
C. Faucci hat das Bildnis des Künstlers gestochen.
Es finden sich auch Zeichnungen von seiner Hand, mit Tusch
und Feder.
Gabbiani, Gaetano, Neffe und Schüler Domenico’s, malte zahlreiche Bildnisse in Öl und Pastell, doch starb er seines liederlichen Lebens wegen in Armut, da er auch die Erbschaft seines Onkels vergeudete. In der Lobrede Domenico’s wird seiner ehrervoll gedacht.
Gabbuti, Lorenzo, Kupferstecher, dessen Lebensverhältnisse wir
nicht kennen. Man hat von ihm ein Blatt, welches den hl. Paulus im Areopag zu Athen vorstellt, wie er vom unbekannten Gitte
prediget.
Gabella, Joseph, Maler zu Mailand um 1720. Er scheint wenig
bekannt zu sein.
Amsterdam. Van Eynden Gesth. II 25". Annales du Salon de Gand. p. 130.
Gabriel, Georg Franz Maria, Portraitmaler in Miniatur und Aquarell, auch Lithograph, wurde 1775 zu Paris geb. Er war Schüler Naigeon’s und Regnault’s, und den grössten Theil seiner Werke machen vielleicht die Zeichnungen aus, die er fertigte. Solche fertigte er neben andern auch für das grosse Werk Über Aegypten. Das Bildniss der Mme. Maintenon hat Recou für die Memoiren dieser Frau nach Gabriel’s Zeichnungen gestochen. Seine Zeichnungen sind in Aquarell und in Crayon.
Gabriel, Louis, Kupferstecher mit der Nadel und dem Grabstichel, der sich zu Paris mit Vignetten und naturhistorischen Ge- genständen beschäftiget.
Gabrielli, Giammaria, Maler zu Pisa, Ciro Ferri’s Schüler, und nach Lanzi einer der ersten, der Cortona’s Geschmack nach Pisa verpflanzte. In dieser Weise malte er in Fresco und in Öl, für Kirchen und für Private. In Ölbildern war er der Angabe nach glücklicher, obgleich er auch in Fresco Lobenswerthes malte. Starb 1730 ohngefähr sechzig Jahre alt. In Pisa findet man schätzbare Stücke von seiner Hand.
Gabrielli, Gabriel de, Architekt von Roveredo, wo er 1671 ge- boren wurde. Er hielt sich lange in Wien auf, und fertigte da die Plane zu mehreren fürstlich Lichtenstein’schen Palästen. Spä- ter trat er als Oberbaudirektor in die Dienste des Markgrafen von Ansbach und Bayreuth, und 1730 kam er in gleicher Eigen- schaft zum Fürstbischof von Eichstätt. Hier baute er neben an- gedeuteten neuen Flügel der Residenz. In Eichstätt ereilte ihn 1740 der Tod.
Gabrielli, Adam, Kupferstecher, der von 1777 — 1800 in Venedig blühte. Er bediente sich bei seinen Arbeiten des Stiches und des Aetzwassers.
Gabriello, Onofrio, Maler von Messina, und daher auch Onofrio da Messina genannt. Er lebte lange verbannt im Auslande, weil er in die Empörung von 1674 und 1676 verwickelt war.
Sechs Jahre hielt er sich bei Barbalunga (Ant. Ricci) auf, einige bei Poussin, dann bei Cortona in Rom und zuletzt bei Maroli in Venedig. Von hier aus kehrte er nach Messina zurück, und hier hinterliess er in S. Francesco di Paolo viele Bilder. Viele fertigte er auch in Padua; für Kirchen und Private.
Gabriello hatte einen lieblichen, eigenthümlichen Styl, und be- sonders gefiel er sich in reichen Beiwerken, die er auch mit Ta- lent ausführte. Das Colorit aber ist nicht zu loben, und darin war ihm besonders Maroli’s Einfluss nachtheilig.
Dieser Künstler starb 1706 im 65sten Jahre.
Gabrieli, Willem, Blumenmaler, der zu Antwerpen um 1625 ge- boren wurde. Er lebte lange in Rom und arbeitete daselbst mit grossem Beifalle. Besonders gefielen seine silbernen, goldenen und porzellanen Vasen mit Blumen, Bilder in täuschender Nach- ahmung der Natur. Sein Todesjahr ist unbekannt.
Gabuggiani, Baldassare, Kupferstecher von Florenz, wo er um 1689 geb. wurde; er arbeitete aber noch um 1750 zu Rom. Man hat von ihm mehrere Blätter mit Architektur nach F. Fuga, und
neben andern kopirte er auch Andreani’s Blätter, welche den Fuß- boden im Dome zu Siena nach Beccafumi vorstellen. Auch einige Blätter von S. Bartoli’s Virgil kopirte er, in der Meinung, dass die Originalplatten verloren gegangen, was nicht der Fall war. Er stach auch die Statue des Camillus aus dem florentinischen Mu- seum, fol. Ferner: den Catafalk der Königin Clementine von Eng- land, die anatomischen Tafeln für G. Petriolo’s Riflessione anatom. Unter seinen Bildnissen ist jenes des A. Polito nach J. D. Cam-
Gacou, J., Kupferstecher, dessen Lebensverhältnisse wir nicht kennen. Er stach verschiedene kleine Wappen,
Gadbois, Landschaftsmaler, der um 1800 zu Paris als ausübender Künstler auftrat. Er malte in Öl, und sehr schön in Gouache, größtenteils Landschaften und Marinen; auch einige Genrestücke. Starb um 1814.
Die Lebensverhältnisse dieses Gadbois konnten wir nicht erfahren, und nicht einmal seinen Taufnamen fanden wir angegeben. Seiner erwähnt schon Füssly im Supplemente zum Bünstleri-exicon nach Brun-Neergard, und auch im Cabinet Paignon-Dijonval ist er unter dem Namen Gadebois als Maler angegeben, der 1800 lebte. Dort wird ihm eine Landschaft in Gouache zugeschrieben, mit vier Reisenden staffiert, die an Bauernhütten vorüberziehen.
Gabet verzeichnet im Dictionnaire des Artistes Werke von seiner Hand, die bis 1812 entstanden; größtenteils Landschaften in Gouache.
Gaddi, Gaddo, florentinischer Maler und Mosaikist, war ein Zeit- genosse von Andrea Tafi und ein vertrauter Freund von Cimabue. Er beendigte mit ersterem die Mosaikarbeiten von S. Giovanni und ward in kurzer Zeit in der Kunst so geschickt, dass er es wagen konnte, die Krönung der Mutter Gottes in S. Maria del Fiore darzustellen, ein Werk, das alle rühmten, und das sich noch bis auf unsere Zeit trefflich erhalten hat. Im Jahre 1308 wurde er von Clemens V. nach Rom berufen; um dort, wie Vasari berichtet (deutsche Ausg. I. 116), die Mosaiken des Jakob della Turrita in S. Maria maggiore zu vollenden. Diese Angabe Vasari’s ist durch nichts begründet, und etwa nur auf die Vorhalle zu be- ziehen, oder Verwechslung mit den Arbeiten im Lateran und in Pisa, wo Gaddi das Werk Turrita’s und Tafis vollendete.
Von seinen Arbeiten in S. Maria maggiore hat sich noch bis auf unsere Zeit einiges erhalten; der grosse Gott Vater, den er für St. Peter verfertigte, ist nicht mehr vorhanden. Die Mu- saiken in der Marienkirche stellen zu beiden Seiten eines grossen Fensters die Wunder dar, welche den Bau der Kirche bewirkten: Die Erscheinung der Maria und die Prozession des Papstes zum Schnee, der auf hohe Blumen herabfällt. Vergl. Von der Hagen’s Briefe in die Heimath IV. 220.
Im alten Dome zu Arezzo waren ebenfalls Kunstwerke von Gaddo, sie gingen aber 1561 zu Grunde. Die Himmelfahrt der Maria im Dome zu Pisa hat sich noch bis auf unsere Zeit treff- lich erhalten.
Nachdem Gaddi diese Werke vollbracht hatte, kehrte er nach Florenz zurück, und beschäftigte sich nur mit kleinen Bildern in Mu- saik zu arbeiten, verfertigte auch mehrere Tempera-Malereien, darunter jene Tafel in S. Maria Novella für die Kapelle Miner- betti, die aber zu Grunde gegangen ist.
Nagler’s Künstler-Lex. IV. Bda. 35
Gaddo Gaddi starb 1341, 73 Jahre alt, und ward in S. Croce begraben. Seine Schüler waren sein Sohn Taddeo und der Maler Vicinzo aus Pisa.
Gaddi, Taddeo — Maler zu Florenz, der bedeutendste Schüler Giotto’s, ein achtenswerther Künstler, der in Toscana viele Ge- mälde hinterließ, die aber großenteils ein Raub der Zeit wurden. Unter den Bildern, welche gegenwärtig dem Taddeo beigelegt wer- den, sind nur solche ganz zuverlässig, welche Aufschriften tragen, gleich einigen Hausaltärchen, deren eines in der kgl. preussischen Sammlung, zwar von Lampenruss geschwärzt, doch wohl erhalten ist. Es hat die Unterschrift: Anno dom. 1353, Mensis Septembris Thaddeus me fecit. In solchen Bildern zeigt sich Taddeo dem Giotto um vieles ähnlicher, als seine übrigen Zeitgenossen, doch bediente er sich in seinen Malereien a tempera einer zähern Bin- dung, wie daraus erhellet, dass seine Lichter mehr Körper und einen höheren Glanz haben. Unter die Farben mischte er Leim und Vergoldergyps, wie aus der Analyse von Fragmenten eines Mauergemäldes zu Pisa der Prof. Branchi ersah.
In Vergleichung einer beurkundeten Tafel des Giotto hatte Gaddo sein Profil schon ungleich mehr durchgebildet, die Augen mehr auseinander gerückt, die Nase etwas mehr ausgeladen, den Umriss der Kinnlade erweitert und zierlicher ausgerundet, Verbesserun- gen, welche in Ansehung seines lebhaften Gefühls für weibliche Anmuth eben ihm besonders nahe lagen. Unter die wichtigeren Gemälde des Taddeo Gaddi, in welchen wir diesen Charakteren begegnen, gehören die in der Kapelle Baroncelli in St. Croce zu Florenz. Der Künstler stellte hier jene fabelhafte Madonnenge- schichte dar, welche, obgleich die Kirche sie verwirft, in älteren Zeiten häufig dargestellt wurde. In der oberen Abteilung, unter dem gotischen Bugen, zeigt sich ein feiner Hirt, welcher, wäh- rend seine Schafe aus einer Quelle trinken, auf seiner Flöte Griffe zu versuchen scheint; in der unteren Mutter Anna; welche ihren zurückkehrenden Gatten mit anmuthiger Herzlichkeit umarmt; zur Seite die Geburt der Madonna, wo das Kousen der Weiber mit der Neugebornen unübertrefflich ausgedrückt ist. Alle diese naiven und anmuthsvollen Züge vereinigen sich in der freilich sehr beschädigten Trauung der Jungfrau mit Bewegung und größerer Abwechslung der Gesichtszüge.
Auf der Mittelwand zu beiden Seiten des Fensters sind in sechs Abteilungen 1) die Verkündigung, 2) die Heimsuchung, 3) die Verkündigung der Hirten, 4) Anbetung der Hirten, 5) das Kind, das den drei Königen auf dem Berge in einem Stern erscheint, 6) die Anbetung der Könige in ähnlicher Art gemalt, welche Bilder ebenfalls dem Taddeo zugeschrieben werden. Sie sind von Lasinio gestochen.
In der Capelle der Sakristei von Sta. Croce galt dem Vasari das andere, von obigem himmelweit abweichende Leben der Jungfrau, ebenfalls für Gaddi’s Werk. Ebenso auch das daselbst befindliche Gemälde mit dem Leben der Magdalena. Diese sämmtlichen Ge- mälde hält H. v. Rumohr für später als Taddeo Gaddi, um das Jahr 1378 entstanden, welches Datum sich auf dem Altarblatte be- findet. Vergl. Rumohr’s ital. Forschungen II. 78 ff.
Von den übrigen Gemälden in Florenz, welche Vasari (deutsche Ausgabe I. 280) dem Taddeo zuschreibt, sind einige untergegangen. Die schöne Kreuzabnehmung, die er für die Bruderschaft der Kir- che Sta. Croce malte, wurde nachmals in die öffentliche Gallerie gebracht; die Grablegung in lebensgrossen Figuren, die er für den
Hauptaltar des Oratoriums von S. Michele in Orto (jetzt S. Carlo) malte, ist jetzt wohlbehalten über der inneren Seite der Thüre an- gebracht. Cinelli und Richa schreiben das Bild dem Buffal- macco zu,
Von Florenz begab sich Taddeo nach Pisa, und verzierte in S. Francesco die Hauptkapelle mit Darstellungen aus dem Leben der Heiligen Franz, Andreas und Nikolaus. Die Wände des Chores sind jetzt überwachsen und an dem Chore erkennt man nur noch ei- nen Christus zwischen zwei Engeln und sechs Heiligen, jedoch sehr verdorben.
An diesen Bildern will Vasari die Inschrift: Thaddeus Gaddus, de Florentia etc. 1342, gelesen haben. Die übrigen Malereien die- ses Künstlers, deren Vasari als in Pisa vollendet erwähnt, sind nicht mehr vorhanden.
Gaddi verlegte sich, wie die meisten Maler seiner Zeit, auch auf die Baukunst. Er soll die alte Brücke zu Florenz nach der Überschwem- mung von 1333 wieder hergestellt haben, und in der Folge wurde er sicher zu den Berathungen der Domverwaltung gerufen. Er gründete ebenfalls die Brücke Sta. Trinita, die 1340 beendet wurde, und auch der Glockenthurm von St. Maria del Fiore ist sein Werk. Bottari sucht mit ungenügenden Gründen zu bestrei- ten, dass Taddeo jemals Architekt gewesen, und will die von Va- sari ihm zugeschriebenen Arbeiten einem Meister Neri Fioravanti zuschreiben.
Während seiner Bauten ruhte jedoch nicht die Palette; so ver- zierte er das alte Handelsgericht mit Malereien; die jedoch nicht mehr vorhanden sind, ebenso wie jene, die er während dieser Zeit zu Arezzo ausführte, bis auf die Darstellungen aus dem Leben des Täufers, die noch hinter dem Hauptaltare des Domes zu er- kennen sind, aber in üblem Zustand.
Noch sind die Malereien zu erwähnen, die Taddeo Gaddi in Gemeinschaft mit Simon di Martino in der Kapelle der Spagnuoli in S. Maria Novella zu Florenz ausführte. Taddeo’s Bilder befin- den sich auf der Wand rückwärts, und oben an dem Deckenge- wölbe. Die letzteren sind in vier Felder abgeteilt und stellen Christi Auferstehung, dessen Himmelfahrt, die Sendung des heil. Geistes und des Petrus Errettung aus dem Schiffbruche vor. Das Hauptgemälde zeigt den heil. Thomas von Aquin mit einer Menge von Heiligen und Figuren umgeben. Die Beschreibung dieser Ge- mälde S. Speth Kunst in Italien I. 300.
Sechs kleine Gemälde von diesem Künstler bewahrt die Gallerie der Akademie zu Florenz. S. Rumohr 11. S. 216 Aum,
Taddeo Gaddi starb nach Vasari’s Angabe 1350. Rumohr (ital. Forsch. II 81) fand aber in dem Archive der Domverwaltung zu Florenz, dass ihm noch 1366 am 20. August eine Arbeit, behufs des Dombaues, aufgetragen wurde. Baldinucci und Lanzi (Gesch. der Malerei I. 42. d. A.) verfolgen den Künstler bloß bis 1352. Er hinterließ zwei Söhne, Agnolo und Giovanni.
Gaddi, Agnolo, zweiter Sohn des Taddeo Gaddi, erregte in seiner Jugend gute Hoffnungen, besonders durch die Erweckung des Lazarus, die er für S. Jacopa zu Florenz malte. Nach so deut- lichen Beweisen von Geschicklichkeit erhielt er von der Familie Soderini den Auftrag, die Hauptkapelle der Kirche del Carmine zu- malen, und hier stellte er das Leben der Mutter Gottes dar, aber mit geringerem Erfolge als Taddeo, denn Agnolo’s Sinn war nicht so sehr auf die Kunst, als auf den Handel gerichtet. Er führte dennoch eine grosse Anzahl Malereien aus und verfertigte auch
einige Musaiken, jedoch mehr um sich die Zeit zu vertreiben. Von seinen Arbeiten sind viele zu Grunde gegangen, darunter die- jenigen, deren Vasari deutsche Ausgabe I. 538, als in S. Spirito, S. Pancratius, Sta. Maria Maggiore und S. Romolo vorhanden er- wähnt. Noch ziemlich wohl erhalten sind die Fresken in der Kapelle des Gürtels der heil. Jungfrau zu Prato. Auf der linken Seite sieht man das Leben der Madonna in sechs Abteilungen, rechts die Geschichte des Gürtels. In der Volte sind die vier Evangelisten und in der kleineren vorn die vier Kirchenväter. Über den zwei Eingangsbögen sieht man das Schiff Petri und Christus im Tempel. Das Temperabild, welches er für Orto S. Michele malte, und Christus unter den Schriftgelehrten vorstellt, ist ebenfalls noch wohl erhalten. —
Für sein Hauptwerk hält man die Geschichte der Auffindung des Kreuzes in Fresco auf der Wand des Chores hinter dem Haupt- altare in Sta. Croce zu Florenz. Die heil. Helena ist eine wahrhaft königliche Gestalt, von hohem Adel des Geistes. Doch nicht überall hat Agnolo mit gleicher Besonnenheit gearbeitet, und durchaus in der Zeichnung sich rühmlich hervorgethan; seine Umrisse entbehren oft des feineren Gefühles und der edleren Verhältnisse; nicht alle seine Köpfe sind darum gleich ansprechend, am wenigsten, wo er sie ganz von vorne genommen, die zu grell angezeigten Haare an den Augenlidern machen eben keinen gefälligen Eindruck. Mit der Färbung wusste er sich besser durchzuhelfen. Speth Kunst in Italien I, 334.
Agnolo’s Söhne, die nicht als Maler leben wollten, widmeten sich der Kaufmannschaft und eröffneten in Venedig ein Handels- haus in Gemeinschaft mit ihrem Vater, der von dieser Zeit an nur noch dann und wann zu seinem Vergnügen und Zeitvertreib malte.
Er starb, nach Vasari, in seinem dreiundsechzigsten Lebensjahre, 1538. Zani lässt ihn 1314 geboren werden, und seine Lebenszeit dehnt er bis 1304 aus.
Seine Schüler waren Antonio aus Ferrara und Stefano aus Verona; ferner Michele aus Mailand und Cennino di Drea Cefinini, die ihm Ehre machten.
Gaddi, Giovanni, Bruder des Agnolo, malte im Kloster St. Spirito Christus unter den Schriftgelehrten, die Reinigung Mariä, die Ver- suchung und die Taufe Christi, Gemälde, die alle zu Grunde gingen, da sie beim Neubau der Kirche abgeworfen wurden. Giovanni gab zu den schönsten Erwartungen Hoffnung, starb aber in jungen Jahren. Baldinucci setzt seinen Tod auf 1380.
Gaddi, Peter, Maler aus Brügge, bildete sich in Italien, und ge- wann Preise der Akademie zu Parma und Bologna. Er widmete der Antike ein fleißiges Studium, und so erwarb er sich den Ruf eines geschickten Historienmalers. Dieser Künstler gehört dem vorigen Jahrhundert an.
Gaddi, Giovanni und Pietro, Maler, die um 1480 in Cremona arbeiteten. Sie zierten verschiedene Bücher der Kathedrale mit Miniaturen. Ihrer erwähnt der cremonesische Biograph Gius. Grasselli in einer Handschrift des Domarchives von dem bezeichneten
Jahre.
Gadio oder Gazzo, Bartolomeo, berühmter Architekt des 15ten Jahrhunderts, von Gadio im Cremonesischen gebürtig. Er lebte zur Zeit des Filippo Maria Visconti, der zur Erinnerung an die 1442 erfolgte Vermählung seiner Tochter Bianca Maria an Franz
Sforza durch diesen Künstler die S. Sigmundskirche zu Cremona bauen liess.
Gadi, Franz., Maler zu Bologna, der um 1750 Bildnisse und heilige Bilder malte. Sein Meister war V. Bigari.
Gaede, Hermann, Maler zu Berlin um 1814. Er malte Bildnisse, militärische Scenen und Viehstücke.
Gaede, Bildhauer zu Berlin, ein jetzt lebender Künstler. Er liefert Holzskulpturen u. a.
Gaelen, Alexander van, ein holländischer Maler, geboren 1670, gestorben 1728. Sein Lehrer war J. van Hugtenburg und die Ge- mälde, durch welche er sich Ruf erwarb, stellen Schlachten und Jagden vor. Er malte an verschiedenen deutschen Höfen, beson- ders an jenem des Churfürsten von Köln. Zuletzt ging er nach England und hier stellte er in einem Bilde die feierliche Fahrt der Königin Anna ins Parlamenthaus dar. Für diese Arbeit wurde er
reichlich belohnt.
Gärtner, Georg, zwei Maler dieses Namens, die zu Nürnberg lebten. Der ältere, der 1640 starb, malte sehr schön in Wasser- farben und auch Copien nach Dürer lieferte er. Als Copist Dürer- scher Werke ist aber besonders der Sohn zu rühmen — und Doppel- mayer nennt ihn sogar den glücklichsten Nachahmer dieses be- rühmten deutschen Meisters. Dieser Künstler starb 1654.
Gaertner, Hieronymus, Baumeister und Bildschnitzer zu Nürn- berg. Er schnitzte kleine Sachen in Holz, die grossen Beifall fanden, und starb 1590, wie Doppelmayr versichert. Auch in der Hydraulik war er erfahren.
Gaertner, Hans, Maler zu Nürnberg um 1500, der aber nur durch sein Bildnis bekannt zu seyn scheint.
Gaertner, Andreas, Architekt und Modellmeister der königl. säch- sischen Porzellanmanufaktur. Dieser Künstler, der in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts thätig war, erwarb sich den Ruf eines der vorzüglichsten Baumeister seiner Zeit und besonders beliebt waren die nach seinen Modellen gefertigten Porzellange- fässe. Selbst die bayrische Manufaktur in Nymphenburg suchte sich solche Modelle zu verschaffen. Man muss nur bedenken, dass der Geschmack seiner Zeit sich nicht um solche Reinheit der
Form bekümmerte, wie jetzt.
Gaertner, Friedrich Wilhelm, Modellmeister bei der Invention- und Modellkammer zu Dresden, ein zu seiner Zeit beliebter Künst- ler. Er starb 1810 in seiner Vaterstadt Dresden im 78. Jahr.
Gaertner, Johann Andreas, Architekt, wurde zu Dresden ge- boren. Er widmete sich unter Anleitung seines Vaters Andreas schon frühe der Baukunst, und ausgerüstet mit Kenntnissen trat er eine Reise nach Polen an, wo er für den Grafen Minitschek verschiedene Landhäuser baute. Hierauf besuchte er Wien und Berlin und dann Paris, wo er Jahre verweilte, bis ihn der Chur- fürst Clemens Wenzeslaus nach Coblenz rief, um den Residenz- bau zu vollenden. Hier wurde er zum Artillerie-Hauptmann er- nannt, und später bestätigte ihn auch der Fürstbischof von Würz- burg in dieser Stelle. Bei der Uebergabe von Würzburg an Bayern trat er in bayrische Dienste und so wurde er 1804 Hofbauinten-
Gaertner war ein Mann von großem Talent, und unermüdlich
tätig im Entwurfe verschiedenartiger Pläne. Er fertigte deren eine
bedeutende Reihe, aber sie sind in geringer Anzahl vorhanden,
da er im Unwillen, dass er in seinem Alter dem Aufschwunge der
Kunst unserer Zeit nicht mehr zu folgen im Stande war, die Frucht
langer Jahre vernichtete, doch mit Unrecht, da eben dadurch
mehrere vortreffliche Entwürfe zu Grunde gingen. Dieser Künstler,
der Vater des berühmten Friedrich von Gaertner, starb 1826 im
83. Jahre.
Gaertner, Friedrich, von, Architekt, wurde 1792 zu Coblenz ge-
boren. Er kam mit seinem Vater J. A. Gaertner nach München,
und hier genoss er wissenschaftliche Bildung, bis er 1800 die Akade-
mie der Künste besuchte, um sich dem Studium der Architektur
zu widmen. Nach drei Jahren ging er nach Paris, um auch hier
die Akademie zu besuchen, daneben aber fand er ebenfalls Gelegen-
heit, unter Percier’s Leitung seine Kenntnisse zu erweitern. Im
Jahre 1814 ging der Künstler endlich nach Italien, wo er vier
Jahre mit Eifer dem Studium der klassischen Denkmäler jenes
Ländes oblag. Er sah Rom, Neapel und andere kunstwichtige
Städte, und besonders war es Sizien, welches ihn durch seine
architektonischen Alterthümer fesselte. Er zeichnete die Ansichten
der Tempelruinen von Girgenti, Segesta und Taorminia an. Ort
und Stelle mit ungemeiner Sorgfalt und Genauigkeit, und diese
seine Zeichnungen legte er 1819 durch die Lithographie dem kunst-
liebenden Publikum vor, unter dem Titel: Ansichten der am meist
erhaltenen griechischen Monumente Siziliens, mit erläuterndem Text.
Im Jahre 1810 begab sich Gaertner nach England, wo seinem
Talente volle Anerkennung zu Theil wurde, und schon wollte er
hier festen Sitz begründen, als er 1820 an Fischer’s Stelle zum
Professor der Baukunst an der Akademie der Künste zu München
ernannt wurde. Von jetzt an war er in München betätiget und
hier gewann zuerst unter seiner Leitung besonders die Porzellan-
Manufaktur eine höhere Richtung. Gaertner hatte auf seinen Reisen
reiche Gelegenheit, sich mit dem Charakter und den Formen antiker
plastischer Werke und Verzierungen bekannt zu machen. Durch
seinen Einfluss erhielt daher die Manufaktur einen neuen glück-
lichen Umschwung, und sie verdankt diesem Künstler die Ein-
führung durchaus edler Formen und der reinsten Verzierungen
ihrer Gefässe. So gewann durch diesen Mann der artistische Theil
der Porzellanmalerei durch reine und geschmackvolle Formen, und
auch der damals wiedererwachenden Glasmalerei widmete er die
redlichste Thätigkeit. Im Jahre 1820 erweiterte sich der Wirkungs-
kreis unsers Kunstlers. König Ludwig kannte die Gediegenheit
desselben und daher trug er ihm auf, den Entwurf zu einer ka-
tholischen Kirche zu machen, welche dem heil. Ludwig geweiht
seyn soll. Das Innere dieser neuen Kirche, die im Sinne byzan-
tinischer Vorbilder, doch ohne strenge Nachahmung erbaut ist,
erhält durch die grossartigen Compositionen des berühmten Cornelius
Gaertner das neue große Bibliothek- und Archivgebäude, dessen
Stil sich dem der Kirche annähert. Im Jahre 1833 legte der
König den Grundstein zu dem Blindeninstitut, welches ebenfalls
nach Gaertner’s schönem Plane erbaut wurde, sowie andere in der
Nähe liegende Staatsbauten: die Universität, das Erziehungs-Institut,
der Central-Schulbücherverlag etc.
Unter Gaertner’s Leitung wurde auch das Isarthor in den Stand
gebracht, wie es jetzt sich befindet, und so bildet dieses Thor, durch
die bildlichen Zierden Neher’s und C. Eberhard’s noch gehoben, eine
schöne Zierde der Stadt. In Kissingen wurden nach seinem Plane
der Saal und die Arkaden aufgeführt.
Im J. 1850 hatte Gaertner die Ehre mit König Ludwig die grossartigen Denkmäler Griechenland’s zu schauen, und hier erhielt er
auch den Auftrag, den Plan zur neuen Residenz des Königs Otto
in Athen zu entwerfen, und nach diesem wird das Gebäude auf
einer Stelle sich erheben, die eine unendliche Fernsicht gewährt,
auf die Akropolis, über die Stadt, nach allen Gegenden des Landes.
Nach seiner Rückkehr wurde er zum königlichen Oberbaurat
ernannt, denn König Ludwig weiss das Talent zu erheben und zu
belohnen. Er ernannte seinen Architekten auch zum Ritter
des Civilverdienst-Ordens der bayrischen Krone.
Gaertner, Johann Philipp Eduard, Architekturmaler zu Ber-
lin, wurde 1801 geboren und von Direktor Müller in Darmstadt
in den Anfangsgründen der Kunst unterrichtet, bis er zu Gropius
nach Berlin kam. Später ging er nach Paris, und hier arbeitete er
einige Zeit im Atelier des Landschaftsmalers Bertin. Im Jahre
1827 kehrte er wieder ins Vaterland zurück, und nun malte er in
Berlin besonders architektonische Darstellungen, in denen Perspektive
und Beleuchtung zu loben sind. Auch die Färbung ist wahr und
die Behandlung in Gaertners Bildern einfach und gediegen.
Auch Landschaften, Bildnisse und schöne Zeichnungen lieferte
dieser Künstler, mehrere in chinesischer Tinte.
Gaeta, Ludwig, Architekt zu Rom, den Michel Angelo beim Baue
des St. Peter Domes zum Aufseher gebrauchte.
Gaeta, da, s. Pulzone.
Gaetano, Franz, ein neapolitanischer Edelmann, der bei M. Stan-
zioni die Malerei erlernte. Er malte Cabinetsstücke und Altarbil-
der, um 1650.
Gaetano, Giovanni Battista, Kupferstecher, dessen Lebensver-
hältnisse wir nicht kennen. Von ihm gestochen hat man Petrus
und Paulus schlafend, wie ihnen ein Engel erscheint, nach H.
Carracci, gr. 8, O.
Gaetano, Luigi, Musivarbeiter zu Venedig um 1500. Er arbeitete
für die St. Marcuskirche nach Dom. Robusti’s Cartons.
Gaetke, Heinrich, Landschaftsmaler zu Berlin, ein geschickter jetzt
lebender Künstler. Er malt verschiedene Ansichten, und öfter sind
seine Bilder auch mit Vieh staffirt. Nähere Nachrichten sind uns
nicht zugekommen.
Gaeus, ein geschickter alter Edelsteinschneider, der durch den In-
taglio eines Hurdskopfes als trefflicher Künstler bekannt ist, da
Correktheit der Zeichnung und die Reinheit des Schnittes nichts
zu wünschen übrig lässt. Auf dem Halsbande des Kopfes liest
man: IAI0X’ EITÖFIEI. Das Original kam in die Sammlung des
Mylord Basborough. L. Masini copirte den Stein für Baron von Stosch in Krystall, und bezeichnete selben mit seinem Namen. Eine andere Copie mit dem Namen ZKTAAOUXZ, von moderner Hand, ist im k. Cabinet zu St. Petersburg, in Topas gearbeitet. Das Original ist in einen Granat geschnitten.
Gaffa, Melchior, Bildhauer von Malta, der in Rom und an andern Orten arbeitete. P. del Po stach das schöne Sculpturwerk in der Kirche St. Agostino zu Rom, die Almosenvertheilung des heil. Thomas Villanuova vorstellend. In Crozat's Werk ist die heil. Catharina von Siena von Ravenet gestochen,
Dieser Künstler starb 1680 im 45sten Jahre.
Gaffarel, Jakob, ein uns unbekannter Künstler, nach welchem L’Asne gestochen hat,
Gaggin oder Gaggin, Anton, Bildhauer zu Palermo, der in der Draperie besonders geschickt war, und daher sagte einmal Michel Angelo zu einem Kunstfreunde, für welchen er einen Leich- nam Christi gefertiget hatte: Wenn ihr dieses Bild bekleiden wollt, so schicket zu Anton Gagini nach Palermo. Hier sind die meisten Arbeiten dieses Künstlers, Statuen und Basreliefs und an ersteren sind besonders die Gewänder in grossem Style gearbeitet. Er scheint den Buonarotti in Rom kennen gelernt zu haben, denn von sei- ner Hand sollen einige Basreliefs und Ornamente am Grabmale Ju- lius II. herrühren. Ausser Palermo scheint dieser Künstler wenig bekannt zu seyn; auch übergeht ihn Cicognara in der Storia della Scultura. Er lebte in den ersten Decennien des 16. Jahrhunderts,
Vincenz, Jakob und Vacio waren seine Söhne. A.Gallo schrieb sein Elogio.
Gaglini, Andrea, Bildhauer zu Palermo, der wohl mit dem obigen verwechselt werden könnte. Er ist jedoch ein jüngerer Künstler, und, wie es scheint, nicht ohne Verdienst, da V. d’Auria sein Leben beschrieb, das 1608 zu Palermo erschien. Wir konnten dieses Werk nicht zur Hand bekommen.
Gagini, Johann Franz, Maler von Bissone, der aber zu Brescia für Kirchen in Oel und in Fresco malte. Auch in einigen Kirchen zu Piemont finden sich Werke von ihm,
Gaghard, Bartolomeo, Maler, der 1555 zu Genua geboren wurde. Er hatte den Beinamen Spagnoletto, weil er mit den Spaniern ei- nige Zeit in Indien gereist war. Er malte in Oel und Fresco im Geschmacke Michelangelo’s, liess sich aber Uebertreibungen zu Schulden kommen. In der Galleria Gerini sind ein Paar seiner Bilder gestochen: St. Onuphrius und Maria von Aegypten, und auch er selbst hat einige Blätter geätzt. Das schöne Titelblatt der Conclusionen des Joseph Oliva ist mit: Barth, Gagliardi del. et sc. bezeichnet,
Dieser Künstler starb 1620 in Folge eines Sturzes vom Gerüste.
Gagliardi, Bernardino, Maler von Città di Castello, Jernte bei A. Nuzzi und dann bildete er sich auf Reisen besonders nach den Werken der Carracci und Guido’s. Er hielt sich lange in Perugia auf, und hier hinterliess er mehrere Bilder in Kirchen und Privatsammlungen. Im Dome von Castello ist das Martyrium des heil. Crescenzian, ein Effektstück, sonst mittelmässig. Indessen finden sich von seiner Hand einige schätzbare Genrestücke, und
Der Cav. Gagliardi starb 1660 im 51sten Jahre, wie Orlandi versichert. i
Gagliardi, Philipp, Maler und Baumeister zu Rom um 1660, Dach welchem Cungius, C. Goyrand u. a. gestochen haben. Er malte Perspektive, auch Pflanzen und Früchte.
Gagliardi, Bernard, Decorationsmaler, der zu Turin 1700 gebo- ren wurde, und hier bekleidete er auch die Stelle eines Hoftheater- malers. Im Jahre 1777 wurde er nach Berlin berufen, um für das Opernhaus zu malen. Hier malte er auch die Kuppel der katholi- schen St. Hedwigskirche auf eigene Kosten aus, und bei dieser Ge- legenheit wurde sogar eine Medaille auf ihn geprägt.
Dieser Künstler starb im Vaterland, doch wissen wir nicht, wann.
Gagneraux, Benjamin, ein genialer Maler aus Burgund, bildete sich um 1784 in Rom zum Historienmaler und hier lieferte er auch mehrere Bilder, von denen die Zusammenkunft Gustav III. von Schweden mit Pius VI. im Vatikan, bei Fiorillo und in Göthe’s Winckelmann zur Sprache kommt. Das Bild hat eine bedeutende Anzahl von Figuren von 10 Schuh Höhe. Fiorillo erwähnt auch zwei anderer, noch größerer Gemälde: Bacchus und Ariadne mit Gefolge in einer Landschaft, und die Erziehung des Achilles. Alle diese Bilder werden gerühmt, so wie die Schlachtstücke die- ses Künstlers; besonders jenes des großen Conde.
Gagneraux hielt sich auch in Florenz auf, und hier stürzte er sich 1705 im Zustande der Verstandeslosigkeit zum Fenster herab, kaum vierzig Jahre alt. In der Gallerie zu Florenz ist von ihm eine Löwenjagd, ein Gemälde aus den letzten Jahren seines Le- bens.
Gagnery, Historien- und Portraitmaler zu Paris, der um 1822 mit Bildern öffentlich hervortrat. Im Jahre 1825 stellte er den Einzug des Herzogs von Angoulême in Madrid vor.
Gagnieres, Jean, Kupferstecher zu Paris, wo er um 1608 in sehr hohem Alter starb. Er arbeitete mit dem Grabstichel in einer zier- lichen Manier, und besonders war es das Portrait, wodurch er Beifall erhielt. Indessen stach er auch Historien und Zeitereignisse.
Man möchte fast glauben, dass es zwei Künstler dieses Namens gegeben habe, denn es sind einige Blätter schon 1628 datiert und andere 1607. Wir kennen es jedoch nicht mit Sicherheit bestim- men. Vielleicht unterscheiden sie sich durch die Schreibart Gagnieres und Ganieres, wie man angegeben findet.
Die büssende Magdalena, nach J. Blanchard,
Die Spieler, nach Valentin.
St. Sebastian, nach Mignard,
Die Madonna mit dem Kinde, nach Blanchard.
Ludwig XIII. von Frankreich, ein kleiner Kopf, 1640
Das Bildnis des Cardinals Flavio Ghisi, 8.
Jenes des M. de La Melleraye, 1679, 4.
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