Füger, Friedrich Heinrich,
stochen von Agricola; die Grazien, eine Scene aus Wieland; Or- pheus vor Pluto um die Euridice bittend; das Urtheil des Bru- tus über seine Söhne, gest. von Pichler, das Seitenstück zur Vir- ginia; die ersten Eltern bei Abel’s Leiche; Semiramis , welche die Empörung der Babylonier erfährt, gest. von Pichler; Sokrates vor den Richtern, gest. von Kininger, Seitenstück zum Coriolan; die schöne Magdalena, in der k. k. Gallerie; der Tod des Germani- kus, im Versammlungssaal der Akademie der bildenden Künste zu Wien; Venus Anadyomene; Graf. Sorau, im Johanneum zu Grätz; Johannes in der Wüste, in der Hofburgkapelle etc.
Unter seinen Bildnissen rühmt man jene von Kaiser Joseph II., der Erzherzogin Elisabeth und des Generals Laudon, letzteres ge- stochen von Kapeller. Sein eigenes Bildnis und das seines Soh- nes sah man auf der Ausstellung .
Zu seinen gelungensten Werken rechnet Füger die oft und rühmlich gewürdigten Zeichnungen zur Klopstock’s Messiade. Sie sind auf baeues Papier mit Kreide und Tusche ausgeführt und weiss geölt. Der Künstler hielt diese Zeichnungen, jetzt in der Samm- lung des Grafen von Fries, unter Glas und Rahmen und zeigte sie jedem Fremden, der ihn besuchte. Die Darstellung, wie Christus dem Vater schwört, hielt er für unübertreffbar, nur äußerte er dabei, dass es selbst große Künstler nicht wagen dürfen, den Va- ter zu bilden. Auch Portia und die beiden Griechinnen erklärte der Künstler für vortrefflich. Merkwürdige Gedanken über die- ses Werk enthalten zwei Briefe, der eine von Klopstock, der an- dere von Füger, im Nachlasse des Künstlers herausgegeben von L. F. Schnorr von Carolsfeld, und im Archive von Hormayr 1819 Nr. 29 abgedruckt.
Den Cyclus aus der Messiade hat Füger auch in Gemälden aus- geführt. Es offenbaret sich darin schöpferischer Geist, Einfachheit in Darstellung und Haltung des Ganzen, edle Kühnheit der Con- ception und classische Gediegenheit in der Ausführung. Das Co- lorit ist warm und von grossem Zauber, und zusammen bilden diese Bilder ein lebendiges Ganze. Jedes der Gemälde ist 2 Schuh hoch und 14 Zoll breit. Kurz vor seinem Ende legte Füger mit unge- meinem Eifer die letzte Hand an die Vollendung seines sterbenden Heilandes. Die Darstellungen aus Klopstock’s grossem Epos sind
die folgenden:
Christus schwört dem auf Wolken thronenden ewigen Vater die Erlösung der Menschen zu.
Satan will auf den reuigen Abbadonna ein Felsstück schleudern,
Satan über dem schlafenden Ischariot,
Gamaliel in der Priesterversammlung, mit schauerlicher Lampen- beleuchtung.
Christus am Oelberge,
Die Gefangennehmung, bei Fackelschein,
Christus am Kreuze,
Der Todesengel führt Judas verzweifelnde Seele an das Kreuz, wo der Mittler hängt.
Der Messias sieht sterbend zum Vater empor.
Die Seelen der Väter kehren zu ihren Gräbern zurück,
Nicodemus bringt der Maria die Dornenkrone.
Boteg bringen in die Versammlung die Nachricht von Öffnung des Grabes,
Der erstandene Heiland erscheint dem Petrus.
Portia im Abendschein am Grabe wandelnd.
Christus mit dem Siegespanier stürzt Satan’s Thron in die Hölle,
Christus tritt unter die versammelten Jünger.
Adam's Gesicht vom Weltgericht.
Abbadonna wird aufgenommen.
Der Erlöser neben dem Vater auf dem Throne.
Diesen Cyclus veranlasste die durch den gelehrten Meerman
van Dalen besorgte holländische Übersetzung der Messiade.
John stach die Zeichnungen für dieses Werk, nachdem er vier
Blätter für die Leipziger Prachtausgabe dieses Gedichtes gestochen hatte. Gustav Leypold führte sie in größerem Formate
für Frauenholz aus. Die erste Lieferung von 4 Bl., erschien
schon 1811, aber in den unglücklichen Jahren bis 1817 kamen
nur 10 Blätter zu Stande, alle von Leypold. Um die Herausgabe zu beschleunigen, stach auch Reindel in Nürnberg an
diesen Kupfern.
Von ihm selbst geätzt kennt man:
Semiramis, nach dem erwähnten Gemälde.
Die Apotheose des Herkules.
Jupiter und Hebe.
Eine Allegorie auf die Malerei.
Moses und Aaron, Hauptblatt in fol.
Studienblätter von Köpfen, qu. 8.
Das Werk dieses Künstlers, bestehend in 11 Blättern. Studien
von Köpfen und figürlichen Compositionen, radirf, mit einem
Blatt in Schwarzkunst, das Bildnis eines Österreichischen
Feldherrn, in 8., qu. 8., 4. und folio, ist in Weigel’s Catalog
von Kunstsachen III. S. 59 auf 3 Thlr. 16 gr. gewertet.
Außer den bereits erwähnten Künstlern haben noch K. Pfeiffer,
Eissner, Bartsch, Geiger, Jacobe, Wrenck und Beckenkam,
Rhein, Geyser nach ihm gestochen.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_WYPrAAAAMAAJ