Fuga, Ferdinand

Fuga, Ferdinand, Architekt, wurde 1609 zu Florenz geboren, und erlangte den Ruf eines der ausgezeichnetsten italienischen Architekten seiner Zeit. Er war schon im 12ten Jahre Schüler von J. B. Fuggini und in seinem 18ten ging er nach Rom, um nach den dortigen Meisterwerken seiner Kunst zu studieren. In seinem 28sten Jahre genoss er bereits grossen Ruf, und von nun an fehlte es ihm nicht mehr an glänzenden Aufträgen, zu Rom und in Neapel . In erster Stadt beschäftigten ihn die Päpste Clemens XII und Benedikt XIV., und hier leitete er viele beträchtliche Bauten. Er führte den von A. Spechi begonnenen Bau der Scu- deria zu Ende, aber von grösserer Bedeutung für ihn ist der Pal- ast der Consulta auf Monte Cavallo, ein grosses Gebäude von schönen Massen. An der Via Giulia erbaute er die Kirche della

Nagler’s Künstler-Lex, IV. Bd., 36

Morte, die im Plane eine Ellipse bildet, aber in der Verzierung und in den Theilen nicht mit der Einfachheit des Planes über- einstimmt. Hier spricht Borromini.

Fuga baute auch die Jesuitenkirche; ein höchst merkwürdiges Unternehmen war aber die Restauration des Innern von S. Maria Maggiore und die Errichtung der äußeren Fassaden. Er ließ hier die Schönheit und edle Einfachheit des ursprünglichen Planes nicht ausser Augen und auch die lokalen Schwierigkeiten hat er glück- lich überwunden. Nach seiner Zeichnung ist auch der Baldachin des Hauptaltars mit den antiken Porphyr-Säulen und vergoldeter Bronze errichtet. Sein Werk ist auch der prächtige Palast Corsini, dessen innere und äußere Eintheilung gerühmt wird. Die drei Eingänge, die grossen Stiegen, die Verhältnisse der Fassade, alles ist großartig angelegt.

Auch in Neapel wurden diesem Architekten grosse Unterneh- mungen anvertraut. Sein Werk ist das grosse Spital, il gran Reclusorio genannt, das raumreichste Gebäude seiner Art in Eu- ropa, welches 8000 Menschen jedes Alters und Geschlechtes fassen sollte. Er legte auch den Gottesacker der Incurablen an, nebst der Kirche, und für den Herzog Giordani baute er bei Spadaletto einen Palast. Daneben errichtete er das geräumige Palais des Prin- zen Caramanica, und zu Resina bei Portici erbaute er für den Prin- zen Jacopo ein Landhaus u. s. w.

Milizia kannte diesen Künstler noch, aber damals war er schon achtzig Jahre alt, noch froh und thätig. Sein Geschmack ist nicht rein, doch bemühte er sich mehr einer zweckmäßigen Anordnung und der Zierlichkeit, als andere Anhänger der Borrominischen Schule, welcher auch er angehörte. Fuga ist daher noch fern von der edlen Einfachheit und Zierlichkeit jener Vorbilder aus der classischen Zeit.

Fuga starb um 1780.

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