Fuccio, ein Florentiner, nach Arnolfo der berühmteste Bildhauer und Baumeister Italiens, wie Vasari berichtet, ohne dabei grösseren Nebenbuhlers, Nicolo Pisano, zu gedenken. Vasari (1 271) hält ihn für den Urheber des Grabmals der Königin von Cy- pern in der untern Kirche des sacro convento zu Assisi und ?chen
Fuccio.
die Arbeit um zu setzen. Dieses bedeutende und mit Ge- schick ausgeführte Werk stellt die Königin liegend mit Schleier
und Krone hinter einem Vorhange dar, welchen ein Engel zu Häupten und einer zu Füssen wegzieht, über dem Vorhange schreitet ein grosser Löwe, noch höher sitzt auf einem Altare die Mutter Gottes mit dem Kinde; neben ihr anbetend nochmals die Königin. Die Seitenpfeiler mit Thürmchen tragen einen Rund- bogen, und darüber ein Giebeldach; alles mit gotischen Ziera- then. Vasari sagt ferner, dass Fuccio damals auch in Florenz die Marienkirche am Arno gebaut, wie die Grabschrift zeigt. Diese Inschrift wurde bei Erneuerung der Kirche über der Thür eines Nebenhauses eingemauert. Es ist dieses ein kleiner halbmondför- miger Stein, auf welchem, nur gemalt, und sichtlich öfter aufge-
frischt, steht: a. MCCXXVIII; darunter das Stadtwappen, ein schwarzer und ein weißer Löwe, und ganz unten: Fuccio mi fece. Bottari (zum Vasari) will sie auf die Novelle von Ippolito Buondel- monti deuten, welcher, von der Schaarwacht an der Thüre seiner Geliebten Dianora de’ Bardi aufgegriffen, sich lieber für einen Räuber ausgeben, als seine Liebschaft entdecken wollte. Man
sieht aber leicht das Überfeine dieser Deutung, um so mehr, als
diese Novelle ins 14te Jahrhundert gehört, und der auch in Dan- te’s Hölle berüchtigte Vanni Fucci den Kirchenraub an S. Jacopo in Pistoja 1203 beging. Cicognara (I. 374 — 81) nimmt an, dass die Inschrift nur den Bauherrn dieser kleinen und unbedeu- tenden Kirche nenne, wie schon 1298 ein Fuccio Magnoli vorkommt, dessen Geschlecht, nachmals Bardì, Patronat und Begräbniss dort hatte. Denn ein Künstler Fuccio findet sich sonst durchaus nicht. Diese Annahme ist die wahrscheinlichere. Vasari’s Verbindung des- selben mit Arnolfo widerspricht ihm selber, da er diesen erst 1262 geboren werden lässt, ebenso seine weitere Angabe, dass Fuc- cio nach Friedrich’s II. Kaiserkrönung zu Rom durch Honorius III. (1220) mit ihm nach Neapel gegangen, als Nicola Pisano von Bo- logna nach Florenz zurückkehrte (1231). Er lezt ihm im Leben Ni- co?a’s die Werke bei, welche Nikolaus von Pisa für Friedrich II. verfertigte, und führt mehrere Bau- und Bildwerke von ihm zu Florenz und Assisi an. Celano, zwar erst im 17ten Jahrhunderte, nennt ausdrücklich den Nicola Friedrich’s Baumeister; die übrigen älteren Geschichtschreiber übergehen ihn. Ausser Celano lassen
Parrino und Sigismondo auch den Nicola mit König Friedrich
nach Neapel kommen und die dortigen Bauten ausführen, so dass
ihm also auch die sonst noch vor Vasari dem Fuccio beigelegten Bauten für König Friedrich, als: die ummauerten Parke zu Gra* vina und Melfi, zur Vogel- und Winterjagd, u. a. angehören. Ce- lano legt ihm auch gerade zu den Entwurf zum Dom in Neapel, für Karl I, bei.
Das ganze Daseyn eines Künstlers Fuccio ist also höchst zweifel- haft. Baldinucci schreibt ihm zwar mehrere, dem Assisischen ähn- liche, Grabmäler im Kirchenstaate und in der Lombardei zu, doch ohne Beweis. Die Urkunden und Denkbücher Assisi’s wissen auch nichts von Fuccio, und Angeli, welcher dies Grabmal dem Fuccio beilegt, schreibt hier offenbar nur dem Vasari nach; dessen Aus- drücke er ebenfalls gebraucht. Derselbe berichtet aber noch, dass die Königin Hecuba von Cypern auf der Heimkehr von einer Wallfahrt hieher zum heil. Franciscus, ihrem Schutzheiligen, in Ancona um 1240 gestorben, ihr Begräbniss und Denkmal nach Assisi verordnet und ein ansehnliches Vermächtniss zur. Ausführung
desselben hinterlassen habe, wesshalb noch jährlich eine Todten- feier um sie begangen werde. Die Geschichtschreiber von Cypern
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