Fries, Ernst, Landschaftsmaler, geb. zu Heidelberg 1801, gest. 1833. Er erhielt den ersten Unterricht im Zeichnen bei dem genialen Rottmann, Vater des Landschafters, und später kam er zum Hof- maler Kunz in Karlsruhe, unter dessen Leitung sich die herrlichen Anlagen des Jünglings schnell und glücklich entwickelten. Von Karlsruhe begab er sich nach München, erkannte aber bald, dass die Natur nur den Landschaftsmaler bilde, und nun bereiste er die schönen Gegenden am Rhein und an der Mosel , um sich reiche Studien zu sammeln. Später begab er sich zum zweitenmal nach München , machte von da einen Ausflug nach Tyrol und ins Salzburgische und setzte seine Studien mit steigender Liebe und mit unermüdetem Eifer fort. Bis jetzt hatte sich Fries hauptsäch- lich nur im Zeichnen geübt; bei seiner Rückkehr schickte ihn sein Vater nach Darmstadt , wo er bei Moller in der Optik und Perspektive Unterricht nahm und die ersten Versuche in der Öl- malerei machte. Jetzt trieb ihn sein rastloser Genius wieder an den Rhein und nach Tyrol und zuletzt auch nach der Schweiz , und 1823 unternahm er eine Reise nach Italien , wo er 1825 durch seine Ansicht der Villa Chigi allgemein Beifall erhielt. Im Jahre 1827 kehrte er in die Heimat zurück, wo er sich bald verheiratete und dann mehrere Jahre in München lebte, bis ihn 1831 der Großherzog zum Hofmaler in Karlsruhe ernannte.
Fries war Künstler im eigentlichen Sinne, er verstand die ge- heimnisvolle Sprache der Natur; seine Landschaften reizen nicht bloss das Auge, sie ergreifen das Gemüth mit jenem tiefen Seh- vermögen nach der Natur, welches zu erwecken die Aufgabe des Land- schafters ist. Bei ihm zeigt sich nichts von jener kleinlichen zierlichen Manier, in welcher alle die untergegangenen, deren Streben blos auf Effekt gerichtet ist, und die den unsichtbaren Geist nicht ahnen, welcher sich in den unendlichen Formen und Farbenspielen, in den magischen Tinten und Lichtern einer Landschaft offen- baret. Sein Styl ist streng und ernst, überall weiß er das Bedeut- same aufzufassen, und in seinem warmen, kräftigen, harmonischen Colorit verbindet sich Treue mit Gefühl, Poesie mit Wirklichkeit. „S. Kunstblatt 1833“
Die Bilder dieses Künstlers sind in verschiedene Hände übergegangen. Mehrere erwarben die Kunstvereine von Düsseldorf und Hamburg; letzterer neben kleineren Gemälden die grosse Ansicht vom Castell zu Massa. Der Senator Jenisch zu Hamburg hat das grosse Gemälde mit der Ansicht von Sorrent und als Gegenstück jene von Heidelberg. Die schöne Ansicht von Tivoli ist in der Sammlung des Fürsten von Thurn und Taxis in Regensburg. Seine jetzigen, vollendeten Bilder stellen Puzzuoli mit dem Golf von Bajä und das Cap Misene vor. Eine Abendlandschaft blieb unvollendet.
Sein erstes öffentliches Werk sind sechs Ansichten des Heidelberger Schlosses, 6 lithographirte Blätter in qu. fol. Auch nach Everdingen lithographirte er eine Landschaft, und nach Gangloff den Tod des Siegfried, sehr gr. qu. fol.
Er lieferte auch Zeichnungen zu den bei Engelmann in Heidelberg erschienenen Rhein- Neckar- und Maoselansichten. Von ihm sind auch die Ansichten in dem zu Heidelberg erschienenen Taschenbuch der Geschichte des griechischen Volkes.
Mit Thürmer radirte er eine grosse Ansicht vom Foro Romano.
Mehrere seiner Werke, sowohl Gemälde als Zeichnungen, sind mit einem Monogramme bezeichnet.
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