Freyberg, Elektrine Freifrau von

Freyberg, Elektrine Freifrau von, eine berühmte Künstlerin, die 1797 zu Straßburg geboren wurde. Von der Natur zur Kunst aufgefordert, fand sie schon als Kind am Zeichnen Lust, und geleitet von ihrem Vater, dem Landschaftsmaler Johann Stuntz, erkräftigte sie sich immer mehr. Sie wählte das historische Fach, und hierin entwickelte sie ein tiefes poetisches Gefühl. Zu ihrer Bildung trugen auch Reisen in Frankreich und Italien bei, und besonderen Nutzen zog sie aus ihrem Aufenthalte in Rom, wo die Künstlerin von 1821 bis 1822 verweilte. Sie wurde auch Ehren- Mitglied der Akademie von S. Luca, da man schon damals in Rom ihren grossen Werth anerkannte, und gegenwärtig behauptet sie in der Kunstgeschichte einen weit höheren Rang als die gepriesene Angelica Kaufmann. Frau von Freyberg übertrifft diese Künstlerin angenehmer im Gedanken, an Correctheit und Adel des Stils und in der Ausführung beurkundet sie eine Meisterhand. Im Colorite haben alle ihre Bilder einen mehr oder minder bräunlichen Ton, der jedoch weder der Wahrheit der Carnation, noch der Kraft der übrigen Farben Schaden thut, und ein überaus wohl- thuendes Helldunkel bewirkt. In der Mischung der Farben besitzt sie tiefe Einsicht, und sie weiss diese besonders angenehm und markig aufzutragen.

Diese Künstlerin malt mit Erfolg. Landschaften und Porträts, aber doch ist es besonders die Historie, in welcher sie sich mit Vorliebe bewegt. Ihre Madonnen sind von hoher Schönheit, An- muth und Lieblichkeit, und der Ausdruck aller ihrer Figuren ist tief gefühlt, doch fern von aller Sentimentalität, nach Maßgabe ernst und naiv, immer wahr. Man bewunderte mehrere ihrer Bil- der auf den öffentlichen Kunstausstellungen, denn sie gehören im- merhin zu den besten Erzeugnissen der modernen Kunst, und da- bei sind sie in Form und Gestalt von einer Lieblichkeit, die stets das Auge fesselt.

Elektrine Stuntz trat 1823 mit dem Baron Wilhelm von Frey- berg in ein eheliches Verhältniss, und so widmet sie jetzt ihre Zeit in München der Kunst und ihrer liebenswürdigen Familie. In letzterer Zeit beschäftigte sie sich mit mehreren Gemälden von bedeutender Dimension.

Man hat auch kleine geätzte Blätter von ihrer Hand und auch in der Lithographie hat sie sich versucht. Ein kleines Blatt mit der Vermählung der heil. Jungfrau ist mit E. bezeichnet; auf den mei- sten ihrer Gemälde aber ist ein Monogramm, das Elektrine von Freyberg, geborne Stuntz bedeutet.

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