Freudweiler, Heinrich, Bildniss- und Genremaler, geboren zu Zürich 1755, gest. . Sein erster Lehrer war der geschickte Landschafter Wüest, der ihn zunächst für sein Kunstfach bilden wollte; aber die Neigung des Jünglings ging mehr auf Darstellun- gen aus dem häuslichen Leben hin, ohne dabei in der Landschafts- malerei zurückzubleiben. Sein erster Versuch war ein komisches Stück in Hogarth’schem Geschmack; der zweite ein Mädchen, das sich mit Nähen beschäftigt u. s. w. Seine Kompositionen sind geistreich und natürlich, es fehlt aber den Figuren genaue und richtige Zeichnung, weshalb er jenen Rang nicht einnehmen konnte, den seine übrigen Talente, seine natürliche, geistreiche, oft sehr poetische Erfindungsgabe und sein markiger Pinsel ihm sonst zugesichert hätten. Er malte Landschaften, Gesellschafts- stücke und kleine Bildnisse und gab auch ein Paar Blätter illuminierte Schweizerprospekte in Aberli’s Manier heraus. Einige Conversationsstücke sind besonders wohl gelungen. Später fing er auch an, vaterländische Geschichte zu malen, wobei er seine Gegenstände nach seiner Weise geistreich und gefällig darzustellen, und den Mangel an gründlicher Festigkeit in der Zeichnung durch einfache natürliche Anordnung, durch warmes und harmonisches Colorit weniger bemerkbar zu machen wusste. Die Weiber und Mädchen von Zürich, die in kriegerischer Rüstung den Herzog Albrecht von Österreich täuschen, die Bewirthung der Zürcheri- schen Truppen unter Waldmann’s Anführung zu Bern, Waldmann’s Hinrichtung zu Zürich, die Schweizer unter Hans von Hallwyl, betend vor der Schlacht bei Murten, der Abt von Engelberg, der die Anstifter eines Aufruhrs begnadigt, gehören zu seinen gelungensten Arbeiten in diesem Fache. Er ist einer der ersten Stifter der Künstlergesellschaft seiner Vaterstadt. Eichler hat sein Bildnis gestochen. Auch das Gemälde, welches ihm zuerst Ruf erwarb, ist gestochen, unter dem Titel: Le solicitude d’une mere dans l’éternité. Es ist dieses ein allegorisches Denkmal der verstorbenen Gattin seines Lehrers Wüst, das so viel Beifall fand, dass sich der Künstler durch die Aufträge zu ähnlichen Darstellungen fast erschöpfte.
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