Franz von, eigentlich Frans de Vriendt, Historienmaler , geb. zu Antwerpen 1520, gest. daselbst 1570. Er war der Sohn eines Bildhauers Cornelis de Vriendt, und sprach anfangs die Bildhauerei ; fand’sich aber mehr zur Malerei gezogen, so trat er zu Lüttich in die Werkstatt des Lambecks, bei welchem er sich unter allen Schülern den meisten Ruhm erwarb. Auch malte er in der Weise dieses Meisters, veränderte aber seine Manier, als er in Italien Rafael und Michelangelo’s Werke sah. Damals gingen schon viele Deutsche und Niederländer nach Italien, um die Vorzüge der italienischen Malerei anzueignen. In der ausschliessenden Nachahmung des Michelangelo waren die meisten unglücklich und sie büssten ihren ursprünglichen Sinn für die treue Auffassung der Natur und häufig auch ihre gute Färbung ein. Die Werke derjenigen Maler, welche sich der Nachahmung des Rafael, Leonardo da Vinci und sonstiger großer italienischer Künstler befleißigten, sind nicht in dem Grade widerstrebend, zeigen aber demöhnlich auch Mangel an feinerem Verständnis der Form. Auch Flaris studierte im Rom neben der Antike die Werke des Buonarotti, und er nahm an der Zeichnung vieles von der Weise dieses Meisters an; doch war es besonders Rafael, den er zum Vorbilde nahm. Vasari erklärte ihn als den besten unter den niederländischen Malern und im Ausdrucke der Gemüthsbewegungen verglich er ihn mit Rafael. Sein Ruf folgte ihm in die Heimath, wo er sich den Ruhm des besten Zeichners der vaterländischen Schule und den Freundeskreis des niederländischen Rafael’s erwarb, doch muss man nicht glauben, dass in seinen Gemälden die hohen Vorzüge jenes Meisters zu finden seien.
Seine Bilder fanden ungeteilten Beifall, und er wurde mit Bestellungen überhäuft, aber die vollkommenen Gemälde dieses Künstlers sind äußerst selten, theils weil er nicht gerne mit der fleißigen Ausführung sich abgab, theils wegen seiner Liebe zum Weine, der ihn zu Schritten verleitete, die ihn in den Augen der gebildeten Welt herabsetzten. Dieses Übel war bei ihm so verbreitet, dass ihn selbst die poetische Epistel nicht heilte, die Coornhert gegen ihn schrieb.
Die technische Fertigkeit dieses Künstlers war bedeutend und daher gebrauchte man ihn bei grossen Decorationen, Triumphbogen und zu andern festlichen Verzierungen. Er malte die Triumphbögen beim Einzuge Karl V. und Philipp II. in Antwerpen. Er leitete auch eine grosse Schule, deren Zöglinge für ihn arbeiteten. Das reichhaltigste Verzeichniss der Werke dieses Künstlers gibt Descamps. Viele sind noch in den Niederlanden, und auch in Deutschland sind solche zerstreut. Zwei vorzügliche Werke sind in der k. k. Gallerie zu Wien: Der Fall der ersten Menschen und ...
die Vögel im Jenseits aus dem Paradiese. Dasselbe ist auch das
einer Dame mit dem Hunde, und das eines bärtigen Mannes mit
dem Falken. ‚
In der k. Galerie zu Dresden ist neben andern eine „Erscheinung
und die Anbetung der Hirten, und auch im k. Museum zu
Berlin sind Bilder von seiner Hand. Die nackte Venus, welche
den Amor umarmt, Lot und seine Schwestern, Vulcan, wie er den
versammelten Göttern die auf dem Lager gefesselte Venus und
Mars zeigt. er malte 1400
Sandrart erwähnt neben andern schönen Stücken ein ‚prächtliches
Bild, welches zu Middelburg bei Melchior Wyntgis zu sehen war.
Sandrart sagt, dass es die neun schlafenden Musen vorstelle, allein
diese werden nie schlafend dargestellt, und so könnten hier die
klugen und törichten Jungfrauen zu veraten seyn. Ein solches
8 Fuß langes und 4 Fuß breites Gemälde brachte der verstorbene
Bibliothekar der k. Hof- und Staatsbibliothek zu München, Bernhard,
aus der Pilgram’schen Sammlung an sich, und er glaubte,
dass dieses jenes von Sandrart gerühmte Gemälde sei. Es befindet
sich noch in München bei den Erben desselben. Dieses Bild zeigt
einige schön gezeichnete Formen, doch kommen diese Rafael’schen
Gestalten bei weitem nicht bei, und auch im Ausdrucke stehen sie
denen des grossen Urbners nach, obgleich die wachenden im All-
gemeinen in Stellung und Geberde lebendig sind. Auch die Schla-
fenden sind gut dargestellt; doch hat das Bild gelitten. Es trägt
das gewöhnliche Monogramm des Künstlers. 1400
Hieronymus Coock gab eine Reihe von Blättern nach Handzeich-
nungen dieses Künstlers heraus, von denen schon Vasari einige
sah. Sie stellen biblische Gegenstände, die Arbeiten des Herkules,
die Tugenden, mythologische und allegorische Compositionen dar.
Auch 15 Blätter mit reichen Grabmälern gab J. Coock nach der
Erfindung dieses Künstlers heraus, unter dem Titel: „Veelderley
niewe inventien van antiq. Sepulturen“, fol. Interessante Blätter.
PapiNION erwähnt seiner fälschlich unter den Formschneidern,
während er nur Zeichnungen für diese lieferte. Ein Hell-Dunkel
mit Saul und David ist bezeichnet; Franciscus Floris Inventor Iu-
doce de Cüuria excudebat. 1555.
In Kupfer hat Floris jedoch gestochen, aber sehr wenig. Man
kennt von ihm eine Victoria mit Trophäen und Gefangenen darge-
stellt; bezeichnet: Fr. Floris lec., qu. fol. H DE
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_WYPrAAAAMAAJ