Francucci, Innocenzio

Francucci, Innocenzio, genannt da Imola von seinem Ge- burtsorte. Das Jahr seiner Geburt kennt man nicht, doch weiss man, dass seine Blüthezeit zwischen und 1549 falle, und sein Leben soll er bis auf 56 Jahre gebracht haben. Er ist der beste unter F. Francia’s Schülern und auch bei Albertinelli soll er sich um- gesehen haben, wie Vasari benachrichtet. Auch für Rafael’s Schü- ler könnte man ihn halten, wenn man auf den Styl seiner Werke Rücksicht nimmt. Dieser Künstler malte viele Altarbilder im Ge- schmacke des 15ten Jahrhunderts, aber nach dem Beispiele des Frate und Andrea stellte er die heil. Jungfrau hoch, ohne die al- ten Goldgründe und um sie herum vertheilte er die Heiligen in kunst- reichen Gruppen. Die Stufen und den leeren Raum nehmen die Engel ein, und den Grund macht manchmal ein alterthümliches Bauwerk oder eine anmuthige, gut in Perspektive gesetzte Land- schaft aus.

Francucci lebte gewöhnlich in Bologna und hier gewann durch seinen Einfluss die Malerei grossen Aufschwung. In S. Michele in Bosco war ehedem das ausserordentliche Gemälde, das jetzt in der Gallerie zu Bologna aufbewahrt wird. Dieses Bild, das so schön ist, als hätte es Rafael in seiner besten Zeit gemalt, wurde von den Franzosen mitgenommen und in die Mailänder Gallerie ge- bracht; beim Wiener Frieden gab es aber der Kaiser der Stadt Bologna zurück. Im oberen Raume sieht man die Madonna und Engel, himmlisch schöne Gestalten, und auf der Erde steht St.

Pietro

Francucci. — Frank, Sigmund. 468

Michel. mit 8 Pietto und S. Beikedetto; erbterer al Kidkälischde

Streiter, /der den Fürsten der Hölle erlegt; * aber mit dem Wusdru-

cke ejnes leidenschaftslosen Vollziehers der göltlißhtn‘6.&nfl&eit.

Man ‘hatı 4en :Künstler getadelt;, : dass ep!|den-Engel ' j&nem Rafael’s

für Franz 1.zu ähnlich gemacht habe ‚rallein; wenn ' dersKünstler

auch hier copirte, so wusste. er. doch der' geborgten Gestaltrein .ei-

genthümliches Gepräge aufdrücken. . Rafael’s:) Engel-ist; £üdhender

argestellt , jener/ des Innocenzio milde. - Gestochen ist!ldieses Bild

von: A. Marche. in der..Pinacoteca di:Bologna. - !ssdnignid . nn

In der Akademie zu Bologna ist. vön :senier Hıad aiıchseite: Vermählung der :heil. Catharina, ein:Bild:von-höher Schönhbitr:“Alles

äst: im Style Rafael’s gezeichnet undsdie Köpfe sind vollreitzender An-

muth. Sein Umgang mit!'Rafael, Fra Bartolomeo. und Alberfinelli

hatte auf ihn . überhaupt einen: grossen: Einfluss, ' "&ber er .ist.nicht

‚ als Eklektiker anzusehen, wofür ihn Lanzi I1 38 zw halten: scheint ;

er. verdankt diesen . Männern. wohl viel} aber ‚er ‚entwickelte! und

‚reifte..in/ ihm. selbst seine ‚eigenthümlichen edien; Anlagen; wie

Quandt-(Anerkennung zum Lanzi): sich überzeugt fühlt: . uo7

In Italien finden sich noch möhrere andere 'fiilder= vom udiesem

Meister, weniger sind solche im Auslande. ‚im k. Müseum zu

Berlin ist eine Maria in ‚der: Herrlichkeit ; / von! Cherubim Aämge-

hben., Unten rechts S, Alo und links Petronius , ‚beide än! Vereh-

rung.. : Mit. der. Giustinianischen Sammlung kamen’nech zwöei an-

dere Bilder da Imola’s nach. Berlin: die Vermählung‘ der !.heil.

Catharina und eine heil. Familie.. ' Auch: in ; der Eremitage:izu St.

I’etersbur&isl: eine Vermählung der heil. Catharina, :

Giordani 'gab. 1819 zu Mailand ein ! Werk:heraus:: Sulle

pitture d’Innocenzo Francucci da Imola. Disgorsistreis.s:

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