Franceschini, Baldasare, Historienmaler , genannt Il Volterrano von seinem Geburtsorte, und zwar der jüngere, um ihn von Ric- ciarelli zu unterscheiden. Er wurde 1611 geboren und von M. Rosselli in der Malerei unterrichtet, da er an der Sculptur, worin ihn sein Vater bei C. Daddi ausbilden lassen wollte, kein Be- hagen fand. Später studierte er auch Correggio’s Werke und an- dere lombardische Meister, und so wurde er selbst ein trefflicher Künstler, besonders in großräumigen Bildern. Seine Kuppel in S. Croce zu Florenz soll selbst Lanfranco’s Bewunderern noch Ach- tung einflössen, und sein Bild des Elias in S. Maria Maggiore erinnert in der Verkürzung an Tintoret’s berühmtes Gemälde des heil. Rochus. In seinen Compositionen herrscht Feuer, aber Über- legung, und auch in der Zeichnung erlangte er nach und nach durch das Studium mehrerer Meisterwerke Freiheit und Grossar- tigkeit. Seine Färbung ist angenehm und harmonisch, die Perspek- tive genau beobachtet und überall leitete ihn eine grosse Bravour des Pinsels, wie sie den Maschinisten seiner Zeit eigen ist, wo man sich viel darauf zu Gute that, in Bälde grosse Räume mit Wohlgetfälligkeit auszufüllen zu können. Allzu grosse Correktheit darf man in solchen Werken nicht suchen.
In Cabinetsstücken gefiel Franceschini weniger; er gab sich nicht große Mühe in der Vollendung. Der Großherzog und die adeli- gen Häuser in Florenz haben sehr viele solche Bilder. Im groß- herzoglichen Palaste zu Florenz sind große Frescobilder von ihm, die Thaten der Medicäer vorstellend, gestochen von P. A. Kilian, M. Preisler und G. Giampicoli.
Auch Altarbilder malte er und unter diesen offenbaren folgende am meisten die Verdienste des Urhebers:
S. Filippo Benizi in der Nunziata zu Florenz, der Evangelist Johannes, eine schöne Figur mit andern Heiligen in S. Chiara zu Volterra, der heil. Karl, wie er den Pestkranken das Abend- mahl reicht, in der Nunziata zu Prescia, und einige andere hin- länglich vollendete Bilder.
Mehrere seiner Gemälde wurden gestochen von Gredi, Fiessinger, C. Gregori, S. Molinari, J. Trabellesi, J. Zucchi, Wrenk, F. Ravenet. Er selbst hat ein Blatt geätzt: Christus, der seine Seitenwunde zeigt, nach seinem oft kopierten Gemälde. Der Künstler starb 1689.
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