Francesca, Pietro della. — Franceschetti, Giovanni
Doms zu Rimini ist das nicht mehr ganz unberührte Hauptbild,
das Fresco mit Sigmund Malatesta vor seinem Schutzpatron, be-
zeichnet: Petri de Burgo Opus MCCCCLI. In der Domsakristei
zu Urbino trägt die Geisslung Christi folgende Inschrift: Opus
Petri de Burgo sci sepulcri. Dieses Bild ist längstens gefer-
tiget. In diesem Jahre scheint der Künstler zum wiederholten
Mal in Urbino gewesen zu seyn.
Auch in Arezzo sind Werke vor della Francesca. Hier vollen-
dete er die umfassendste aller seiner Schöpfungen, die Legende
von der Auffindung des Kreuzes, im Chor von St. Francesco. Die-
sem Werke haben Knobheit und Nachlässigkeit mehr geschadet, als
die Zeit doch wurden noch keine Restaurationsversuche gemacht.
Von andern Sachen, welche Vasari noch in und um Arezzo auf-
führt, ist jetzt nur noch die, heil. Magdalena an der Thüre der
Domsakristei erhalten.
In Perugia bewahrt die Akademie nur ein Bild von ihm, die
thronende Maria, zu den Seiten Johannes der Täufer , die heil. Ro-
salia und Franz.
— In den Uffizi zu Florenz sind die interessanten Profilportraits des
Grafen Friedrich von Montefeltr und seiner Gemahlin Batista.
Einige seiner Werke sind im Kunsthandel. Vergl. Kunstblatt
- Nro. 85 (Gaye.)
Seine Bilder sind nach Rumohr’s Versicherung (ital. Forsch. II.
- wirklich mit Fertigkeit gemalt, doch sehr manierirt, also von
keiner großen Bedeutung, wie auch diejenigen, welche man im
Kunsthandel zu Arbeiten dieses Künstlers gestempelt hat. Sie sind
nicht frei von Härte der Alten, kleinlich im Faltenwurfe, die
Füsse aber sind gut verkürzt, obgleich weit auseinander stehend.
Lanzi sagt, dass sich darin in Zeichnung, Haltung und Colorit
der Figuren jener Styl andeutet, den sein Schüler Pietro Perugino
verbesserte und Raphael vollendete. Allein es ist noch ungewiss, ob
Piero Perugino’s Lehrer war, und kein italienischer Geschichtschrei-
ber und Topograph weiß recht eigentlich anzugeben, welche Rich-
tung dieser Künstler verfolgt, in welcher Manier er gemalt habe.
Des merkwürdigen Bildes des hl. Sigmund, zu dessen Füssen Sig-
mund Malatesta findet, erwähnt ebenfalls Lanzi. Dieses Wandbild,
so wie ein anderes mit der Geburt Christi daselbst, ist so im Cha-
rakter des della Francesca ausgeführt, dass man auch dieses ihm
zuschreiben möchte.
— Zu Ferrara malte er im Palazzo di Schivanoja, und auch nach
Rom wurde er berufen, wohin damals die Päpste von Avignon ih-
ren Sitz wieder verlegt hatten. Er arbeitete unter Nicolaus V. in
den vaticanischen Zimmern, die Gemälde wurden aber unter Ju-
lius II., zerstört, um Raphael Platz zu machen. Auch weiß man
nicht, was sie vorgestellt haben. Dr. Fea lässt in der Nuova de-
scrizione di Roma: den Künstler gar noch im Pontificate Julius II.
arbeiten, was aber unmöglich ist, da dasselbe erst 1503 begann,
wo Piero lange nicht mehr lebte. Auch sagt Vasari ausdrücklich,
dass Francesca unter Nicolaus V. nach Rom gekommen.
Der Tod ereilte ihn zu Borgo S. Sepolcro.
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