Francesca, Piero della

Francesca, Piero della, oder Piero Borghese, Maler, dessen Lebenszeit nicht ganz genau bestimmt werden kann. Sein Geburts- jahr muss um zu suchen sein, denn er malte noch , und im 60. Jahre soll er erblindet sein, ein Zustand, in welchem er noch bis lebte. Er widmete sich schon in frühen Jahren der Ma- thematik, und als er hierin den Grund gelegt hatte, lernte er ma- len. Seinen Lehrer kennt man nicht, und man vermuthet, dass er als Sohn einer armen Wittwe in seiner Geburtsstadt Borgo S. Sepolcro bei dunkeln Meistern Unterricht erhalten habe, und sei- nem eignen Talente alles verdanke. Vasari sagt, dass dieser Künstler am Hofe des alten Guidobaldo Feltro von Urbino geglänzt habe, für welchen er aber nur kleine Bilder malte. Besonders rühmt man ein Gefäss nach vier Ecken und Seiten dargestellt, dass man Bo- den und Mündung von vorn, von hinten und von den Seiten sichtbar, erstaunlich, aber nicht unmöglich, wenn die Zeichnung eine flache, von oben herab geschene Schale vorstellt, wie Quandt zum Lanzi I. 332 nota 20 bemerkt.

Ausser der Perspektive, welche er nach Angabe einiger Schrift- steller zuerst in Italien wissenschaftlich und nach Grundsätzen be- handelt haben soll, während ihm van ’Eyck schon vorangegangen, verdankt ihm die Malerei viel in Lichtwirkungen, in verständiger

  • Andeutung der Musculatur, und im Gebrauche irdener Modelle, die er mit Zeugen bekleidete, ohne jedoch dem natürlichen Zuge der Falten zu folgen. Er liebte den kleinlichen Faltenbruch, der auch in Deutschland erscheint, doch hätte er Masaccio’s Anmuth, sagt Lanzi, so würde er diesem beinahe gleichgestellt werden.

Im Jahre 1835 gab F. Dragomanni die Vita di Pietro della Fran- cesca pittore dal Borgo Sansepolcro, scritta da G. Vasari heraus, ein Werk, das durch die Noten wichtig ist, und der Vorläufer einer grösseren Biographie dieses Künstlers. Hier sind die Werke be- schrieben, welche sich von diesem Künstler in S. Sepolcro noch erhalten haben. In der Kirche della Misericordia ist die Ma- donna des Namens; am Hauptaltare von S. Chiara die Assunta; in der Sakristei des Doms die Taufe Christi, und im Hause Fran- ceschi das angebliche Bildnis des Künstlers.

Bedeutender ist das Wandgemälde der Auferstehung Christi, jetzt im Monte di Pieta, und der heil. Ludwig, lebensgrosse Figur im ersten Saal des K. Tribunals. Dieses Bild benachrichtet in der Inschrift, dass es 1460 gemalt sei, und daher ist Vasari’s Angabe, dass der Künstler 1458 erblindet sei, unrichtig.

Alle diese Werke sind von Francesca’s Hand, und damit stim- men die folgenden überein. In einer verschlossenen Capelle des

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