Fragonard, Alexander Evarist

Fragonard, Alexander Evarist, Historienmaler und Bildhauer zu Paris , der aber 1783 zu Grasse (Var) geboren wurde. Er bildete sich unter David’s Leitung, und die Forschritte, die er machte, waren seinem Talente angemessen. Er hatte daher schon vor 1819 vier Medaillen der ersten Klasse erhalten, und in dem bezeichneten Jahre wurde er bei Gelegenheit der Kunstausstellung zum Ritter der Ehrenlegion ernannt.

Fragonard ist ein Künstler, der sich beim Publikum eines grossen Rufes erfreut, aber in den Augen der Künstler wird ihm bei weitem nicht dieselbe Gunst zu Theil. Er bemüht sich nicht, der Natur zu folgen, nur seine Einbildungskraft zieht er zu Rate. Seine Welt ist eine ideale, und in derselben durchkreuzen sich Erscheinungen und Wirkungen, die oft etwas Phantastisches haben. In der Anordnung seiner Gemälde ist er ein getreues Abbild der modernen französischen Schule, er ist theatralisch affektirt. Aber bei allen seinen Verirrungen erkennt man doch den Mann von Geist und Talent. Er ist gewöhnlich glücklich in der Wahl der Motive und ausserordentlich keck und sicher in der Ausführung. Seine Werke machen auf den grösseren Theil den beabsichtigten Eindruck, aber denjenigen, die die Einfachheit in der Composition, Erhabenheit

in Charakter und Zeichnung, und ruhige Besonnenheit suchen, lassen Fragonard’s Bilder viel zu wünschen übrig.

Zu seinen vorzüglichsten Werken der Malerei gehören: Die Bür- ger von Calais vor Eduard im Zelte; Maria Theresia, wie sie den ungarischen Magnaten ihren Sohn vorstellt; der Einzug der Jung- frau von Orleans; Scenen aus dem Leben Franz I, am Plafond des Musée Dauphin, und eine Anzahl anderer Werke von grosser Dimension, welche er für die Regierung und für die königlichen Prinzen ausführte.

Fragonard hat auch grosse Zeichnungen ausgeführt, die in den Besitz des Königs kamen, und auch Lithographien kennt man von ihm. Von den ersteren wurden gestochen: Heinrich IV. bei Ga- brielle, von Giraud; Heinrich IV. als Kind, von Allais; der Tod des Herzogs von Berry, von Girardet; die Geburt des Herzogs von Bordeaux, von Lignon;

Werke von Fragonard’s Hand findet man auch in öffentlichen Gebäuden zu Paris, im Louvre, im Luxembourg, in den Gobe- lins, im Palais-royal, zu Versailles, Amiens, Orleans, Strassburg, Besançon in der Gallerie des Herzogs von Orleans etc.

Das Gouvernement gab ihm den Auftrag, die Flucht nach Äg- ypten, die Taufe des Clodwig, die Anbetung des Jehova durch die Engel und andere Gemälde zu malen, für den Louvre und für St. Genevieve bestimmt, die aber 1830 noch nicht alle vollendet waren. Im sechsten Saale des französischen Museums stellte er an der Decke Franz I. und die Königin von Navarra dar.

Er fertigte auch viele Zeichnungen; früher für den Stich des Musee français, und später für die voyage pittoresque et romantique dans l’ancienne France, u. S. w.

Noch haben wir seiner plastischen Werke zu erwähnen. Von ihm ausgeführt ist der Fronton der Kammer der Deputirten, eine colossale Statue des Pichegru, die Fontaine am Platze Maubert, das Basrelief, welches den Handel vorstellt, am Brunnen des Ba- stille-Platzes etc.

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