Fosse, Carl de la, Maler, der zu Paris 1640 geboren wurde, durch die Verwendung seines Meisters Lebrun in den Stand ge- setzt; mit königlicher Unterstützung nach Italien zu reisen, machte er in Rom einige Studien, wählte sich aber hierauf in Venedig die Meister jener Schule zum Muster, aber nicht ihre großen, son- dern den C. d’Arpino, Merigi und ihre Nachahmer. Die Kunst war unter diesen Meistern schon im Verfalle begriffen und auch La Fosse folgte dem Strome. Er liebte bunte und unru- hige Farben, befliss sich einer sicheren Pinselfertigkeit, verfiel aber im Übrigen nach der Weise seiner Zeit in die Ausschweifungen der Manier.
Nach seiner Rückkehr fand er in Paris Aufträge und Beifall, und 1673 nahm ihn auch die Akademie zu Paris unter die Zahl ihrer gleichgesinnten Mitglieder auf. Nachdem er bereits mehrere Werke ausgeführt hatte, ging er nach London , um im Palaste des Herzogs von Montague zwei grosse Deckenstücke zu malen: eine Götter- versammlung und die Apotheose der Isis.
Dieses geschah kurz vor 1600, und hierauf kehrte er, ungeachtet der scheinhaften Anträge Wilhelms II., in das Vaterland zurück. Im bezeichneten Jahre malte er in der Kuppel der Invalidenkirche den heil. Ludwig, wie er Christus den Speer darreicht, mit dem er seine Feinde bekämpfte, ein Gemälde von grellen Farben, von uncorrekter Zeichnung, ohne Grossheit und wahres Verdienst, aber dieses Machwerk bezauberte doch die Pariser, die sich damals um Harmonie um bezeichnenden Ausdruck und um Richtigkeit eines Kunstwerkes wenig bekümmerten. Es war reich an Farben und keck hingestrichen, und folglich schön in den Au- gen der damaligen Zeit.
Dieses Werk verschaffte dem Künstler wieder zahlreiche Aufträge, nur nach dem Tode seines Gönners Mansard fiel Muchel, Jouvenet, und den Boulogne zu. Unter der Menge seiner Arbeiten hebt man die unbefleckte Empfängniss im Kloster dieses Namens und die Geburt der Maria, die La Fosse an der Decke der Gallerie Crozat malte, hervor. In Notre-Dame zu Paris sieht man eine Anbetung der Magi.
Dieser Künstler wird in verschiedenen älteren Schriften mit grossem Lobe erhoben, allein unsere Zeit beurteilt ihn strenger. Wattelet nennt sein grelles Colorit Zauberei der Töne; die fehlerhafte Zeichnung und die ungefällige Gewandung will er durch die Grossartigkeit der Composition übersehen machen, und die lebendigen unwahren Tinten gefielen ihm wohl gar. In La Fosse’s Werken ist nur der Flitter der Manier herrschend und nur selten
finden sich Anklänge an die besseren alten Meister, Wahrhaft
schöne Gestalten, zum reinen Ideal erhoben, sind bei ihm fremde
Dinge. Mehrere seiner Compositionen wurden gestochen, wie es
denn bei einem so großen Modemaler nicht anders kommen konnte.
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