FOPPA VINCENZIO, Historien-Maler

FOPPA VINCENZIO, Historien-Maler, den Vasari Zoppa nennt. Dieser Künstler wurde zu Brescia geboren, wie aus seiner Grab- schrift im Kloster des hl. Barnabas daselbst erhellet. Man liest nämlich hier: „EXCELLENTISS. AC. EXIMII. PICTORIS, VIN- CENTII. DE FOPPIS. CI. BR. .“ Auch in Calepinus Lexicon 1505 wird er unter dem Worte „pingo“ Vincentius Brixianus ge- nannt, und Lömazzo ist daher im Irrthum, wenn er den Künstler zum Mailänder macht. Indessen ist er gleichsam der Stifter der mailändischen Schule, in welcher er unter Filippo Visconti und Francesco Sforza eine Rolle spielte. Über das Geburtsjahr ist man ebenfalls nicht einig, und die Angabe, dass Foppa schon gemalt habe, muss unrichtig sein, da er erst 1402 starb, wie die angezeigte Grabschrift beweiset, wenn man nicht einen älteren Künst- ler dieses Namens annehmen darf. In Morelli ’s Notizie d’opere di di- segno wird eines Vicenzo Bressiano vecchio erwähnt, allein es ist dadurch doch nicht bestimmt, dass es einen älteren Künstler die- ses Namens gegeben, es ist wohl nur im Allgemeinen vom alten Vin- cenzo die Rede. Die Tätigkeit des Foppa kann erst ab 1450 be- gonnen haben, und jenes Bild mit dem Gekreuzigten zwischen den Schächern, das mit Vincentius Brixiensis fecit 1455 bezeichnet ist, ist eines seiner früheren. Auch in der Lebensgeschichte dieses Künstlers herrschen Mährchen, deren Erfindung man dem Lomazzo beilegt. Dieser behauptet, Foppa habe die Verhältnisse seiner Fi- guren von Lysippus entnommen, aus seinen Schriften habe Brasante die Perspektive gelernt, und ein Buch daraus gemacht, welches dem Raphael, Polidoro, Gaudenzio förderlich gewesen. Albrecht Dürer, und Daniel Barbaro sollen Foppa’s Erfindung benützt, und ihn bestohlen haben. Diese Behauptungen hat zum Theil schon Pagave in den Anmerkungen zu Vasari III. 233. widerlegt, und sie beruhen auf dem Wahne, dass Foppa vor Piero della Francesca gelebt, durch welchen in Italien die Perspektive Fortschritte gewann, und auch Foppa wendete darauf sein besonderes Augenmerk. Aus- serdem hat er auch in Zeichnung des Nackten und der Köpfe einiges Verdienst, und auch in der Draperie und in Verschmel- zung der Farben ist er zu loben, im Ausdruck und in der Bewe- gung aber ist es ihm nicht sonderlich gelungen. Für das Siechenhaus zu Mailand malte er einige Bilder auf Leinwand und in der Kirche der Brera das Martyrthum des hl. Sebastian in Fresco. Auch in Gallerien findet man noch Bilder von ihm.

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