Fontana, Prospero. Maler von Bologna

Fontana, Prospero. Maler von Bologna , wo er 1512 geboren wurde, Francucci war sein Lehrer, und hierauf setzte er seine Studien unter Tibaldi fort. Sein Wirkungskreis war gross, aber er fällt in die Zeit des Verfalls der Kunst, und er selbst trug dazu bei. Als Gehülfe Vaga’s und Vasari’s gewöhnte er sich an Flüchtig- keit, und er setzte, wie letzterer, einen Vorzug darauf, in kurzer Zeit recht viel malen zu können, wobei von gründlicher Überlegung und gediegener Ausführung nicht die Rede sein kann. Er wurde mit bedeutenden Aufträgen beehrt, allein er lässt in der Ausführung unendlich viel zu wünschen übrig. Er hatte zwar eine reiche Phantasie, aber durchaus keinen Fleiss. Seine Zeichnung ist nachlässig, die bei einem Geschwindmaler, wie Fontana, wohl nicht besser sein kann. So malte er im Hause Vitelli zu Castello in wenig Wochen einen Saal voller Familienthaten. Solche Bei- spiele kamen bei ihm auch in Rom vor, in der Villa Giulia und im Palazzo Toscana auf Campo Marzio, wie in mehreren Häusern Bologna’s. Zu dieser großen Eilfertigkeit trieb ihn einerseits seine Liebe zum Aufwande, und eben diese Prachtliebe war es auch, die ihm in der letzten Zeit seines Lebens Noth bereitete. In letzter Zeit wurde er nur spärlich mit Aufträgen bedacht, denn diese entrissen ihm seine ehemaligen Schüler, die Carracci.

Sein bestes Bild, in welchem er zur Zeit des Verfalls der Kunst noch als guter Meister sich zeigt, ist die Erscheinung des Herrn in alle grazie, wo er in der Leichtigkeit, in der Grossartigkeit und in der Heiterpracht an Paolo Veronese erinnert. Indessen erwarb ihm nicht so sehr die Historienmalerei, als die Portraitmalerei sein grosses Ansehen, und seine Bildnisse stehen daher noch in grösserer Achtung, als seine Kirchenbilder. Dieser Gabe wegen stellte ihn Buonarotti, dem Papste Julius II., vor, und dieser stellte ihn als Hofmaler an, so wie er auch den drei folgenden Päpsten in gleicher Eigenschaft diente.

Fontana starb 1597.

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