Fontana, Johann Baptist, Maler und Kupferstecher vom Ve-
rona, dessen Geburts- und Todesjahr unbekannt ist, denn man kann
nur aus den Jahrzahlen seiner Blätter auf seine Lebenszeit schließen. Zwölf derselben sind nämlich von 1550 — 1579, die übrigen
tragen keinen Datum, und sie können theils vor 1550, theils
nach 1579 entstanden sein.
Bartsch XVI, 215. u. f. beschreibt von diesem Künstler 68 Blätter,
von denen man aber nicht bestimmen kann, dass sie alle wirklich
von Fontana herrühren. Sie sind in der Arbeit verschieden, und
lassen auf verschiedene Stecher schließen, wenn nicht oft der
Künstler nach grüsserer Übung auch bessere Werke zu Stande
brächte, oder bei zunehmendem Alter in seiner Kunst abnähme.
Ein anderer Umstand ist der, dass unter den 68 Blättern bei
Bartsch nur 4 mit B. Fontana incidebat bezeichnet sind; auf
den übrigen nennt er sich nur Inventor, und diese Blätter gehören
wenigstens der Zeichnung nach unserem Künstler an. Seine
Compositionen sind grösstentheils reich, die Figuren mager, und
die Draperie manierirt. Den Köpfen fehlt es an Ausdruck, auch
sind sie nachlässig in der Zeichnung. Er brachte häufig Pferde
an, aber auch diese sind nicht von der besten Zeichnung. Im
Grunde ist meist Landschaft.
Im Stiche sind die Blätter ungleich; die einen mit leichter Na-
del gefertigt, die andern sorgfältiger ausgeführt; immer aber ist
damit auch der Stichel vereiniget.
Fontana soll lange in Venedig gelebt haben, zuletzt aber nach
Wien gegangen sein, wo er im Dienste des Kaisers starb.
Das Gesicht des Ezechiel von der Auferstehung der Todten, 1570.
H. 14 Z., Br. 19 Z. Hauptblatt,
Die hl. Jungfrau mit dem segnenden Kinde, links ein grosser
Baum, 1573. H. 7 Z. 4 L., Br. 5 Z., 0 L.
Die hl. Familie, 1560. H.7 Z. 4 L., Br. 5 Z. 5 L.
Landschaften mit Darstellungen aus dem Leben Jesu, 7 Blätter,
£ Z. und einige Linien hoch, 10 — 11 Z. und einige Linien
reit.
Die Kreuztragung nach D. Campagnola. Baptista fontana fa-
ciebat. H. 15 Z., Br. 24 Z.
Der Calvarienberg, reiche Composition. Jo. Baptista fontana
veronen. pictor. H. 13 Z. 2 L., Br. 16 Z. 6 L. Sehr selten.
Es gibt davon eine geringe Copie.
Die Auferstehung Christi, Schönes Blatt, dessen Zeichnung D. Fontana incidebat. H. 11 Z. 5 L., Br. 9 Z. 10 L. Leichnam Christi von zwei großen Engeln unterstützt, 1573. Das jüngste Gericht. H. 20 Z. 6 L., Br. 35 Z. 4 L. Die Heiligen. Joh. Baptist, Martin, Peter Martyr und Paul der Eremit, auf eben so vielen Blättern, 6 — 7 Z. und einige Linien hoch, 5 Zoll und einige Linien breit. Der hl. Martinus zu Pferd teilt seinen Mantel, ein schön ra- dirtes kleines Blatt. Die Geschichte des Romulus und Remus, 27 Blätter, H. 5 Z. 2 L., Br. 6 Z. 9 L. Die alten Drucke sind ohne Nummern, Heraclit und Demokrit betrachten das Elend und die Narrheit der Welt. H. 9 Z. 2 L., Br. 14 Z. 2 L. Die Gefährten des Aeneas kämpfen gegen die Diener des Königs Latinus, H. 11 Z. 6 L., Br. 15 Z. 6 L. Das trojanische Pferd. H. 41 Z., Br. 16 Z. Diana den Orion verfolgend, nach Titian. H. 8 Z. 4 L., Br. 6 Z. Die Parzen, ohne Namen. H. 8 Z. 5 L., Br. 7 Z. Andromeda von Perseus befreit, nach Titian. H. 7 Z., Br. 6 Z. Andromeda am Felsen, 1560. H. 13 Z., Br. 0 Z. 8 L. Acht verschiedene Blätter mit Caralieren, Soldaten etc. H. 3 Z. L., Br. 4 Z. 10 L. Der Berg Sinai. J. Baptista Fontana incidebat, 1790. H. 13 Z., Br. 19 Z. Selten. St. Agatha, von Zanetti als eigenhändiges Blatt Fontana’s er- wähnt, 1560. Fontana, Julius, ein unbekannter Künstler; von Verona, dessen Name aber auf einem Blatte steht, welches Sori u. a. ohne dem Joh. Bapt. Fontana zuschreiben. Es stellt den Kampf der Venetianer mit den Kaiserlichen zu Cadore vor, bezeichnet: Titianus inventor Julius Fontana Veronen — Apresso Luca Guarimoni, 1569. H. 10 Z., Br. 20 Z. 3 L. Im Stich erinnert es an das Blatt mit dem Kalvarienberg, der dem J. B. Fontana zugeschrieben wird, Letzterer nennt sich da- rauf: Jo Baptista pictor, und somit könnte es Julius nach ihm ge- stochen haben. Er könnte mit Seb. Julius Cäsar, dem Sohne des Architekten Domenico, eine Person seyn. Ein Cäsar Fontana ätzte Grabmäler und Leichenbegängnisse. Fontana, Domenico Maria, Maler, Zeichner und Kupfer- stecher von Parma, der um 1650 starb. Die Lebensverhältnisse dieses Künstlers sind unbekannt; auch verwechselt man ihn oft mit dem Architekten Dom. Fontana, und mit dem Kupferstecher J. B. Fontana. Moses mit den Gesetztafeln, nach Parmesano’s Gemälde in S. Maria della Steccata zu Parma: D. F. Fontana fec. fol. Die büssende Magdalena nach Vanni. Die Flucht in Ägypten in einer bergigen Landschaft. Fontana, Orazio, berühmter Majolica-Maler von Urbino. Der erste, der diese Kunst zur Bedeutung brachte, und zwar um 1540. Seine Gefässe gefielen in Form, Farbe und Zeichnung besonders. Er übte seine Kunst im Kirchenstaate und vornehmlich zu Castell.
durchaus, Die Gefässer, die er malte, sind mit O. F., bezeichnet. Über diese Buchstaben steht ein V, (Urbinas) und unter diesen F. (fecit.)
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