Folli, Melozzo da, Maler zu Felsin und einer der berühmtesten seiner Zeit. Er war Mantegna’s Mitschüler bei Squarcione, und das Fach, welches ihm den meisten Ruhm erwarb, war die Per- spektive, die er künstlich auf die Deckenmalerei anwandte, in welcher er gefällig zu täuschen wusste. In der Angabe seiner früheren Bildungsgeschichte herrschen abweichende Angaben. Sca- elli und Orlandi sagen, er habe sich nach den besten Alten ge- bildet, und obgleich wohlhabend, es nicht verschmäht, als Lehr- bursche und Farbenreiber in den Werkstätten guter Meister zu dienen. Andere machen ihn zu P. della Francesca’s Schüler, der in der Perspektive Ruhm besass, und nach Lanzi dürfte er auch den Bramantino gekannt haben, der in gleicher Kunst Ruf genoss. Mit der Bestimmung der Lebenszeit dieses Künstlers ist man eben- falls nicht im Reinen. Er war schon um 1450 in Rom beschäftigt, und nach Oretti soll er gestorben sein, während Paccioli in der Summa arithmetica behauptet, dass Melozzo noch gelebt habe. Nach diesen Angaben kann man also auf die Lebenszeit des Künstlers schließen.
durchbohren. scheine, und ein Gleiches; verhalte sich auch mit den Engeln, die mit zwei verschiedenen Bewegungen durch das Luft- gefüge schweifen. Dieses Gemälde fertigte er um auf Auftrag des Cardinals Riario, doch ist es längst nicht mehr an seiner Stelle.
Im Jahre 1711 musste es der neuen Aufputzung weichen; und nur einige Stücke der Wölbung wurden abgenommen und in den Quirinal gebracht. Auch einige Apostelköpfe wurden ausgesägt und in den Vatikan gebracht. Die von der Wölbung abgenommenen Fragmente sind jetzt wieder in der Sakristei von St. Peter aufgestellt. Der Hofmaler Ternite verfertigte in Rom interessante Zeichnungen darnach, die 1828 auf der Berliner Kunstausstellung grossen Beifall fanden.
In Rom waren ehedem viele und schätzbare Arbeiten von diesem Künstler, den die Zeitgenossen den unvergleichlichen Maler und den Glanz von ganz Italien nannten. Dennoch fand er keinen Biographen. Mehreres malte er an die Fagaden der Häuser, und dieses ging zu Grunde.
Er malte im Geschmacke Mantegna’s und der Paduaner Schule, er sah auf schöne Auswahl der Formen, gab seinen Figuren Be- wegung und war gut im Helldunkel und im Colorite. Besondere Stärke hatte er aber in der Verkürzung. Die Gestalten hatten Würde und Grösse.
Vasari spricht von einem Francesco de Mirozzo aus Forli, der mit unserm Melozzo eine Person seyn dürfte; Lanzi aber glaubt, dass jener Marco Ambrogio, genannt Melozzo di Ferrara, von Melozzo da Forli zu unterscheiden sei. Dieser Ferrareser würde mit dem Erfinder der Luftperspektive verwechselt.
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