Fogolino, Marcello, Maler und Kupferstecher der alten venetianisch- paduanischen Schule, der zu Venedig um lebte, aber schön um arbeitete... Unter diejenigen Künstler und Meister der älteren Kunstperiode, deren Dasein, wie die Nachrichten von ihren Wer- ken, in Dunkel gehüllt sind, und über welche nur zu oft Irrun- gen in den Kunstschriften vorkommen, gehört auch Fogolino. Dieser Künstler ist im Allgemeinen als Maler nicht sehr bekannt, noch weniger dadurch, dass er durch einige Kupferstiche (wo sein Name völlig ausgeschrieben sich befindet) in der Kunstgeschichte sich auszeichnete. Es scheint, dass Heinecke, idee generale d’une collection d’estampes etc. ihn zuerst als Kupferstecher aufführt; nach diesem nennt Zanni, materiali per servire alla storia dell’in- cisiöne in rame p. 66, diesen Künstler , theils nach Heinecke’s Worten, theils nach dem, was er durch Beschauung seiner Blätter in Dresden über ihn in Erfahrung gebracht hatte.
Als Maler erscheint Fogolino in mehreren Werken ; jedoch zu oft mit verändertem Namen. Hauptsächlich als Giov. Batt., und auch als Marcello Figolino. Boschini in dem kleinen, doch in-
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Interessantes Werk: Giojelli pittoreschi virtuoso ornamento della città di Vicenza, Venezia 1676, p. 87, spricht von einer Anbetung der Könige, die sich in der S. Bartholomäus-Kirche zu Vicenza , von Fogolino gemalt, befindet, und welches Bild durch die Zusammenstellung und Erfindung, und hinsichtlich der schönen Architektur und Landschaft als ein vorzügliches Kunstwerk bewundert werde. Dieses Gemälde befindet sich gegenwärtig im Palazzo della Ragione, dem Rathause. Der Name steht darauf: Marcellus Fogolinus P. P. Die Art nähert sich am meisten der des Perugino. Boschini’s Artikel haben Vendramini und Ridolfi ihn Giov. Battista nennt, fast ebenso wiederholt. Lanzi, storia pittorica, nennt ihn auch Marcello aus Anlass jenes bekannten Gemäldes und fügt ein großes Lob auf den Künstler bei; indem er sagt: „Uomo da far epoca nella storia dell’arte, se fosse antico, quanto si dice.“ In Füssli’s Künstler-Lexikon findet sich der Name Fogolino, als Auszug der schon angeführten Schriftstellen.
Das Wahre über den Namen des Künstlers Marcello Fogolino ergibt sich aus den drei seltenen Kupferstichen, welche von ihm in der Kupferstich-Galerie zu Dresden aufbewahrt sind, hervor, indem jedes dieser drei Blätter mit dem Namen Marcello und auch Mar- cello Fogolino, deutlich unterzeichnet ist. Das was Boschini über die schöne Architektur sagt, die sich auf jenem Gemälde in Vicenza befindet, bestätigt sich auch hier, indem zwei von diesen Blättern mit reicher Architektur im Hintergrunde geziert sind. Das erste Blatt stellt ein schönes nacktes Weib vor, das nur mit sehr wenig Gewande am Rücken und über den linken Fuß bedeckt; und zur Rechten des Vorgrundes auf einem grossen Stein sitzt. Auf ihrem rechten Arme ruht ein Kind, das sich an ihre Brust schmie- get und welches die Mutter zu küssen scheint. Ihr Kopf ist mit einem Tuche auf orientalische Weise bedeckt u. s. w. Im Hinter- grunde rechts ist ein grosses Stück Architektur, nämlich ein Fuss- gestell, mit reichem Simswerk verziert. Die zur Linken schwach angedeutete Ferne zeigt hohe spitze Gebirge mit einigen in Ruinen liegenden Gebäuden. Der Erdboden ist ganz mit Gräsern geschmückt. Ganz im Vorgrunde zur Rechten ist ein Tafelchen mit dem Namen des Künstlers: Marcello Fogolino, befindlich.
Das zweite Blatt enthält die bekannte antike Reiterstatue des Marcus Aurelius, die sich auf dem Capitol zu Rom befindet. Hinter dem Piedestal der Statue sieht man ein Stück alte Mauer und hinter derselben in der Ferne einige Ruinen von einem Circus, einige andere Gebäude und rechts ein Stück eines Obelisks. Zur Rechten auf der Mauer ist der vollständige Name des Künstlers.
Das dritte Kupfer von Fogolino enthält eine weibliche Statue mit nach links herabgesenktem Haupte; ihr Körper ist mit einem fest anliegenden Gewande bekleidet und ohne Arme. Im Hinter- grunde ist ein zum Theil verfallenes Gebäude, nach rechts in der Ferne sichtbar, man einige Gebirge mit Gebäuden am Ufer eines Sees und unten zur Linken nah am rechten Fuß der Figur auf einer Tafel den Namen des Künstlers. Das erste dieser Blätter ist 6 Z. 2 L. hoch und 3 Z. 6 L. breit; das zweite 7 Z. 4 L. hoch und 5 Z. 7 L. breit und das dritte 5 Z. 4 L. hoch und 2 Z. 9 L. breit.
Zanni gibt in seinen Materiali etc. irrig an, diese Blätter in Wien gesehen zu haben, was auch Bartsch im P. gr. XIII, p. 213. be- richtigt. Der Grabstichel in den Blättern des Marcello, den mehrere mit Robetta verwechseln, ist leicht und frei, die Taillen oder La- gen sind irregulär und mit kurzer Arbeit und zum Theil mit Punk- ten, welche nach alter Goldschmiedsart durch den Hammer und das Eisen gefertigt sind, vollendet. Vieles scheint durch die Na-
Fohr, Carl Philipp. 39
del und das Aetzen hervorgebracht; zu seyn. Besonders üb- erzeugende Beweise sind hier auch von der Anwendung der trockenen oder kalten Nadel. Fogolino würde auf diese Weise, als der zu betrachten seyn, welcher eine Anwendung der sonders der trockenen Nadel, gemacht hat.
Man hat diese Blätter vergeblich in den grmt‚n— alungen gesucht, S. ‚Kunstblatt 1825. Frenzel. Im Cabinet P a?‘bippvul,
Im k. Museum zu Berlin; ist ein Gemälde mit Maria auf Throne und dabei sechs Heilige von Fogelina gemalt.
Carl Philipp, ein trefflicher, aber zu früh gegebener Maler, wurde 1795 zu Heidelberg geboren, und weil er schon frühe Anlage und Liebe zur Kunst zeigte, von Rott- mann in derselben unterrichtet. Er kopirte auch einige Werke desselben, fand sich aber schon frühe zur Natur gezogen. Hierauf kam er auf Verwendung des Hofrathes Issel nach Darmstadt, und hier war er anfangs wieder sein eigener Lehrer auf den Ausflügen, die er in der Gegend machte, da er aus der Gallerie damals nicht großen Gewinn ziehen konnte. Dagegen aber Ness’et keinen Weg und keine Mühe reuen, einen schönen Baum, eine Ruine, eine Hütte, ein Schloss u. s. w. Zu zeichnen, und neben- bei hatte er sich der treuen Leitung Issel’s zu erfreuen. Dass er zum Landschaftsmaler entschiedenes Talent hatte, beweisen schon seine ersten Arbeiten, wie die Blätter im rheinischen Taschen- buch von 1815–17 zeigen. Er malte zu dieser Zeit in den Gegenden erhielt wieder. d;9’Grp’ss’ und Erbpt;iz‘h_„l?l. 2'Äür
‚er das ; ( ‚. sagten ihm ‚die romantischen Sagen des Kitterthüms ‚und das grosse ‚. ‚Gemälde des Niebelungenliedes zu. Doch sorgten seine Freunde,
reits. solche in Aquareli und in Tuschfarbe, doch verstand er da- mals noch nicht die genaue Farbenmischung, und das Grün er- scheint gar zu grell. Die größere Zahl seiner Werke aus dieser seiner ersteren Zeit besteht in schönen Illuminierten Zeichnun- gen, von denen mehrere in den Besitz der Großherzogin von Baden kamen. Viele sind auch mit Figuren staffiert, mit historischen Szenen voll Leben und Handlung. Im Jahre 1814 begab sich der Künstler nach Baden-Baden, und hier bot ihm eine neue Natur reichlichen Stoff zu Bildern, deren er auch mit Entzücken eine be- deutende Anzahl ausführte, und die vom Ausflug, den er jetzt durchwanderte, stempelten ihn zum Landschaftsmaler. Ein ganzes Heft von schönen Zeichnungen dieser
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sind mit historischen Gegenständen staffiert, trefflich in Erfindung und Anordnung, getreue Abbilder der Natur und von dem glücklichsten Standpunkt aus genommen. Jetzt hatte sich die Fürstin überzeugt, dass einem solchen Talente aufgeholfen werden müsse, und sie bestimmte bei wenig günstigen Verhältnissen dem Künstler
einen jährlichen Gehalt von vierhundert Gulden.
Bis zum Jahre 1815 war Fohr Zügli‘:;g der Natur gewesen, nun wurde er auch Schüler fremder Meister. Früher Mess’ihn seine Lebendigkeit die Jugendbildung versäumen, jetzt aber fühlte er, y5;:'nnite. Er las nun nützliche Bücher, besonders aber
dass er nicht ganz fortgezogen werden möchte auf dem Felde der Sagen ‚d_‚Myämn, ‚und suchte man ihn mit der vaterländischen Geschichte zu befreunden. Er fertigte ebenfalls mehrere historische Zeichnungen und besondere Fundgruben waren ihm auch die Samm-
Jägden des Grafen von Erbach und von Boisserde. Durch Maoller lernte er die Baukunst des Mittelalters würdigen. Im Jahre 1815 trat er endlich die Reise nach München an, wo damals Langer und Martinich an der Spitze der Künstler standen; allein er konnte sich mit diesen Männern weniger befreunden, als mit den bayerischen
277 Bergen und Seen. Diese erregten in ihm die Sehnsucht nach dem jenseitigen Lande und er ergriff den Wanderstab dahin, Lehrte aber dieses Mal wieder nach München zurück, wo er mit
Dad. Rühl innige Freundschaft schloss. Beide Freunde arbeiteten jetzt mit Liebe, und aus dieser Zeit rühren drei Landschaften mit
Stafage aus der Ritterzeit her. Die Figuren jenes Bildes, welches eine Burg mit einer Kastanien-Allee vorstellt, ist aber von Ruhl, obgleich sich Fohr in der Ritterwelt des Mittelalters immer sehr
g Jaglich fühlte; allein er ließ es sich auch ernstlich anlegen
u*n, im Sinne und im Geiste der altdeutschen Meister zu ar
Im Jahre 1810 sah Fohr endlich Rom, wo sein Freund Ruhl
sich schon befand, mit dem er sich aber hier heftig entzweite. Da-
gegen schloss er sich an den Landschafter Koch an. Von dieser
Zeit an war ein Zug von Schwermuth an ihm zu bemerken, und
man sah, dass er in der Welt und unter den Menschen schon
traurige Erfahrungen gemacht haben musste. Eines der ersten Bil-
der, die Fohr in Rom malte, ist eine Ansicht von Tivoli, die mit
moch einem andern in den Besitz des Kunstfreundes Passavant von
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