Floris, Jakob de Vriendt

Floris, Jakob de Vriendt, des älteren Franz Bruder, erwarb
sich als Glasmaler Ruhm. J. Cousin sagt in der Hist. de Tournay
MT, 166, dass die Gemälde der Cathedrale dieser Stadt von Ja-
kob de Vriendt seien. Darunter zeichnen sich besonders zwölf aus.
Die fünf Fenster der Nordseite stellen die Einsetzung des Bischofs
durch St. Bernhard vor, und den feierlichen Einzug desselben in
die Stadt Troy. Die sechs Fenster der Südseite zeigen die Schlacht
zwischen Siegbert, König von Metz oder Austrasien und seinem
Bruder Chilperich, König vom Soissons , der sich mit seiner Gemah-
lin Fredegonde nach Tournay gerettet hatte, wo er einige Zeit be-
sagert und durch den Tod des Siegbert befreit wurde. Das zwölfte
Fenster ist mosaikartig. Baron Reifenberg, La peinture sur ver-
re aux pays-bas, in den nouv. mem., de l’academie roy. de Bru-
xelles 1832, glaubt, dass diese Gemälde nicht von de Vriendt, son-
dern von L. Adrians seien.

Ueber dem Portale der St. Gudula-Kirche zu Brüssel malte Ja-
kob Floris das Fenster mit dem jüngsten Gerichte, und in der Ka-
elle der Armen zu U. L. F. zu Antwerpen war von ihm die An-
fertigung der Hirten, die zu Grunde ging.

Dieser Künstler starb 1581, den 8. Oktober, wie aus dem Grab-
stein der Familie de Vriendt oder Floris in der Kirche der refor-
mirten Franziskaner zu Antwerpen zu erscheinen ist. Hier liegt Cor-
nelis de Vriendt, der Steinhauer , der 1538 starb; Frans Floris,
der Maler, gest. 1570; Cornelis, der Architekt, gest. 1575; Corne-
lis, der Sohn des Cornelis, gest. 1615; Jan, der Sohn des jün-
gern Cornelis, gest. 1650.

Es gibt noch einen jüngeren Glasmaler, Namens Jakob Floris,
und dieser malte an den Fenstern des Karmeliter Klosters zu Ant-
werpen. Die Jahrzahl 1502 trägt sein Fenster mit dem Propheten
Elias, der den Himmel schliesst. Diesem jüngern J. Floris gehört
der grösste Theil der Fenster an. Das älteste Datum ist 1502 und
jüngste 1615. Die übrigen Darstellungen der Fenster sind eben-
falls aus der Geschichte des Elias genommen.

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