Flamen, Albert, ein geschickter Künstler, der aber wenig bekannt ist. Man hält ihn für einen Niederländer und das Fach, welches seinen Namen erhalten hat, ist die Kupferstecherei. Diese übte er vermuthlich zu Paris, und zwar um 1553–1664, nach den auf den Blättern stehenden Jahrzahlen zu urteilen. Sie tragen von Merlen’s Adresse, der zu Paris einen Kunsthandel trieb, und so konnte auch Flamen dort gelebt haben.
Flamen soll auch gemalt haben; in größerer Anzahl sind aber sicher seine Stiche vorhanden. Sie sind nach eigener Zeichnung ausgeführt, in Landschaften, Figuren, Fischen und Vögeln be- stehend. Die Zeichnung der Figuren ist wenig korrekt und diese sind nicht gut gruppiert. Seine Landschaften sind et- was besser, doch ist die Form der Bäume und die Abstü-
In der Behandlung von Licht und Schatten nicht zu loben. Schon gut und charakteristisch stellte er die Vögel dar, ganz vorzüglich geriethen ihm aber die Fische. Sie lassen an Wahrheit und Genauigkeit nichts zu wünschen übrig, aber man findet selten solche Blätter. Flamen ätzte seine Blätter vor und vollendete sie dann auf leichte und zierliche Weise mit dem Stichel und der trockenen Nadel, nach Art Hollar’s. Bartsch V. p. 173 beschreibt 132 Blätter von diesem Künstler , aber dieses Verzeichnis ist nicht vollständig, denn der Rigal’sche Catalog zählt deren 322 auf. Wir erwähnen nach Bartsch:
12 Blätter mit verschiedenen Seefischen und 12 andere ähnlichen Inhalts, als erster und zweiter Teil einer ganzen Folge. Die erste Abtheilung hat den Titel: Diuerses Espèces de Poissons de Mer. Dessignés et gravées après le naturel Par Albert Flamen Peintre, Et par luy dédiés A Messire Guillaume Tronson etc. A Paris chez van Merlen. Die ersten Abdrücke sind vor den Worten: Première partie;
Am Titel des zweiten Teils liest man: Seconde partie de Poissons de Mer, dessignés et gravés au naturel Par Albert Flamen Peintre. H. 5 Z.5—7 L., Br. 6 Z.2—3 L.
Der dritte Teil dieser Folge hat wieder 12 Blätter, in gleicher Grösse, mit dem Titel:
Troisième partie de Poissons de Mer dédiés à Messire Guillaume Tronson. etc. Par A. B. Flamen.
Verschiedene Abbildungen von Flussfischen, 2 Teile, jeder zu 12 Blättern. H. 3 Z.2.5—7 L., Br. 6 Z.2.3—5 L.
Auf dem Titel liest man:
Diverses Espèces de Poissons d’eau douce Dédicés A Monsieur Foucquet etc. Par A. B. Flamen. A Paris chez J. van Merlen.
Auf dem Titel der zweiten Abtheilung steht:
Seconde partie de Poissons d’eau douce etc.
Die ersten Abdrücke sind vor Merlen’s Adresse und vor den Numern.
Verschiedene See- und Flussfische, 6 Blätter, deren jedes eine Gruppe von Fischen zeigt, unter dem Titel: Diverses Espèces de Poissons tant de Mer, que d’eau douce, Dédicés A Monsieur le Marquis d’Illiers de Chantemelle Baron de Beaumond. etc. Par A. B. Flamen. Paris chez Jacques Lagniet. H. 3 Z. 7 bis
Bartsch vermutet, dass die Adresse späterer Zusatz sei, und dass es Abdrücke vor derselben gebe.
Gruppe von zwölf verschiedenen Fischen, darunter ein grosser, der einen kleinen verschlingt. H. 3 Z. 7 L., Br. 6 Z.3 L.
Verschiedene Vögel, eine unnummerierte Folge, von welcher Bartsch zwölf Blätter aufzählt. Sie hat den Titel: Diverses Auium Species studiosissime ad vitam delineatae, Per A. B. Flamen. Van Merlen exe. 1639. Man hat davon eine gute Kopie von einem Ungenannten, aber von der Gegenseite. Die Originale haben französische und lateinische Aufschriften, die Kopien nur französische.
Livre d’Oiseaux, zwölf Blätter mit dem Titel: Livre d’Oiseaux dédié A Messire Gilles Foucquet etc. Gravés et dessignés au naturel. Par Albert Flamen. H. 3 Z.5—6 L., Br. 7 Z.5—4 L. Diese Capitalfolge ist in Weigel’s Catalog II, S. 95 auf 13 Thlr. gewertet.
Veuves et paysages du château de Longuetoise et des environs, 12 Blätter ohne Nummern. H. 4 Z. 1—2 L., Br. 7 Z.7—8 L.
Ansicht von Conflans; mit einer Herde von Schafen. H. 4 Z.
Ansicht von Marcoussy, mit zwei Reitern, von gleicher Grösse.
Ansicht des Hafens bei Charenton und der Gegend von Peray.
Der Mann mit dem Hunde in einer reichen Landschaft. H. 4 Z.
Waldgegend mit einem Wege, an welchem fünf Kühe sind, in sicherer Grösse.
Verschiedene Kämpfe; 6 Blätter, mit dem Titel: Diuers Combats dediez a Mons. le Marquis d’Albert, Comte de Sorel, Baron de Châl. Par Albert Flamen. H. 3 Z. 7 L., Br. 6 Z. 1 L.
Verschiedene Grabmäler, 5 Blätter. H. 4 Z. 6 — 7 L., Br. 2 Z. 7 L.
Livre de plusieurs Cartonches, Inventez et dessignez par A. B. Flamen. Paris chez van Merlen 1664; Dieses sind Flamen’s geringere Arbeiten. H. 2 Z. 2 L., Br. 2 Z. 7 L.
Verschiedene Emblemata, deren Zahl J. K. Füssly im raisonnieren- den Verzeichniss der vornehmsten Kupferstecher auf 150 an- gibt, von denen aber Bartsch nur 12 namentlich anführt. H. 2 Z. 90 L., Br. 2 Z. 7 L.
Verschiedene Landschaften, in runder Form, nach Bartsch 10
Blätter; es gibt deren aber mehrere.
Er fertigte auch Büchertitel.
Als bei Bartsch und bei andern Biographen fehlend, erwähnt
R. Weigel im Cataloge von Kunstsachen II, S. 69:
«Diogo ition de la Milice de Paris lors quelle paru deuant leurs
ages, entre le Bois de Vincennes et la dite ville 1660. Mit
dem Namen des Künstlers, qu. fol. Auf 6 Thlr. gewerthet,
Im Cabinet de Paignon-Dijonval, red. par Bamu*d5 1810, sind
Nro. 1676 — 96 Zeichnungen von diesem Künstler beschrieben.
Darunter ist auch das mit der Feder und Bister gefertigte Bildnis
des Künstlers und eine Folge von 33 Blättern, welche, mit chinesischer
Tinte gefertigt, ländliche Ortschaften, Fischer, deren Ergötzung,
ihre Beschäftigung, ihren Verkauf und Figuren jeder Art dar-
stellen. 7 Zoll gross.
Eine andere Serie von 59 Zeichnungen stellt verschiedene Vö-
gel dar, mit der Feder gezeichnet und aquarellirt, im Grunde ge-
tuschte Landschaften. Auch noch andere Zeichnungen von Vögeln
und Fischen sind da erwähnt, so wie colorierte Landschaften und
Ansichten, Schlachten, militärische Übungen, ländliche Scenen etc.
Ticozzi nennt ihn Albert Flabert, Maler und Kupferstecher, der
um 1600 geboren wurde.
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