Fischer, Joseph

Fischer, Joseph, Maler, Kupferstecher und Zeichner, geb. zu Wien

1760, gest. 1822. Seine Bildung zum Künstler verdankt er den

Professoren Brand und Schmutzer, und dass er es schon frühe zu

einer bedeutenden Stufe in der Kunst brachte, beweist die Ernen-

nung zum k. k. Kammerkupferstecher am 18. Okt. 1783. Im Jahre

1790 rief ihn die Stimme des Vaterlandes unter die neu errichtete

Wiener Cavallerie, wo Graf Eugen Wrba sein Rittmeister war.

Die bald darauf eingetretenen friedlichen Verhältnisse bestimmten den

Künstler zu Reisen nach Ober-Ungarn, Galizien , nach der Schweiz

und nach Paris, welche letzteren er 1802 unternahm. Im darauf

folgendem Jahre machte er daselbst die Bekanntschaft des Fürsten

Nikolaus Esterhazy, welcher ihn den 6. April desselben Jahres nach

Wien sendete, wo Fischer jedoch nicht lange verblieb. Er reiste

abermals nach Paris und von da nach England . Nach einem kur-

zen Aufenthalte in beiden Ländern ging er 1803 nach Wien ab,

wo er anfangs September eintraf. Schon in Paris hatte ihn der

Fürst sehr gütig angenommen und dem Künstler mehrere Ge-

mälde abgekauft. Nun stellte er ihn ( ) als Direktor seiner be-

deutenden Gemälde und Kupferstichsammlung an. Dieses erregte

bald den Neid eines Künstlers Langenhöfel; wenigstens schreibt

man diesem allgemein die in Meusel’s Archiv (II. 169) und im allgemei-

Fischer, Joseph.

In Künstlerlexicon II. 365) vorkommenden Verläumdungen gegen

Fischer zu. Er soll in Paris für den Fürsten Esterhazy eine Co- pie des sterbenden Germanicus von Poussin um grosses Geld erstan- den, und selbe für Original dem Fürsten übergeben haben. Das Wahre an dieser Sache ist, dass Fischer dieses so schändlich er- wähnte Gemälde in Paris für sich selbst erstand. Später erhielt es den Beifall des Fürsten, und der Künstler überliess es Sr. Durch- laucht, ohne dass von einem Preise die Rede war. Erst in Wien 1805 bezahlte der Fürst dieses und ein zweites Gemälde. Wäre der Fürst getäuscht worden, so hätte er sicher den Künstler nicht als Direktor angestellt, und demselben stets seine Gunst geschenkt.

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