Fiore, Colantonio del

Fiore, Colantonio del, Maler zu Neapel, ein für seine Zeit be-
deutender Künstler . Einige setzen sein Geburtsjahr um 1352 und
4442 soll ihn der Tod ereilt haben, während Andere denselben 1444
im 60. Lebensjahre sterben lassen. Sein Meister war Francesco
Simone und sein eigener Wirkungskreis fällt in eine Zeit, in wel-
cher die Kunst in Neapel zu höherem Flure gelangte, zu welchem
er selbst nicht wenig beitrug. Damals verschwand der Goldgrund ,
die Härte der Umrisse, die Steifheit der Stellung und das Nackte
des menschlichen Körpers wurde naturgemässer bezeichnet. Colan-
tonio bemühte sich zugleich, die Gesetze der Perspektive zu ergrün-
den und auch auf Harmonie und Helldunkel richtete er sein Au-
genmerk, Vorzüge, die zu seiner Zeit nicht einmal einer ahnete.
Viele neapolitanische Schriftsteller schreiben ihm auch die Erfindung
der Ölmalerei zu, allein er ist wohl nur einer der ersten, die
sich in Neapel Mühe gaben, dies durch das von Van Eyck begrün-
dete neue Verfahren der Malerei in Öl kennen zu lernen. Er
soll nach Dominici’s Zeugnis die neue Methode seinen Schüler
Antonello von Messina wirklich gelehrt haben, was aber durchaus
unrichtig ist, denn Antonello ging bekanntlich zu Jan van Eyck,
um das Geheimnis der Ölmalerei zu erfahren, und auch del Fiore
wollte in gleicher Absicht nach den Niederlanden gehen, was jedoch
nicht erfolgte. Er blieb immer in Neapel und seine meisten Arbei-
ten sind in Tempera ausgeführt, wenige nur erinnern an die Be-
handlungsweise der Niederländer, allein sie verrathen keine sichere
Kunde einer Bereitung von Ölfarben und auch Piacenza bekennt
im Leben des Colantonio freimüthig, dass er dieses nicht habe un-
terscheiden können, während Signorelli in seinem Werke über die
Förderung der Künste in Sicilien kühn behauptet, die Werke die-
ses Künstlers seien in Öl gemalt.

Sicher ist, dass er die flandrische Farbenbehandlung gerne in
Anwendung gebracht hätte, aber er gelangte nicht zum Zwecke.
Den sichersten Aufschluss über del Fiore’s Kunst in der Ölmalerei
findet man in einem Briefe, welchen Summonzio von Neapel aus
an Marcantonio Michele, einen venetianischen Edelmann, schrieb und
der eine Beschreibung von Bergamo herausgab. Der Brief ist vom
20. März 1524 datiert und darin heißt es: „Colantonio malte (wie
es zu jener Zeit gebräuchlich war) der flandrischen Weise und
der Farbenbehandlung jenes Landes gemäss, und dieser Arbeit
widmete er sich so sehr, dass er sich entschloss, selbst nach Flan-
dern zu gehen. Von dieser Reise hielt ihn jedoch der König Ra-
niero ab, indem dieser selbst ihm die Anwendung und Zubereitung
der Farben zeigte. Dieser Raniero ist sicher der König René von
Anjou, welcher ein guter Maler war und der allerdings schon die
Methode der Van Eyck gekannt hatte. Den erwähnten Brief teilte
der Garv. Lazzara von Padua, dem verstorbenen H. de Bast mit, und
die Anzeige davon ist im Kunstblatte 1826, S. 322.

In S. Antonio Abbate zu Neapel befinden sich drei Bilder von
der Hand dieses Künstlers, der heilige Anton und zwei andere
Heilige, nicht in der Art des Giotto gemalt. Aber das berühm-
te *

Das einzige Werk dieses Künstlers ist der heilige Hieronymus von 1436, ehedem in der Sakristei von S. Lorenzo, jetzt in den Studi zu Neapel. Dieses Gemälde ist nach Art der Ölmalerei behandelt, in der Manier der niederländischen Meister, Lanzi nennt es ein Bild voll Wahrheit, welches die Fremden lange bewunderten.

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