Filipppeppl, Sandro

Filipppeppl, Sandro, genannt Botticelli, berühmter Maler, Kupfer - stecher und Goldarbeiter , geb. zu Florenz 1453, gest. 1515. Er lernte die Goldschmiedekunst bei Botticelli, und von diesem Mei- ster erhielt er auch den Beinamen. Später widmete er sich unter Filippo Lippi der Malerei , worin er große Verdienste besitzt. In seiner Jugend war er ein lustiger Geselle und Vasari wusste daher viele Geschichtchen von ihm zu erzählen. So rettete er sich einmal durch einen Scherz aus den Händen der Inquisition, bei welcher er verklagt wurde, als habe er die Unsterblichkeit der Seele ge- läugnet. Er sagte nämlich, dass er die Unsterblichkeit nicht im Allge- meinen läugne, sondern nur die der Seele seines Anuklägers, weil er ihn immer für ein Vieh, aber für keinen Menschen gehalten hätte. Ein anderes Mal neckte er einen seiner Schüler dadurch, dass er den Engeln eines Gemäldes, auf welches jener sich viel einbildete, Kappen von rothem Papier bald heimlich anklebte, bald wieder wegnahm, so dass dieser in seiner Einfalt die Verwandlung des Bildes nicht begreifen konnte.

Botticelli malte Historien und Bildnisse, in denen er trefflich ge- nannt werden kann, den größten Ruhm aber erwarb er sich durch seine Zeichnungen, welche von Künstlern gesucht und geschätzt wurden. Unter Sixtus IV. malte er in der Sixtina zu Rom ; hier stellte er in einem Mauergemälde die wichtigsten Ereignisse, aus dem Leben des Moses dar, ein Meisterstück des lebendigen Aus- druckes und der Bewegung. Zur Linken des Eintretenden stellte er die Feuerstrafe der abtrunnigen Israeliten dar und in einem drit- ten Bilde die Versuchung Christi, worin er in einigen Figuren einen glücklichen Sinn für Anmuth und Schönheit entwickelte, ob- gleich im Ganzen die Darstellungen dem Talente oder der eigen- thümlichen Richtung des Künstlers minder günstig waren.

Diese Gemälde sind die besten, welche Botticelli geschaffen, und er erreichte in den späteren keines derselben mehr an Verdienst. Er ver- nachlässigte in späteren Jahren die Kunst, wurde flüchtig und manie- rirt und ergab sich dem Schottengeist, wie Vasari versichert. In Florenz sind noch viele Tafeln aus der reiferen Zeit des Künstlers. Die öffentliche Gallerie bewahrt mehrere solche Werke, kleine Madon- nenbilder mit Engeln, und mythologische Darstellungen. Er be- diente sich in diesen häufig des Goldes, und sogar in den Haaren sind die Lichter mit Gold aufgesetzt. Merkwürdig ist sein heiliger Martin in der Bruderschaftskapelle dieses Heiligen, welchen er für den Altar malte.

Sandro Filipppeppl fasste in der letzten Zeit seines Lebens eine leidenschaftliche Vorliebe für die Dichtungen des Dante, und er vertauschte sogar den Pinsel mit der Feder, um über diesen Dich- ter zu schreiben. Doch besass er keine wissenschaftliche Bildung und so wurde ihm weder Beifall noch Lohn. Dessen ungeachtet

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