Filippi, Bastiano — Maler von Ferrara

Filippi, Bastiano — Maler von Ferrara , wo er Bastianino ge-
nannt wurde. Auch Gratella nannte man ihn, weil er grosse Gemälde
übergitterte, um sie genau im Kleinen nachzumalen, eine Gewohnheit,
die er von Michelangelo lernte und zuerst nach Ferrara brachte. Er war
Camillo’s Sohn, und wie dieser Nachahmer des Buonarotti. Er entwich
aus dem väterlichen Hause und begab sich nach Rom , um diesen Meister
zu studieren und Michelangelo zählte ihn auch unter seine liebsten Schüler.
Die ganze Weise dieses Meisters spricht aus Bastiano’s Darstellung des Welt-
gerichtes in der Hauptkirche zu Ferrara. Es herrscht darin Grossartigkeit
der Zeichnung, Abwechslung in Stellung und Bewegung, gute Vertheilung
der Gruppen und Ruhe für das Auge. In der Behandlung des Gegenstandes
ist er neu, nicht Copist des Meisters, der in der verwandten Darstellung
so unübertrefflich erscheint. Bastianino muss also unter die vorzüglichsten
Nachfolger dieses Meisters gezählt werden, da Lanzi auch sagt, dass er
in den Geist und Sinn desselben eingedrungen ist.

Sein jüngstes Gericht zogen einige Ferrarer in Hinsicht auf Colorit und Schicklichkeit
sogar jenem des Michelangelo vor, doch gleicht es jetzt in der Übermalung
dem Urbilde nicht mehr. Barotti sagt in seinem Werke: Pitture e sculture
che si trovano nella città di Ferrara p. 80, dass jene Figuren, die vorher lebendiges

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