Filarete, Antonio, Architekt und Bildhauer aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Er übte anfangs die Bildhauerei , steht aber in derselben auf keiner hohen Stufe, wie die mittlere Bronzethüre des St. Peters zu Rom beweiset. Den Auftrag hiezu ertheilte ihm Eugen IV., der 1431 den päpstlichen Thron bestieg. Nach Vasari war ihm bei der Arbeit Donatello’s Bruder, Simone, behülflich, allein die Anschriften nennen nur den Filarete als Verfertiger des Werkes, und Simone muss daher dabei nur eine untergeordnete Stelle behauptet haben.
Der Künstler stellte hier Bilder aus: dem Leben der Apostel- Fürsten und einige Thaten aus dem Leben des genannten Pabstes in Basreliefs dar, die aber im Verhältniss zur Vollkommenheit der Sculptur damaliger Zeit von ziemlich roher Arbeit sind. Näher beschrieben sind sie in der neuesten Beschreibung Rom’s von Bun- sen, Plattner etc. II. B., I. Abth., S. 171. Abgebildet sind sie in Ciampini’s Vetera monumenta I. c. 5, pag. 43. Diese Blätter sind schlecht, besser aber bei Lambeccius in der Biblioth. Vindob., VIII.,
P. 504. Die beste Abbildung findet man in Pistolesi 's neu heraus- gegebenem Werke, und im Tresor de Numismatique et glyptique.
Grösseres Lob ertheilt man dem Filarete als Baumeister . Von ihm ist der Plan zu dem grossen Hospital, das Franz Sforza 1487 zu Mailand erbauen liess. Dieses ist eines der grössten und bequem- sten Gebäude solcher Art. Filarete gab auch den Plan zur Cathe- drale von Bergamo , welche ebenfalls zu den merkwürdigen Ge- bäuden gehöret. Von keiner Bedeutung ist aber sein Traktat der Architektur, der grösstentheils unbrauchbar ist.
Das Todesjahr dieses Künstlers kennt man nicht.
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