Fiasella, Domenico

Fiasella, Domenico, Maler von Sarzana, und daher il Sarzana

gehalten. Sein Meister war A. Lami und der Gegenstand seines

ersten thätigen Studiums das bewunderungswürdige Altarbild A:

del Sarto’s, ehedem in der Predikantenkirche zu Sarzana. Hier-

auf kannte er unter Paggi’s Leitung, und endlich ging er nach Rom,

um Rafaels und andere Meisterwerke zu studieren. Hier verlebte

er zehn Jahre als geachteter Künstler, G. Reni ertheilte ihm Lob

und Fr. Cav. d’Arpino und Passignano wählten ihn zum Gehülfen.

Von Rom kehrte er nach Genua zurück, und hier, so wie in an-

dern Städten, malte er sehr vieles.

Fiasella’s Bilder sind verständig in der Composition, correkt in

der Zeichnung, von lebendiger Färbung, aber nicht fleissig voll-

endet. Dazu war er zu ungeduldig, und daher gab er manches

Bild seinen Schülern, um die letzte Hand anzulegen. Er ahmte ver-

schiedene Meister nach, so ist er vafaelisch in seinem Bilde des

St. Bernhard in S. Vincenzio zu Piacenza , carravaggisch in seinem

St. Thomas von Vilanuova und S. Agostino zu Genua. Bei der

Darstellung des Kindermordes im Dome zu Sarzana nahm er Guido

zum Vorbilde, und in andern Bildern ist er Annib. Carracci’s An-

hänger, Lanzi lobt besonders sein Gemälde mit dem Leichname

des heil. Einsiedlers Paulus, dem der Löwe ein Grab gräbt, in der

Augustinerkirche zu Genua. Auch in Sammlungen finden sich Bil-

der von seiner Hand, und besonders geschätzt sind jene mit tragi-

schen Gegenständen, die Fiasella mit Kraft und Ausdruck darstellte,

Auch im Porträite erwarb er sich Lob;

Dieser Künstler war nach Paggi’s Tod der erste Lehrer in Ge-

nua und er bildete mehrere schätzbare Künstler. Der Tod ereilte

ihn 1669 im 80. Jahre während seiner Thätigkeit.

C. Bloemaert, S. Vonillemont u. A. haben nach ihm gestochen.

Fiasella. s. fiasénaf

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