Ferrara, Galasso Galassi Alghisi da

Ferrara, Galasso Galassi Alghisi da, Maler, über welchen die Nachrichten von 1240–1450 reichen, und der zu einer Zeit lebte, als Giotto’s Styl allmählig dem neuern wich. Seinen Meister kennt man nicht, und dass er in Bologna gebildet wurde, ist nur Muthmassung, wie Lanzi glaubt. In der Frauenkirche zu Messina sind Leidensgeschichten, die mit dem Namen dieses Künstlers bezeichnet sind. Man bemerkt darin für jene Zeit sehr fleißig behandelte Köpfe, auch sind Bärte und Haar feiner als bei irgend einem alten Maler des Landes, die Hände sind abweichend, die Kleidung mit auseinander gespreizten Fingern, von einer Eigenart, wie sie weder bei den Bolognern noch bei den Venedigern und Florentinern erscheint.

Galasso hielt sich viele Jahre in Bologna auf, und hier fertigte er mehrere Gemälde für Kirchen. Crespi erwähnt seine Madonna unter Heiligen in S. Maria delle Rondini, ein Bild, von saftigem Colorit, und wohlverstanden in Bauwerken, Gesichtern und Gewandung. In einer Verkündigung des Museums Malvezzi erscheint er ebenfalls als lieblicher Colorist und als fleißiger Vollender, doch in der Zeichnung behielt er die alte Weise bei. Seine beste Arbeit war ein Wandbild mit der Begräbniss der heil. Jungfrau, 1450 auf Befehl des Legaten Bessarion in S. Maria del Monte gemalt. Crespi bewunderte es, aber zu seiner Zeit wurde das Gemälde zerstört.

Das Todesjahr dieses Künstlers ist nicht zu bestimmen. Lanzi sagt, dass sich in Bologna ein Geschichtsbild dieses Meisters finde, welches die Jahrzahl 1462 trägt; er meint aber, dieses sei spätere Zugabe, was gerade nicht nothwendig ist anzunehmen, indem, wie Sandt in der Aumerkung zu Lanzi's Geschichte III. 195 bemerkt,

später noch zwei Galasso Alghisi lebten, von denen der eine Architekt, der andere Bildhauer war, und die sich vielleicht auch mit der Malerei beschäftigten, denn im 15. Jahrhunderte übten Künstler oft mehrere Künste aus. Von einem einzigen Galasso Galassi Alghisi kann nicht die Rede sein, denn in den Zusätzen zur Lebensgeschichte des Lombardi, welche Bottari in seiner Ausgabe des Vasari VI. 216. aus dem Manuscripte des Baruffaldi hinzufügte, heißt es, dass Galasso um 1384 oder 1300 geblüht habe, aber dieses kann derjenige nicht mehr sein, von welchem sich ein Bild von 1462 finden soll. Hier liegt alles im Dunkel ferner Zeiten, und nur der könnte etwas mit Wahrscheinlichkeit vermuten, wer die früheren und späteren Werke, welche für Arbeiten eines Galasso ausgegeben werden, mit einander vergleiche.

Ausführliche Nachrichten über diesen Künstler, der in Ferrara starb, findet man im Catalogo storico de’ pitt. scul. Ferraresi I. 18. Vasari spricht in der ersten Ausgabe auch weitläufig über ihn, in der zweiten fertigte er ihn aber mit wenig Zeilen ab, worüber die Ferrarer klagten.

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