Ferner soll er die Blätter für ein Werk: Arthetypus triumphantis Romae, geschnitten haben. Auch mit diesem Werke scheint es nicht richtig zu sein, denn wir fanden es in keiner der uns zustehenden Quellen näher bezeichnet. Auch Heller konnte nicht Auf-
Gallesi, Georgio, Graf. — Galli, Fernando da Bibiena, 569
schlüss geben und wir befinden uns in der gleichen Lage. Die an äußerlich reiche Hof- und Staatsbibliothek zu München besitzt kein solches Exemplar. Wir möchten fast vermuthen, dass es nur im Projekte blieb. Der Vertrag mit Sebald Schreyer (S. Hellers Geschichte der Holzsch, S. 80 not. 40) sagt bloß, dass sich Galkendorfer verpflichtet habe, „Ime (dem Drucker Schreyer) et- lich Form des Buchs Archetypus genannt, so petrus Danhawser Im zu machen fürgenommen hat, zu schneiden etc.) Dieser Ar- chetypus triumphantis Romae, den Danhäuser schreiben wollte (%) soll diesem ‚Schreyer 1495 oder 14 zugeeignet worden seyn. Druckort und Jahr des angeblichen Buches kennt wohl Niemand,
Gallesio, Georgio Graf, ein Genueser, gab eine italienische Po- mona, heraus. Die Zeichnungen lieferte er selbst genau nach der Natur, die Kupfer wurden in Paris gestochen, color. von Dom. del Pino und Isabella Bozzolini. Seine Teoria di riproduzione ve- getale wurde auch ins Deutsche übersetzt,
Gällett, Peter, ein Schuhflicker zu Bologna , der auch Maler seyn wollte, während er den Künstlern nur zum Narren diente. Starb im 50sten Jahre,
Das Andenken dieses großen Geistes hat die Felsina pittrice II 141 aufbewahrt, '
Galletti, Pietro Maria, Maler zu Florenz und V. Dandini’s Schü- ler. Er wurde Mönch, aber auch als solcher malte er eine bedeu- tende Anzahl Bilder für Kirchen, so wie Porträts. Starb 1714 im 78sten Jahre. In der florentinischen Gallerie ist sein Bildnis, ge- stochen von Pazzi. '
Galli, Giovanni Maria, da Bibiena, Historienmaler, geboren 1625 zu Bibiena, einem Dorfe im Bolognesischen, war Schüler und Gehülfe Albani’s, dessen Stil er gut nachahmte, so dass das Gemälde des heil. Antonius in der Servitenkirche zu Bologna, ein Werk jenes Meisters zu seyn scheint. Er malte auch verschiedene mythologische Darstellungen in Albani’s Manier, und starb in ei- nem Alter von 45 Jahren. '
Galli, Fernando, da Bibiena, Maler und Architekt, Sohn des obigen, wurde 1653 geboren, besuchte als elfjähriger Knabe die Schule des Karl Cignani und fühlte sich besonders zur Architektur gezogen, die er unter Mauro Aldovrandini und unter Giulio Tro- goli studierte. Er machte sich die Grundsätze und die Theorie seiner Kunst vollkommen zu eigen, und zog überall die Mathema- tik zu Hülfe. Höchst verdienstlich sind seine zwei Traktate über die Civil-Baukunst und die theoretische Perspektive, seinen grös- sten Ruhm aber erwarb er sich durch die Theater-Baukunst. In der Mechanik, welche auf der Bühne angewendet werden muss, brachte er es zu einem hohen Grad von Vollkommenheit. Er ar- beitete für den Hof zu Parma, zu Wien und zuletzt zu Mailand immer mehr als Architekt, als in der Eigenschaft eines Malers, obgleich er auch Dekorationen für Schaubühnen und perspektivi- sche Verzierungen an und in Palästen mit grosser Kunst malte. Er baute in Parma: neben andern für Ranuccio Farnese das schöne Lusthaus Colorno; und in Prag wurde bei der Krönung Karl VI. nach seinen Rissen ein prachtvolles Theater gebaut. Dieses Thea- ter wurde von Brugger (Grundriss), A. Birckhardt (Scene), H. Martin, 3, Lidl, W. Heckenauer, F. Dietel (Profil des Amphitheaters) gestochen. In Prag malte Bibiena die Decorationen des Krönungs-
Gallien und den prächtigen Triumphbogen bei der Heiligsprechung
Johann’s von Nepomuk. In Wien malte er die schönen Fest-
decorationen bei der Geburt des Erzherzogs, überhaupt ist die
Zahl seiner Dekorationen für Theater und Paläste bedeutend, und
oft wurde er königlich belohnt. Seine perspektivischen Vorstellungen
und Dekorationen wurden zu Augsburg gestochen, unter dem
Titel: Varie opere di prospettiva inventate da F. Galli-Bibiena etc.
1740, fol. Auch einzelne Compositionen wurden gestochen.
Seine Schriften haben den Titel:
L’architettura civile preparata sulla Geometria e ridotta alle pro-
spettive, Parma 1711 mit 72 K. fol.
Encomia delle fabbriche contra i pittori d’architettura.
Direzioni nel disegno d’architettura civile. Bologna 1725, 8.
— Direzioni a Giovani studenti del disegno dell’ architettura civile,
und: Direzioni dell’ prospettiva teorica, 2 tom. Parma 1731—
Bologna 1745 — 53 2 A
Dieser Künstler starb 1743 im Vaterlande. Sein Geburtsjahr sei
einige in 1657.
Galli, Francesco, da Bibiena, Maler und Architekt, Ferdinands
Bruder, geb. zu Bologna 1650, gest. 1750. Er kam in seiner Ju-
gend zu Pasinelli und Cignani und unter diesen Meistern übte er
sich im Figuren malen; später staffirte er in der Folge mehrere
Landschaften seines Bruders. Letzterer übertraf ihn an wissen-
schaftlicher Tiefe, er geht ihm aber in großartiger Auffassung und
in Festigkeit der Ausführung vor. Auch Francesco malte eine
Menge Theater-Dekorationen und andere Verzierungen bei feierli-
chen Gelegenheiten. Dann widmete er sich der Baukunst; und
hierin gehört er zu den besten Künstlern seiner Zeit.
Er baute die herzogliche Reitbahn zu Mantua, und Verona verdankt
ihm das grosse Theater, mit prächtigen Stiegen und Sälen.
Er baute es unter Scipio Maffei’s Mithwirkung für die Akademie de
Filarmonici, und später führte er in Rom das Theater Alberti auf.
Auch in Wien baute er unter Leopold I. ein grosses Theater;
und Joseph I. ernannte ihn zum Hofarchitekten. In der Folge
ging er nach Lothringen, um wieder den prächtigen Theaterbau
zu übernehmen, und zuletzt kehrte er ins Vaterland zurück, wo
er jetzt den Bau des Theaters zu Verona begann.
Man hat von ihm ein Werk: Architettura maestra dell’ arti che
la compongono. Es enthält die Baukunst mit allen ihren Ordnun-
gen, Kritiken von Palästen, Theater-Architektur, Beschreibungen
von ihm erbauten Theater etc.
Giuseppe, da Bibiena, Maler und Architekt, der letzte
von Ferdinands Söhnen, geb. zu Parma 1606, folgte in einem Al-
ter von zwanzig Jahren zu Wien seinem Vater in der Eigenschaft
eines Malers, verließ aber diese Stadt und begab sich 1750 nach
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