Fendi, Peter, berühmter Historien- und Genremaler, auch Zeichner, geboren zu Wien 1795, zeichnete schon in früher Jugend
alles, was ihm von Zeichnungen, Kupferstichen und Gemälden
unter die Augen kam, fleißig nach, und erwarb sich dadurch einen
freilich unvollkommenen, aber doch für die Folge nützlichen
Blick, Copien streng und geistreich wieder zu geben. Den ersten
Grund zur systematischen Änleitung im Figurenzeichnen, legte der
berühmte Augenarzt und Anatom Dr. Barth, der eine schöne Sammlung von Antiken , Statuen, von denen der herrliche Torso (angeblich Ilioneus aus der Gruppe der Niobe) eine Zierde der Glyptothek zu München ist, u. a. besass, Barth suchte den jungen Fendi auf das edle Verhältnis der Theile des Menschen, auf die Tiefe der Anatomie, auch vorzüglich auf die äußern idealen Formen der nie zu erreichenden Antiken aufmerksam zu machen. Eine neue
Laufbahn eröffnete dem jungen Künstler der Präsident der Akademie der b. K., Graf Lamberg, der auf die Herausgabe seiner kostbaren Sammlung etruskischer Gefäße, die nachher der Kaiser für das k. k. Antiken-Kabinet kaufte, sein vorzüglichstes Augenmerk richtete, und daher durch mehrere junge Künstler freie und strenge Copien machen ließ, Fendi, der unter dieser Zahl war, war denn so glücklich, seine durch Barth’s Anleitung eingeübte Fähigkeit in Anschauung und Nachempfindung der Antiken vielseitiger zu zeigen, und sich die Huld des Grafen und die Achtung vieler Künstler und Gelehrten zu erwerben. Nach beinahe zweijährigem unermüdlichem Zeichnen nach diesen schönen altgriechischen Vasengemälden trat der junge Künstler seine eigentliche Laufbahn auf der k. k. Akademie an. Schnell waren die ersten Aufgangsgründe der Historien-Malerei begriffen, und somit der Übergang zu den großen Antiken, Modellzeichnen und Ölgemälden, gemacht. Mit den Studien der Natur suchte Fendi vorzüglich die leichte und geschmackvolle Art der Niederländer-Maler zu verbinden, wozu ihm die prachtvolle Gallerie des Grafen von Lamberg wesentliche Dienste leistete. Teniers, Ostade, Rembrandt, Cuyp, J. Both, P. Potter, Burguignon, Wouwermans u. a. waren in Hinsicht der Technik, der Beleuchtung, des Helldunkels und eines geschmackvollen Vortrags, seine Vorbilder. Hier brachte er mehrere Jahre zu, bis ihn der edle Graf dem verstorbenen Abbé Neumann, Direktor des
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