Felsing, Jakob, Hofkupferstecher und Professor in Darmstadt , der jüngere Sohn des Johann Conrad, wurde 1802 geboren. Sein Vater ertheilte ihm den ersten Unterricht in der Kupferstecherkunst und im 20. Jahre ging er als Pensionär seines Fürsten an die Akademie der Künste in Mailand , um sich unter Longhi’s Leitung in seiner Kunst auszubilden. Nachdem er daselbst mehrere Preise erhalten, und sich mit den Principien seines Lehrers vertraut gemacht hatte, ging er nach Florenz , um daselbst die Eigenthümlichkeiten des R. Morghen kennen und schätzen zu lernen. Daselbst stach Felsing seinen Cristo al Orto nach Carlo Dolce, wofür ihm die Mailänder Akademie den großen Preis zuerkannte. Aus Vorliebe für die florentinischen Meister fertigte der Künstler in Florenz auch eine vollendete Zeichnung nach dem Bilde von Andrea del Sarto, welches unter dem Namen der Madonna del Trono bekannt ist. Den Stich begann er in Rom , aber die höchst künstlerische Umgebung dieser Stadt hätte beinahe schädlich auf den Kupferstecher gewirkt, indem Felsing, ergriffen von den Meisterwerken der Malerei , alle eigenthümlichen Schönheiten des Kupferstiches zu vergessen schien. Der genussreiche Aufenthalt in dem göttlichen Neapel brachte nur noch einen kleinen Stich nach Correggio’s Sposalizio di Sta. Catharina hervor, die Vollendung erfolgte aber erst in Florenz. Jetzt entfaltete sich für Felsing durch die Bekanntschaft mit Toschi, dessen Prinzipien den Werth der Schönheit technischer Darstellung im Kupferstiche sehr hoch stellten, eine neue Epoche. Felsing erkannte, dass er selbst durch Vernachlässigung des Stiches auf einen Abweg geraten war, dass aber Toschi in der Bravour seiner Stiche auf einem ungleich verderblicheren Abweg sei, und in vielerlei Streite mit Toschi über die Theorie des Kupferstiches legte er den Grund zu einem Werke, womit er sich noch immer beschäftigt, nämlich mit einem theoretisch-praktischen Traktate über Kupferstecherkunst.
Nach zehnjährigem Aufenthalte in Italien kehrte Felsing 1832 nach Darmstadt zurück, nachdem ihn die Akademie von Florenz zu ihrem wirklichen Professor und jene von Mailand zu ihrem correspondirenden Mitgliede ernannt hatten. In Darmstadt führte er zuerst den Stich des Violinspielers, nach dem berühmten Bilde von Rafael in der Gallerie Sciarra zu Rom aus, sodann einen andern nach dem Bilde von Bendemann, welches unter dem Namen der Mädchen am Brunnen bekannt ist.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_WYPrAAAAMAAJ