Farinati, Paolo

Farinati, Paolo, Historienmaler und Kupferstecher von Verona , aus der Familie Degli Überti, wurde 1522 geboren. Dieser große Künstler soll sich in Giolfino’s Schule gebildet haben, und zuletzt studierte er zu Venedig Titian und Giorgione. Lanzi II.

4339 möchte ihn, dem Stil nach zu urteilen, oft für Giulio Ro- mano’s Schüler halten, der in den Tinten die Venediger nicht ver- nachlässigte hatte. Farinati brachte sein Leben bis an das 84. Jahr, und seine Laune verließ ihn nie, so wie er auch einer derjenigen ist, die bis in ihr hohes Alter mit Verdienst gearbeitet haben. In-

dessen ist er nicht durchaus fehlerfrei; selbst seine besten Werke sind nicht durchaus korrekt in der Zeichnung; und auch im Colo- rite ist er nicht gleich vorzüglich; nicht selten matt, besonders in Ölbildern, während die Färbung in seinen Fresken kräftiger er- scheint. Es ist daher dem Lobe nicht unbedingt zu trauen, wenn es heißt, Farinato zeichne sich durch richtige Zeichnung und feu- riges Colorit aus. Phantasiereiche Erfindungsgabe besaß er, aber in Haltung, Färbung und in Korrektheit der Zeichnung lässt selbst sein bestes Werk, das Wunder mit den Broden, in St. Giorgio zu Verona, vieles zu wünschen übrig. Diese Mängel hängen auch andern Gemälden an, die anerkannt zu Farinati’s bessern Werken gehören, wie die Taufe Christi in St. Giovanni in Fonte.

In Italien finden sich nicht viele Gemälde von diesem Künstler, denn er soll in Spanien zur Ausschmückung des Escorial auf das tätigste mitgewirkt haben; indessen erwähnt Lanzi davon nichts, und auch Fiorillo übergeht in seiner Geschichte der Malerei in Spanien diesen Umstand. Gestorben ist er in Verona mit seiner Gattin an einem und demselben Tage, und zwar im Jahre 1606. In St. Fermo liegt er begraben.

Bartsch P. gr. XVI. p. 161 beschreibt von Farinati zehn Blätter. Sie sind nach seinen eigenen Erfindungen und mit breiter Nadel gefertigt.

St. Peter im Buche lesend, rechts unten die Initialen: PF, und links eine Schnecke, deren er sich auch auf seinen Gemälden bediente, nach Lanzi um damit anzuzeigen, auch er habe das Haus auf dem Kopfe, um mit Betrügern anzubinden. H.4 Z.

St. Magdalena mit dem Buche vor dem Crucifixe, im Grunde Felsen. Links unten ist die Schnecke und darüber steht: PAVL FARINAT. F. H.7 Z.4L., Br. 5 Z.

St. Johann der Evangelist auf Wolken, mit Buch und Feder: n paulo farinato f. 1507.

Die ersten Abdrücke sind vor den Worten: Paulus farinatus ve- ronensis fecit. Ju. Sadeler excudit.

Die Charitas mit zwei Kindern in einer Landschaft, mit der Schnecke und den Buchstaben PF. H.8 Z.4L., Br. 8 Z.

7 L

Apollos mit der Lyre unter dem Baume, und zu seinen Füßen Amor mit dem Bogen. Mit der Schnecke unten rechts. H. 8 Z., Br. 4 Z. 10 i

Venus auf der Wolke von Amor geherzt, 1566, mit den Initia- len P. F. und der Schnecke. Diese Platte hat Farinati mit dem Grabstichel übergangen, aber nicht glücklich. H. 10 Z., Br. 9 Z. 6 L.

Die ersten Abdrücke sind vor Stephanoni’s Adresse, und vor

den Buchstaben P. S. F., was Petri Stephanoni formis bedeutet,

Amor auf dem Delphin, 1568. H.2 Z. 9 L., Br. 42Z.53L.

Amor in einer Landschaft am Boden schlafend: P, F. und die Schnecke. H. 5 Z., Br. 7 Z. 3 L

Der betrunkene Satyr von Amoren unterstützt ein Fries: P. F.,
Wilhelm Peter Zimmermann, ex. H. 4 Z. 10 L., Br.

Die ersten Abdrücke sind vor Zimmermann’s Adresse.

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