Fantuzzi, Antonio, Kupferstecher und Formschneider in Helldunkel, wahrscheinlich eine Person mit Antonio da Trento, von seltenem Geburtsort genannt; denn die Angabe von Rost (Handbuch III.168), dass dieser Künstler zu Viterbo geboren sei, beruht auf keinem sicheren Grund. Man hat über diesen Künstler, außer über Antonio da Trento keine anderen Notizen, als die, welche Vasari gibt. Nach diesem Schriftsteller war er Parmesano’s Schüler, bei dem er die Malerei erlernen wollte; allein der Meister, dessen Namen hier genannt wird, ist nicht bekannt.
ster, hielt ihn; zum Formschnitt aßm damit ‚seine unuon Werke zu vervielfäluügen, wie man glaubt. Antonio hat allerdings viel hach Parmesano gearbeitet, ‚doch scheint.er,sich nach Hugo da Carpi gebildet zu haben, der schon'früber in Hel d_uniel gear- beitet hat. Bei Parmesano hielt sich Fantuzzi um , aber seine
0 Lofe scheint hier erzwungen ‚gewesen zu'seyn; denn,eines Tages ‚entfernte er sich heimlich, er beging.aber ‚dıe Unredlichkeit, dem Meister Zeichnungen, Kupferstiche und Holzschnitte mitzuneh- ‚men.. ’ Man ‚weiss nicht, genau,, wohin; er den Weg genommen, ,, wahrscheinlich .aber; war Frankreich ‚das, Land, wohin er seine‘Zu- flucht nahm; aber ‚hier erscheint er nicht mehr als Anton Fantuzzi, sondern ’als, Antonio da Trento, Indessen ist diese etamorphoso
‚, 7mpicht historisch nachzuweisen, aher höchst wahrscheinlich ist sie ‚vor‘ sich., gegangen, vielleicht wegen des in Bologna verübten Dieb- stahls. Dass A. Fantuzzi und Antonio da Trento Eine Person seien,
; ‚scheint auch, der ‚gemeinschaftliche Lehrer zu beweisen,, denn beide ‚. ‚werden, :als. Schüler: Parmesano’s bezeichnet. ‚ ıIn Italien_hat aber Fantüuzzi nach Parmesano in Holz geschnitten;, ın Frankreich unter. ‚Primaticcio ' zu. Fontainebleau:;nach demselben ‚u. a. in Ku-
‚sn „pfer gestochen. Die französischen Schrifsteller .nenuen ihn Fan-
tose, und de Piles gar Antoine Frentano, ; Bartsch P. gr. XVI. 334 ff. beschreibt von diesem Künstler (Fan-
tucci) 37 geätzte Blätter, durch welche.er, aber nicht .so sehr be-
kannt ist;. als durch seine Helldunkel im, Formschnitte, die Bartsch
‚ P. gr. XIH. detaillirt. Mehrere seiner Blätter sind mit den Jahr-
zal30n1540; 42.‚4f„4 und 45, und den grössten Theil dieser Aetzun- gen fertigte er ‚wahrscheinlich, in Frankreich. In der Zeichnuung
sind diese ebenso oft unrichtig,. wie, die, Formschnitte, und die
Köpfe;sind von widerlichem Ausdrucke. ZurBezeichnung ‚der Blät-
„ ter ‚bediente er sich eines _ verschiedenen Manogramms, in ‚welchem manchmal neben A und F der Buchstabe T zu bemerken ist, wel-
(;cher Tridentinus. bedeutet. Ar ] {
ı, Das Geburtsjahr des Künstlers kennt man eben , sojwenig, wie das Sterbejahr, Ersteres soll um 1508,. letzteres gegen..1550 erfolgt seyn.
(3 \ ' Formschnitte,
A 3 3askel, 4i ; {n j ı-Die:zwölf Apostel, Helldunkel von.drei Platten, angeblich nach Parmesano’s Zeichnung, gefertiget, einzelne. Figuren in doppel- ter Einfassung. Grüsse der innern Einfassung: H, 4 Z. 6PL. Br. 2 Z. 6. — 8 L. . ‚Grösse der äussern: H. 5 2.4—06L, Br. 3 Z. 7—9L. ] ‚Die 'Abdrücke mit. der, doppelten Bordure sind sehr selten; ge- \ wöhnlich findet man ‚die Blätter mit der innern, Einfassung. @ Sti,Johann. in der Wüste nach dem Kreuze deutend, zu seınen 9 Füssen’das Lamm. Helldunkel von zwei Platten und sehr schön, d „„mach-;Parmesano’s Zeichnung. H. 3 Z. 11 Lis Br. 3.2Z. 10 L,
. 4s0a] Man hat: von, diesem,Blatte Abdrücke, wo die Darstellung in ei-
„ ner ‚Biufassung von sieben , Linien sich zeigt. Diese Abdrücke hält Bartsch \für‘ die spätereng von der schon abgenutzten Platte ge- zugen.
ie Marter von St, Peter und St. Paul, Helldunkel von drei Platten nach Farmesätno.‘ H. 10 Z, 8 L., Br. 17 Z. 8 L.
a Dieses‘Blattes erwähnt schon Vasari. Im ersten Abdrucke ist rechts
‚ Am’;Vorgrunde ‘das, StücksLand mit Rasen mit drei Platten ausge-
drückt, in der zweiten aber ist nur ein geringer Theil davon mit
‚© ‚drei Platten. gegeben,. der grüssere zeigt deren nur zwei, d. h.
Schatten und Halbtinten. Caraglio ’hat diese Darstellung sehr schön 16®'
Fantuzzi, Antonio. gestochen. In Weigel’s Catalog ist der zweite Druck auf 3 Thlr. ge- werthet. A. St. Cäcilia mit der Orgel, welche Engel halten, Helldunkel von zwei Platten, in einem Ovale von 8 Z., 6 L., Höhe, und 8 Z. Breite, Dieses Blatt, welches nach Parmesano geschnitten ist, trägt aus- ser dem Ovale A. Audreani’s Zeichen, Bartsch aber erkennt darin Antonio’s Arbeit, Die tiburtinische Sibylle, welche dem Augustus die heil. Jung- frau im Himmel zeigt, Helldunkel von zwei Platten, nach Parmesano. H, 12 Z. 8 L., Br. 9 Z. 6 L. Dieses sehr schönen Blattes erwähnt ebenfalls Vasari, Diana mit dem Bogen und links zwei ihrer Nymphen, nach Par- mesano, und wahrscheinlich von Antonio da Trento, H, 3 Z. Diana mit den Hunden einen Hirsch jagend, nach Parmesano, von Antoni da Trento oder von Joseph da Vicenza gefertiget, H, 3 Z. 10 L., Br. 5 Z. 6 L. Das Volk erweiset der Psyche göttliche Ehre, Helldunkel von drei Platten, nach Salviati, H, 10 Z., Br. 9 Z. 9 L. Octogon, Die ersten Abdrücke sind ohne Zeichen, die zweiten haben ein fremdes Monogram mit der Beischrift: in mantoua 1602. Die Stärke, unter einer weiblichen Gestalt vorgestellt, welche mit beiden Armen eine Säule umfasst. Helldunkel von zwei Platten, nach Parmesano’s Zeichnung wahrscheinlich von An- ton da Trento gefertiget, H, 3 Z. 7 L., Br. 2 Z. 6 L. Die Wahrheit, unter einer nackten weiblichen Gestalt mit über die Brust gekreuzten Händen vorgestellt, Oben links wirft die Sonne Strahlen auf sie, Helldunkel von zwei Platten, nach Parmesano von einem Anonymus gefertiget, unter welchem Bartsch den A. da Trento erkennt, Das cholerische Temperament, ein wütendes Weib mit dem De- gen. Helldunkel von zwei Platten, nach Parmesano, wahrschein- lich von Antonio geschnitten, H. 3 Z. 10 L., Br. 2 Z. 7 Z. Der Philosoph vor einem grossen Buche sitzend, im Grunde links ein Kind mit dem Stocke, Helldunkel von zwei Platten, nach Parmesano wahrscheinlich von Anton da Trento geferti- get. H. 3 Z. 8 L., Br. 2 Z. 6 L. Ein junges Weib, welches eine Art Schüssel vor sich herträgt, Helldunkel von zwei Platten, nach Parmesano’s Zeichnung, wahrscheinlich von A. da Trento gefertiget. Der alte Lautenspieler am Baume sitzend, Helldunkel von zwei Platten, nach Parmesano’s Zeichnung, H. und Br. 5 Z., 2 L. Ein nackter vom Rücken gesehener Mann sitzt am Ende einer Terrasse, wie er schlafend die Arme gegen einen Erdhaufen stützt, Hinter ihm bemerkt man die Büste einer Frau, Diese ist nur ein einfacher akademischer Akt, aber von ausge- zeichneter Schönheit, Helldunkel von zwei Platten nach Par- mesano’s Zeichnung. H, 10 Z. 6 L., Br. 6 Z. 6 Z. Dieses Blatt kannte schon Vasari, Geätzte Blätter, Die heil. Familie, nach einem Meister der Schule von Fontaine- bleau, H, 11 Z. 8 L., Br. 10 Z. Ein Anonymus hat dieses Blatt copirt, Die Sibylle mit dem offenen Buche, nach Primaticcio, H, 8 Z.
Scipio der Afrikaner übergibt eine schöne Gefangene ihrem Gatten, im Grunde Soldaten, 1543, nach Giulio Romano, Oval.
Diana Ghislieri hat denselben Gegenstand gestochen;
Regulus von den Carthagern in das Fass gesteckt, nach demselben. H. 13 Z., Br. 15 Z.
Der Kampf der Horatier und Curiatier, nach Giulio Romano. H. 11 Z., Br. 16 Z.
Ein anonyme Kopie ist von der Gegenseite. Der Alte ist hier
Circe gibt den Gefährten des Ulysses einen Trank, um sie in
Thiere zu verwandeln, nach Parmesano’s Zeichnung und eines der ersten Blätter Fantuzzi’s; rund. Durchmesser 8 Z.
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