Falconetto oder Falconetta, Johann Maria, Maler und be- rühmter Architekt von Verona , geb. 1458, gest. 1534. Er war
Melozzo’s Schüler, aber nicht so sehr Maler, wie als Baukünstler ausgezeichnet, denn der Architektur widmete er vor allem seinen Wille. Er zeichnete alle alten Baudenkmäler seines Gebietes und auch in Rom stellte er Messungen nach den Ruinen an, und zeich- nete die antiken Sculpturen. Auch in Neapel setzte er seine Un- tersuchungen fort.
Nach seiner Rückkehr in Verona zog er das Augenmerk Kaiser Maximilian’s auf sich, fand aber doch sein Glück nicht; dieses war ihm indessen zu Padua günstiger. Hier vertraute ihm der Senator L. Cornaro den Bau seines Pallastes neben der Kirche des heil. An- tonius an. Man betrachtet in dieser die Loggia als ein Meister- werk, Sie ist zwei Stockwerke hoch, jedes von fünf Arcaden, un- ten von Dorischer, oben von Jonischer Ordnung. Von Falconetto ist daselbst auch die Dominicaner-Kirche erbaut, ferner die Thore von St. Johann und Savanarola und eine Art Odeum, welches Ser- gio die Rotunde von Padua nennt. Dieses kleine und angenehme Gebäude nahm Palladio als Modell zu seinem schönen Landhause der Grafen Capra, ebenfalls Rotonda genannt. Den prächtigen Pallast des Grafen Savorgnano zu Usopo in Friaul konnte er we- gen des Todes des Bauherrn nicht vollenden. Falconetto war von dem Studium des Alterthums beseelt. Er machte daher auch eine Reise nach Pola in Istrien , um die Tempel und Alterthümer die- ser Stadt zu zeichnen. Er ging beständig mit großartigen Plänen um und verschmähte desswegen Privataufträge, obgleich er keine Gelegenheit hatte, seine größeren Pläne auszuführen. Die Reise nach Rom war ihm gewöhnlich; oft ging er einzig desswegen hin, um bei einer vorgefallenen Streitigkeit mit einem Architekten über die Angabe des Maßes irgend eines römischen Denkmals sich zu rechtfertigen. Er drang auch tief in das Studium des Vitruv ein, und er war zweifelsohne der erste, der in Venedig den guten Ge- schmack der Architektur einführte. Man glaubt, dass man dem Falconetto Vieles zuschreiben müsse, was als Michel Angelo’s Er- findung gilt.
G. Zancon stach nach ihm einen Heiligen, welcher Kranke heilt, aus der Kirche St. Nazarico zu Verona; 8., im Umriss.
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