Fabriano, Gentile da, ein berühmter Maler, der auch wieder berühmte Künstler gebildet hat. Er war von Fabriano in dem Kirchenstaate gebürtig, doch weiss man das Jahr seiner Geburt eben so wenig, wie jenes seines Todes. Nach Vasari erreichte er ein Alter von achtzig Jahren und war er noch thätig, während zu Anfang des fünfzehnten Jahrhunderts er es war, welcher in Venedig dem Einfluss der Schule des Giotto begegnete und der Kunst eine bessere Richtung anzuweisen strebte. Sein Lehrer soll Angelico da Fiesole gewesen seyn; wenigstens haben seine Werke etwas Verwandtes in der Darstellungsweise mit jener dieses Meisters. Es athmen aus ihnen jedoch nicht soviel Tiefe und Anmuth. In der Anordnung ist er symmetrisch und in der Zeichnung mager und
steif, ein Mangel, der seiner Zeit eigen ist. Er liebte goldene Zierrathen, goldene Säume an den Kleidern und goldene Heiligen- Scheine. In der Auflösung und in der Ausführung zeigt er große Geschicklichkeit, in der Färbung aber ist er etwas dunkler als Angelico .
In Venedig malte Gentile eine Seeschlacht , die zu seiner Zeit allgemein bewundert wurde, welche aber der Zeit nicht widerstand. Im Jahre 1417 malte er für den Dom im Orvieto die Himmelfahrt der Maria, wahrscheinlich jenes Bild, welches ihm das Prädicat des Meisters der Meister (Magister magistrorum) erwarb, wie uns Vasari versichert. Dieses Gemälde kam in die Gallerie zu Mailand , wo es jetzt zu sehen ist.
Wir begegnen dem Gentile da Fabriano auch in Rom , wohin zu jener Zeit der Papst aus Avignon wieder zurückgekehrt war. Martin V. ernannte ihn zum Hofmaler. Man sieht noch heute die Malereien, welche er im Vatikan ausführte, während viele andere zu Grunde gegangen sind. Doch sind noch mehrere in Italien zerstreut, und auch im Auslande findet man etliche. Im königl. Museum zu Berlin sind sechs Gemälde in einem Rahmen: die Geburt der Maria, die Darstellung derselben im Tempel, ihre Ver- mählung, die Darstellung Christi im Tempel, die Anbetung der Könige, die Krönung Mariä. Hier ist die Luft überall Gold und das Ganze in Tempera ausgeführt. Die Ölmalerei war diesem Künst- ler noch unbekannt.
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