Everdingen, Aldert van, Landschaftsmaler , geb. zu Alkmaar 1621,
mit großer Leichtigkeit; seine Landschaften und harmonieren mit ihr aufs Anmuthigste. Diese
Sammlung in guten Abdrücken zu haben ist jedem Liebhaber werth.
est. 1675. Er studierte Theologie und Malerei zugleich, letztere
bei Roland Savery und Peter Molyn, ohne die Natur zu vernachlässigen. Seine Landschaften, Seeströme und Seehäfen sind gleich
trefflich, und sie stehen über denen seiner Lehrer. Die Landschaften
sind mit trefflichen Figuren staffiert. Die Wirkung seiner Seestücke und Stürme ist Schauder erregend und in dem Spiel der
Wellen eine grosse Verschiedenheit. Gleichergestalt besass er die
Kunst, liebliche Waldgegenden mit Sonneneffekt und mit den
schönsten Fernen darzustellen. Vorzüglich trifft man in seinen Landschaften Fichtenwälder und Wasserfälle, und ausserordentlich schön
sind seine Berggegenden behandelt. Ueberall ist die höchste Wahrheit in Perspektive und Luft.
In allen seinen Landschaften, so wie in den Bildern von C. Lorrain
und Ruysdael, offenbart sich vollkommene Erkenntniss der Bedeutung der Landschaft, zugleich mit vollkommener Meisterschaft in
Darstellung ihrer Erscheinungen. In den Werken dieser Meister
bewährt man ein tiefes Hineinfühlen der menschlichen Empfindung
in die landschaftliche Natur, ein Antworten der letzteren auf die
Stimmung der menschlichen Seele, die Bedeutsamkeit der leblosen Erscheinung gegenüber dem lebendigen Gemüth.
Everdingen stach auch trefflich in Kupfer und ihm verdankt man
die schönen Blätter zu Reinecke Fuchs, an der Zahl 57. Er componirte sie für die Arbeit seines Landmannes Heinrich von Alkmaer.
Sein ‚ausserordentliches Talent bewegte sich auch in der Tierfassung. Die Tiere passen vortrefflich zu
S. Göthe’s Kunst und Alterthum I. 3 S. 76. Bartsch P. gr. II. 161.
beschreibt von diesem Künstler 162 Blätter, in denen die ausserordentliche Verschiedenheit der Gegenstände zu bewundern ist. Sie
beweisen die grosse Fruchtbarkeit von Everdingen’s Genie, sie sind
wahre und genaue Abbildungen der Natur, ein harmonisches Ganze,
aus dem Kreise derselben gezogen. Seine Nadel ist etwas grob,
aber mit unendlich viel Geist und Kühnheit geführt. Ueberhaupt
war Everdingen ein sehr geistreicher und auch frommer Mann,
Er war Diacon an der reformirten Kirche seiner Geburtsstadt, und machte diesem Stande durch seine Sitten Ehre.
Der Weiler zwischen Bäumen. Oval, H. 2 Z. 8 L., Br. 2 Z. 3 L. Der Weiler am Ufer des Flusses. Oval, H. 2 Z. 4 L., Br. 2 Z.
Die hölzerne Brücke über den Fluss mit 6 — 7 an demselben gepflanzten Weiden, in gleicher Grösse.
Der Weiler auf unebenem Lande, mit einem Manne auf der Brücke. Rund. H. 7 Z. Sehr selten. Später wurde die Matte retouchirt und oval zugeschnitten. H. 6 Z.
Die vier Figuren unter dem Baume, darunter zwei Weiber, von denen eine steht. H. 2 Z. 7 L., Br. 2 Z. 5 L.
Der Mann auf der kleinen hölzernen Brücke, die über den zwi- schengelagerten Fluss führt. H. 3 Z. 2 L., Br. 6 Blätterfolge. H. 4 Z. 7—8 L., Br. 3 Z. 9—12 L. Inhalt: Die Cascade, der Schweinhirt, der Mühlstein neben dem Fasse, die Capelle.
Eine Folge von 6 Bl. H. 2 Z. 8 L., Br. 5 Z. 8—10 L. In- halt: die zwei Fässer vor der Hütte, der Pilger, die Fischer- hütte, die Marine mit drei Figuren, die verfallene Hütte mit Wasser umgeben, die grosse Kirche am Gipfel des Berges.
Folge von 4 Blättern. H. 2 Z. 7—9 L., Br. 3 Z. 11 L.. In- halt: der Weiler am Abhange des Berges, der grosse kahle Felsen am Wege, der Weiler auf bergigem Felde, das Aus- laden der Fässer aus dem Kahne.
Folge von 4 Bl. H. 2 Z. 3 L., Br. 4 Z. Inhalt: Die Hütte in deren Nähe ein hölzernes Gestell, der Reiter auf der steiner- nen Brücke, die zwei auf dem Flusse schwimmenden Balken, die Ziege am Flusse.
Die hölzerne Hütte am Hügel. H. 3 Z. 1 L., Br. 4 Z. 10 L.
Folge von 4 Bl. H. 3 Z. 2—5 L., Br. 4 Z. 9 L. Inhalt: der grosse Baum und der Jäger, die Hütte auf der Höhe mit ei- nem Stück Zaun, drei Figuren oben am Felsen, das Haus mit dem Thürmchen.
Folge von 4 Bl. H. 3 Z. 8—9 L., Br. 4 Z. 9 L. Inhalt: die von hinten gesehene Hütte mit zwei Männern, der grosse Felsen von einem Flusse benetzt, der den ganzen Vordergrund einnimmt, Nachtstück; zwei Schiffer, die sich in ihren Nachen der Hütte nähern; der rechts vom Grunde sich vorschlängelnde Fluss.
Folge von 6 Bl. H. 3 Z. 2—3 L., Br. 5 Z. Inhalt: der aus dem Wasser hervorragende Felsen, die zwei Ziegen am Was- ser, die Hütte am Waldstrom, der eine Cascade bildet, die zwei Fichten in der Nähe von zwei Hütten, die verfallene Hütte, auf deren Dach ein Baum wächst; Häuser am Hügel, am dessen Fusse ein verfallener Zaun zu sehen ist und drei Ziegen.
Folge von 12 Bl. H. 3 Z. 5—6 L., Br. 5 Z. 1—3 L. In- halt: der aus der Mitte des Flusses hervorragende Felsen, die drei Hütten auf der Felsenspitze, zwei Figuren unten am spitzigen Felsen, die Schweinsheerde, der Fluss am mit Gebäu- den besetzten grossen Felsen, die kleine bedeckte Brücke in Gestalt eines Corridor, die zwei vom Rücken gesehenen Män- ner auf der Terrasse, wo sich über die Gebüsche besonders eine Fichte erhebt, die Marine mit dem durchbrochenen Felsen, am Meere zwei Schiffe mit Segeln; die zwei Männer an der Thüre der Hütte, der eine am Boden sitzend; der Dorfzim-
Everdingen, A. Heinrich van. 169
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_WYPrAAAAMAAJ