Errard, Charles — Maler und Baumeister

Errard, Charles — Maler und Baumeister , geboren zu Nantes 1601 oder 1606, gestorben zu Rom 1680. Er kam frühzeitig nach Paris und hier trat er auch zuerst als ausübender Künstler auf. Später be- suchte er Italien , wo er 1635 Mitglied der Akademie wurde, und im Jahre 1645 fertigte er für Notre-Dame zu Paris das Maßgemälde mit der Taufe des Saulus und in den königlichen Zimmern zu Fontainebleau führte er einige Plafondgemälde aus. Im Jahre 1655 wurde er als Direktor der französischen Akademie in Rom nach dieser Stadt geschickt, und Cardinal Richelieu ertheilte ihm noch den besonderen Auftrag, eine Sammlung von Statuen, Basreliefs und architektonischen Modellen zusammenzubringen. Man wollte sogar die Bildwerke der trajanischen Säule abgossen lassen, und auch von den Colossen auf Monte Cavallo sollte er Modelle neh- men, um die Copien, in Bronze gegossen, vor dem Louvre aufzu- stellen. In Rom musste er auch mehrere Copien nach Titian und andern Meistern fertigen, und auch eine grosse Menge von Zeich- nungen nach Antiken führte er aus; die beabsichtigte Sammlung aber kam nicht zu Stande. Während seines Aufenthaltes in Rom beschäftigte er sich auch, die vornehmsten Werke der Baukunst zu messen und zu zeichnen, um einen Anhang zu Cambray’s Para- llele zu liefern, allein der Tod hinderte ihn an der Ausführung seines Plans. Von seiner Hand sind auch die Zeichnungen zu Gen- a’s und Lancini’s Anatomia per uso ed intelligenza del disegno etc. oma’ 1601 fol. Diese anatomischen Tafeln sind für Künstler sehr nützlich, und überhaupt war Errard ein Mann von Verdienst. Über- dies wurde nach seinen Zeichnungen eine Sammlung von antiken Vasen und modernen Vasen in Kupfer gestochen und der Königin Chri- stina von Schweden zugeeignet.

Errard war auch Direktor der Akademie zu Paris, seine grösste Wirksamkeit ist aber in Rom zu suchen. Als Baumeister zeigte er seine Kenntnisse durch den Plan zur Kirche de l’Assomption zu Paris, die von 1670–76 gebaut wurde. Es ist ein Rundgebäude mit einem freistehenden Säulenportikus und einer geschmacklosen, gigantischen Kuppel, die scharf kritisiert wurde.

Man nannte das Gebäude spottweise „le sot dome.“ J. Marot hat den Plan auf vier Blättern gestochen.

Er fertigte auch viele Zeichnungen nach Gemälden von G. Reni, H. Carracci, die F. Poilly, E. Rousselet, C. Audran, P. Daret, Mauzyn, Tourniaire u. a. in Kupfer stachen.

Von seiner eigenen Hand gestochen hat man das Porträt des Jérôme Bachot, dessen Name und Charakter im unteren Rande steht. Auch der Name des Künstlers ist auf dem Blatte zu lesen.

H. 5 Z. 7 L. Br. 4 Z. 4 L., ohne Rand. Das Blatt ist mit der trockenen Nadel gefertigt und mit dem Stichel überarbeitet.

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