Eosander, Johann Friedrich

Eosander, Johann Friedrich, Freiherr von Göthe, Architekt , ein Schwede von Geburt, der aber schon um am Brandenburgischen Hofe war. Der Churfürst ließ ihn auch nach Frankreich und Italien reisen, und nach seiner 1609 erfolgten Rückkehr wurde er von Friedrich I. zum Hauptmann und zum Hofbaumeister ernannt. In dieser Eigenschaft gab er die Decorationen für das Opernhaus an, und 1701 hatte er die oberste Leitung bei der Ausführung der Verzierungen zur Zeit der Krönung in Königsberg.
Bald darauf wurde er Generalquartiermeister Lieutenant und 1709 erster Baudirektor. Im Jahre 1704 begann er den Bau des Schlosses zu Schönhausen und wurde er Oberster und Generalquartiermeister der Armee. Um diese Zeit baute er die beiden Flügel des Schlosses zu Charlottenburg und auf das Hauptgebäude, welches von Schlüter herrührt, setzte er die Kuppel. Im Jahre 1700 begann er den Bau des großen Orangerie-Saales daselbst und von 1706–9 erhob sich auch die Favorite zu Oranienburg . Von ihm ist ebenfalls das Schloss Monbijou errichtet worden, und 1707 erhielt er nach Schlüter’s Sturz, den diesem geschickten und redlichen Manne Eosander’s Intrigen bereiteten, die Leitung des Schlossbaues. Er baute die Seite nach der Freiheit mit dem großen Portal und die etwas hervorspringende Seite der Stirnwand nach dem Lustgarten, dazu die beiden auf Säulen ruhenden Treppen und die drei Seiten des inneren Schlosshofes. Ausgebaut wurde das Schloss
unter seiner Leitung nicht, denn Friedrich’s Nachfolger fand 1713
bei seinem Regierungsantritte Eosander’s Besoldung zu hoch, was
aber dieser nicht begreifen wollte, und daher ging er in schwedische Dienste, wo er 1714 zum Generalmajor ernannt wurde. Böhme beendete 1714 den Bau.

Im Jahre 1716 vertheidigte Eosander mit Karl XII. von Schweden Stralsund, ward aber nach Eroberung der Vestung preußischer Kriegsgefangner, und als solcher auf Ehrenwort nach Frankfurt entlassen, wo seine Gemahlin geboren war. Hier gab er den ersten Teil einer Kriegschule oder des deutschen Soldaten heraus,
und zwar im Merianischen Verlage, der seiner Gattin gehörte.
Zuletzt ging aber diese Handlung durch Eosander’s prächtige Haushaltung und durch seine Neigung zur Alchemie gänzlich zu
Grunde, was den Alchemisten bewog, sächsische Dienste zu suchen,
in denen er auch 1723 als Generallieutenant, und zwar zu Dresden, starb.

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