Eosander gehört in jene Zeit, in welcher der Ungeschmack in der Architektur in ganz Europa fast den höchsten Grad erreicht hatte. Das beste Gebäude aus dieser Zeit ist in Berlin das königl. Schloss, doch verdanken wir dieses nicht durchaus der Kunst des Eosander; es wurde von verschiedenen Baumeistern aufgeführt, unter denen Schlüter der beste ist.
Als Mensch wird Eosander nicht gerühmt; er war eitel, hämisch und auf verdiente Künstler neidisch, das Gegenteil von Schlüter, der allen Künstlern aufzuhelfen suchte. Ihm verdankt man auch den Verlust der königl. Plane und Zeichnungen von Civil- und Militärgebäuden, besonders jenen der Originalzeichnungen des Schlosses zu Berlin und anderer königl. Bauten. Er entwendete sogar
Plane, Risse- und Charten und bei seiner Abreise nahm er auch 100 Stücke der schönsten Miniaturbilder mit sich, die ihm der König gegeben hatte, um sie in silberne und goldene Rahmen fassen zu lassen. Durch den Tod Friedrich’s kamen sie in Vergessenheit, und bei der späteren Reclamation gab er nicht alle mehr zurück.
Eosander hat sich also weder durch seine Kunst, am allerwenigsten aber durch seinen moralischen Charakter ein ehrenvolles Denkmal gesetzt. Mehreres S. Nicolai’s Nachrichten von preussischen Künstlern S. 83 ff.
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