Engelhardt, Daniel Friedrich

Engelhardt, Daniel Friedrich, gewesener Offizier des französi- schen General-Stabes und Unterpräfekt, ein mit den vielseitigsten Talenten ausgestatteter Mann. Ein seltenes Talent besass er zur Malerei , das er der Landschaft zuwandte. Früher hatte er sich eine kurze Zeit mit Glück in der Miniatur versucht, in deren voll- kommenerer Behandlung er zufällig vom dänischen Hofmaler Hoyer Anweisung erhielt. Für die Landschaft benutzte er bei einem mehr- jährigen Aufenthalt in Cöln den Rath des schätzbaren Malers Hof- mann; die tiefern Weihen der Kunst aber verdankte er zum Theil dem berühmten Mannskirch, mit dem er Freundschaft stiftete. An- fangs hielt er sich an die Tuschmanier; in seinen letzten 20 Jahren aber ergriff er die Ölmalerei , in welcher er sich durch das Studium der Meisterwerke in den Gallerien zu Aachen und Düsseldorf , so wie nach jenen im königlichen Museum zu Paris , ausbildete. Zuletzt fand er auch Gelegenheit niederländische Gemälde-Sammlungen zu sehen, doch galt ihm bei diesen seinen Studien fortwährend die Natur als erste Führerin. Er durchzog die unteren Rheinlande, die heimathlichen Vogesen und in fünf Reisen durchspähte er auch die Schweiz und die italienischen Alpen in ihren seltsamsten und pracht- vollsten Revieren. Er entwarf überall Skizzen und Studien mit sich- erm Blick und leichter Hand, und führte sie dann in Ölbildern aus, die anfangs ebenfalls nur das Ansehen eintreicher Skizzen hatten, welchen er aber in der Folge eine Vollendung gab, die dem Urheber eine bleibende Stelle in der Kunstwelt sichern wird. Zuletzt beherrschte er die technischen Schwie-

Fähigkeiten, und er wusste auch seiner Färbung das Gepräge der

Himmelsgegend aufzudrücken. Er malte mit kühnem und breitem

Pinsel. In seinen Compositionen herrscht Leben und feurige Ein- bildungskraft, und überall Vertrautheit mit der Natur. Er hinter- ließ eine bedeutende Anzahl von Bildern, einige von grossem

Umfange. Meisterhaft ist seine Ansicht des Livinerthals und jene

bei Col d’Ollon in Wallis, Capo di Lago am Luganersee, die An-

sicht am Brienzersee, Gesteig im Sanenthal, mehrere vogesisch ge-

nende.

Engelhardt wohnte auf seiner militärischen Laufbahn mehreren

Feldzügen bei. Später trat er in die Civilverwaltung seiner Vater-

stadt Strassburg und da starb er auch 1828. Er versuchte sich auch

als politischer und Kunstschriftsteller. Im Westphälischen Archiv

von 1812 ist eine Reihe seiner Aufsätze in letzter Art. Er war auch

einer der ersten, der die Aufmerksamkeit auf das hervorragende

Talent des jungen Peter von Cornelius, der sich so grossen Ruhm

erworben, gewendet hat. Mehreres über diesen Künstler S. Zeit-

genossen, IM Reihe, IM, Bd., S. 92.

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