Ender, Thomas. — Euderlein

Ender, Thomas. — Euderlein, Caspar. 421

Grünling besassen einen außerordentlichen Kranz trefflicher Gouache - Zeichnungen aus seiner frühesten Zeit. Im J. 1810 errang er einen Preis in der Landschaftszeichnung nach Duvivier. 1812 unternahm er einen seine Portefeuilles reichlich füllenden Ausflug nach Salzburg und die ganze Kette der nördlichen Alpen .

Sechs kleine radirte Blätter aus dem Prater, aus dem Umkreise des Schneebergs, Waltersdorf und mehrerer Gegenden um Wien (bei Artaria) gehören insgesamt jener früheren Periode an. Von 1817 ist das Ölgemälde einer ausgezeichnet schönen Waldgegend im Prater und im Sommer eben dieses Jahres traf Ender das glück- liche Los, die Reise nach Brasilien mit zu machen. Er war mit

dem Legationsrath Baron Neveu auf der Austria und seine aller- ersten Zeichnungen gehörten dem fürchterlichen Sturme an, den diese Fregatte, gleich nach ihrer Ausfahrt auf der adriatischen See erlitt.

Das den brasilianischen Sammlungen angehörige Portefeuille dieser Reise enthält bei 900 Zeichnungen von Pola , Malta , Gibraltar , Genua , Lissabon , aus Rio Janeiro und anderthalbhundert Stunden über selbes hinaus, bis in die Niederlassung St. Paul.

Nach seiner Rückkehr aus Brasilien hielt er sich fünf Monate in Wien auf, und nach dieser Zeit begleitete er den Fürsten Metternich nach Italien , wo er jetzt als akademischer Pensionär 4 Jahre auf das eifrigste den Studien oblag. Er suchte sein Talent im Ölmalen mehr auszubilden. Bilder aus dieser Zeit sind im Besitze der Herzogin von Lucca, und große Studien nach der Natur er- warben einige Gesandte.

Überdies brachte er eine beträchtliche Anzahl von größeren und kleineren Zeichnungen und halbvollendeten Gemälden mit Dar- stellungen aus dem Umkreise der ewigen Roma, von Neapel, Flo- renz, Subiaco, Palestrina und aus den Bädern von Lucca nach Wien zurück. Er betrat diese Stadt 1822 wieder und im folgenden Jahre erhielt er vom Fürsten Metternich den Auftrag, mehrere An- sichten des Salzkammergutes zu malen, von denen er 12 eigen- händig radirte. Im Jahre 1826 ging Ender nach Paris, um das Künstlerleben dieser Hauptstadt kennen zu lernen, und 1829 erhielt er den Auftrag, drei große Ansichten der k. k. Patrimonialherrschaft Persenbeug für das Schloss daselbst zu malen.

Im Herbste desselben Jahres begleitete Ender den Erzherzog Jo- hann nach Gastein, um für diesen Mecenas hier mehrere Ansichten aufzunehmen. Diese Reisen wiederholten sich bis 1834 alljährlich und die Ausbeute derselben ist eine bedeutende Anzahl von ausgeführten Aquarellzeichnungen, im Besitze des Erzherzogs. In neuester Zeit brachte er noch verschiedene Ölgemälde zur Ausstellung und Kaiser Franz ertheilte ihm noch kurz vor seinem Tode den Auftrag als Geschenk für den Kaiser von Russland sechs Ansichten von Münchengrätz in Böhmen aufzunehmen.

Die von Th. Ender radirte Folge von 6 Blättern hat folgende Ansichten: Guttenstein auf zweierlei Art, in Neuhaus, in Muckendorf, Buchberg und in Wiesenthal; qu. fol.

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