Elzheimer’s Werke, die ihn bei seinen Lebzeiten nicht vom Schuldenthurm zu befreien vermochten, sind nach seinem Tode nur in den Cabineten der reichsten Kunstliebhaber zu finden. Unermüdet, im kleinsten Maassstabe die genauesten Details mit seinem feinen Pinsel wieder zu geben, fand er keinen Gönner, der die darauf verwendete Zeit zu schätzen wusste und er wurde ein Opfer seiner deutschen Gründlichkeit.
Er hat keine Nachahmer gefunden, deren Verdienst dem seinen gleichkäme. Poelenburg erinnert zuweilen an ihn, doch geht ihm der tiefere Geist ab. Elzheimer macht nach Schnaase (niederländ. Nägler’s Künstler-Lex. IV. Bd. $
Briefe 1834 S. 27) durch die Verbindung des Anspruches auf Mannigfaltigkeit mit einem geistigen Interesse den Übergang zu der höheren Gattung, in welcher Claude Lorrain der Meister wurde. Seine Staffage ist historisch oder mythologisch, aber besonders waren es Nachtstücke, welche er meisterhaft darstellte. Die Ge- genstände sind da höchst künstlich in Beleuchtung gesetzt, die ent- weder durch den Mond oder durch Fackelschein bewirkt ist. Sehr schön ist die Lichtwirkung in dem bezeichneten Gemälde mit Jupi- ter bei Philemon und in der Flucht in Ägypten . Eine solche Dar- stellung ist in der k. Gallerie zu Dresden und die k. Pinakothek zu München bewahrt von seiner Hand: Die Predigt des Täufers Johannes; Mercur, welcher ein junges Frauenzimmer entführt; St. Lorenz von den Henkern entkleidet; Aeneas rettet den Vater aus dem Brande von Troja ; Landschaft mit Mondschein und mit der Flucht in Ägypten.
Meisterhaft ist die Darstellung der Ceres, wie sie begierig aus dem Kruge der vor der Thüre stehenden Alten trinkt, während sie ein Knabe wegen ihrer Hastigkeit verspottet. Das Ganze wird durch das Licht erhellt, welches die Alte hält. Das Hauptwerk des Künstlers soll Psyche seyn, welche in dem Augenblicke dargestellt ist, wie sie mit Dolch und Lampe den Amor entdeckt. Dieses Bild kam in die Sammlung des Herrn von Burtin.
Mehrere Gemälde dieses Künstlers kamen mit der Gallerie von Salzdahlum nach Braunschweig und hier ist jene Darstellung der Ceres, die Graf von Goudt gestochen hat.
Es sind noch in mehreren andern Gallerien Werke von Elzheimer, aber nicht alle sind echt. In der Sammlung des W. Beckford zu Bath in England ist die Darstellung mit dem kleinen Tobias, vom Engel geführt, ganz wie der kleine Stich von Goudt, nur von der Gegenseite. Ein vorzügliches Bildchen mit dem Schiffbruch des Apostels Paulus ist im Corsham-House bei Bath, neben einem zweiten mit der Darstellung des Todes der Procris.
Man findet von Elzheimer auch noch Zeichnungen, die aber selten sind. Der Künstler fertigte sie manchmal mit der Feder in grossen Strichen; andere sind sorgfältig; ebenfalls mit der Feder, ausgeführt, und einzelne mit Bister getuscht und weiß gehöht. Sehr selten sind seine Aquarelle.
Nach Elzheimer wurden mehrere Blätter gestochen, wie man besonders aus dem Verzeichnisse des Winkler’schen Cataloges I. 251 ersehen kann.
Indessen hat er selbst in Kupfer radirt, aber nur ein Blatt ist ihm mit Sicherheit zuzuschreiben: der junge Tobias, der seinen blinden Vater in einer Landschaft führt, bezeichnet: Aels. f.;
Von ihm selbst oder von Hollar radirt ist auch ein Blatt mit Waldparthie und Satyren und Nymphen, von denen eine mit dem Tambourin tanzt, qu. 12.
Huber führt in der Idee générale II. 462 noch ein Blatt an, welches den Tobias mit dem Fische vorstellt, wie ihn der Engel begleitet, und Sandrart legt dem Künstler einige Landschaften mit tanzenden Nymphen und Feldgöttern bei.
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