Vorrede
Das kunstliebende Publikum erhält hiemit den vierten Band des neuen allgemeinen historischen Künstler-Lexicons, doch bin ich weit entfernt zu glauben, dass es mir durchhin gelungen, alle Schwierigkeiten zu überwinden, die sich einem Unternehmen die- ser Art in Menge darbieten. Ich bin von dem redlichsten Stre- ben beseelt, jeden Artikel befriedigend darzustellen, und will Rouesweä. dem alten Satze beistimmen: „ut desint vires tamen laudanda iroluntai %, gab ich habe mich überzeugt, dass man mit aller Amtrengung und mit dem besten Willen nicht Ber ge versetzen kann. Nur zu oft ist der Faden der Kunstge- schichte zerrissen, und die dürftigen Stücke desselben sind in so morschem Zustande, dass sie wenig oder gar nicht haltbar sind. An solchen Lücken scheitern Wille und Kraft, und so konnte ich, haud quaquam editus centimana gente titanum, nicht Alles in gleicher Ausdehnung geben. Es ist ja selbst unendlich schwer, umfassende artistisch-biographische Notizen von Zeitgenossen zu geben, da oft Wille und Bescheidenheit bei den Künstlern einem Zwecke dieser Art, und dadurch auch der Kunstgeschichte , durch- aus nicht förderlich sind. Und leider habe ich, ungeachtet der vormgegaugene:: öffentlichen Aufforderung, selbst nach briefli- chem Ansuchen, nur in einzelnen Fällen nicht, vergebens auf Nachrichten gewartet, so dass mir bisweilen nichts übrig blieb, als spärliche Notizen zu geben, um wenigstens das Daseyn irgend
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eines Talentes auch im Buche festzuhalten; und in der Hoffnung, dass dessen Wirkungskreis in der Folge vielleicht näher bezeich- net werden kann. x
Indessen ersuche ich bei dieser Gelegenheit die Künstler und Kunstfreunde des In- und Auslandes um gefällige Mitthei- lung artistisch-biographischer Beiträge, da gewiss jedem daran- Begenen wird, dass die Nachrichten dieses Werkes historische Si- cherheit gewähren. Kunsturtheile bestimmt oft nur der Ge- schmack und die individuelle Ansicht, und sie erzeugen Ungläu- bige, die nur allein der eigenen Anschauung trauen wollen. Die Kritik spricht daher in diesem Lexicon, namentlich bei Zeitge- nossen, sehr behutsam und nur da bestimmt sich aus, wo sie mit Grund auftreten kann, stets an der Hand sicherer Gewährs- männer, oder nach vorurtheilsfreier Anschauung.
Dem Verdienste muss unter jedem Himmelsstriche seine Ehre werden, und ich freue mich, Gelegenheit gefunden zu ha- ben, auch in diesem Bande eine nicht geringe Anzahl von treff- lichen Zeitgenossen berühmter älterer Meistern anzureihen. Sö glaube ich ohne Verletzung der Bescheidenheit aussprechen zu kön- nen, dass dieser Band neben den vorhergehenden, im Vergleiche mit anderen Werken dieser Art, an Reichhaltigkeit nicht zu- rückstehen dürfte. *
München im Jahr 1837.
Der Verfasser.
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