Eggers, Carl, Historienmaler aus Neustrelitz , ein Künstler, der unter denjenigen genannt wird, welcher in unserem Jahrhunderte zuerst wieder die Freskomalerei zur rühmlichen Stufe ge- bracht hat. Er bildete sich um 1811 unter Matthäi zu Dresden
und besuchte dann Rom, um durch das Studium nach den klassi- schen Vorbildern der Sculptur und Malerei seine Bildung zu voll- enden. Hier malte er mit Veit im Vatikan , und als sein Werk ist besonders das Freskobild der alten Roma zu nennen, wie vor ihr Münzen ausgeschüttet werden, ein Gemälde zur Erinnerung
an die Bereicherung der vatikanischen Bibliothek mit einer Münz- sammlung, ausgeführt. Indessen besteht Eggers Hauptstärke nicht
allein im Fresko, es sind auch ganz besonders seine Historien in
Öl zu rühmen.
Ebenso ist er als Portraitmaler ausgezeichnet zu nennen und die Landschaft behandelt er mit nicht geringerer Meisterschaft. In Rom verfertigte Eggers mehrere vorzügliche Copien nach berühm- ten Werken, und auch in eigenen Compositionen bewies er sich als großer Künstler . Seine Bilder sind von tiefer Bedeutung und meisterhaft in der technischen Ausführung, von wunderbarem Reize in der Färbung und durch den physiognomischen Ausdruck. Besondere Geschicklichkeit zeigt er in der Behandlung des Fleisches und der Gewandung. Im Jahre 1810 malte er ein vorzügliches Bild der Mater dolurosa, und um diese Zeit entstand auch ein grosses Gemälde, welches eine auf ihrem Bette schlafende weibli-
che Figur vorstellt, nach Art von Titian’s schlafender Venus. Hier
bewies der Künstler seine grosse Stärke in der Carnation und auch
im Übrigen ist die Färbung kräftig und harmonisch. In Rom
malte Eggers 1823 auch einen Amor, der im Begriffe ist den Pfeil aus dem Köcher zu ziehen, ein Bild, das sich durch Reiz der Be- wegung, durch schöne Färbung und durch Zartheit der Ausfüh- rung bemerkbar macht. Der Künstler erwarb sich damit verdien- tes Lob, so wie mit einem andern, welches Christus bei Maria und Martha vorstellt. Dieses grosse Gemälde ist von ungemeiner Kraft der Farbe, von glänzender Wirkung und ausgezeichnet in der Ausführung. Die Charaktere sind bedeutungsvoll und in Klarheit lebendig sich aussprechend, die Anordnung ist in ihrer Einfach- heit doch reich, und auch die Nebenwerke sind mit Fleiss und in höchster Wahrheit dargestellt. Ein anderes meisterhaftes Bild ist seine Darstellung der Fusswaschung des Herrn im Dome zu Naumburg, und auch noch andere treffliche Bilder schuf die Hand dieses Künstlers. Darunter sind auch mehrere Idealköpfe, deren H. von Quandt einige besitzt.
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